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Jetzt steht fest, wann Adler in Görlitz schließt

Die Filiale im Neißepark hat nicht mehr lange offen. Nun begann bereits der Schlussverkauf. Die Alternative für Adler-Kunden heißt Bischofswerda oder Internet.

"Diese Filiale wird geschlossen", bestätigen nun auch die Schilder im Schaufenster.
"Diese Filiale wird geschlossen", bestätigen nun auch die Schilder im Schaufenster. © SZ/sdn

Bekannt ist es schon seit dem Sommer, dass die Görlitzer Filiale der Adler-Modemärkte zu denen gehört, die keine Zukunft mehr haben werden. Nun verkünden es auch Schilder am Eingang des Geschäftes: "Diese Filiale wird geschlossen."

Der Schlussverkauf hat bereits begonnen, viele Kleidungsstücke haben Prozentzeichen. Viele neue Ware, nimmt eine Verkäuferin vor Ort an, wird vermutlich nicht mehr eintreffen. Im Vorraum auf einem Stehtisch gibt ein Schild nun auch den letzten verkaufsoffenen Tag bekannt: der 20. November.

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Noch zwei Monate für Schlussverkauf und Abschied

Adler hatte Anfang des Jahres Insolvenzantrag gestellt. Zuletzt wurde das Unternehmen durch ein Zehn-Millionen-Euro-Darlehen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes gestützt, um das Geschäft in der Insolvenz am Laufen zu halten und nach einem Investor suchen zu können. Das Unternehmen hatte die Insolvenz mit den starken Umsatzeinbußen während der Lockdowns begründet. Wie etwa das Handelsblatt mit Verweis auf Branchenkenner schrieb, habe es auch hausgemachte Probleme gegeben.

Im Juni hatte das Berliner Logistik-Unternehmen Zeitfracht die Adler-Modemärkte aus der Insolvenz heraus gekauft, im Juli wurde ein Insolvenzplan eingereicht. Wie das Manager Magazin schreibt, sind die Übernahme und Insolvenzverfahren Anfang September abgeschlossen worden. Die Modekette ist damit gerettet, aber an dem, was bereits im Sommer bekannt wurde, hat sich nicht mehr viel ändern lassen: Rund 500 der insgesamt etwa 3.100 Arbeitsplätze bei Adler werden wegfallen, rund 30 Filialen geschlossen.

Adler-Chef soll gehen

Davon betroffen ist auch eine der beiden Dresdner Adler-Filialen, die in Bischofswerda soll bestehen bleiben. Ziel ist es nun, das Online-Geschäft auszubauen, schreibt das Manager Magazin. Außerdem solle es in den Adler-Filialen künftig ein größeres Sortiment an Nicht-Textilien geben. Nicht mehr dabei ist laut dem Manager-Magazin, das sich auf Unternehmenskreise beruft, der bisherige Vorstandsvorsitzende Thomas Freude. Ihm sei es offenbar nicht gelungen, sich mit dem neuen Eigentümer, Zeitfracht, zu arrangieren. Auch sein Konzept, den Online-Handel auszubauen, habe wenig Erfolg gehabt.

Für Görlitzer Adler-Kunden bleibt nun nur noch die Fahrt nach Bischofswerda, oder der Weg ins Internet. Wie es für die rund 20 Mitarbeiter der Görlitzer Filiale weitergeht, ist nicht bekannt. Manche von ihnen waren von Beginn an dabei: 1997 wurde der Adler-Modemarkt in Görlitz-Königshufen, im heutigen Neißepark eröffnet.

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