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Katastrophenschützer steigt ins Likör-Geschäft ein

Einst gründete Markus Kremser eine Görlitzer Zeitung. Jetzt hat er im Keller des Ateliers Kremser eine kleine Manufaktur für süße Schnäpse eingerichtet.

Markus Kremser und sein Mitarbeiter Robert Förster stellen in der Görlitzer Hartmannstraße Liköre her.
Markus Kremser und sein Mitarbeiter Robert Förster stellen in der Görlitzer Hartmannstraße Liköre her. © André Schulze

Kremsers haben immer wieder neue Ideen. Seit die Familie 2003 nach Görlitz kam, haben sie eine Zeitung herausgeben, ein Haus saniert, eine Leuchtenmanufaktur gegründet und das Atelier Kremser in den ehemaligen Räumen des VEB Schmuck- und Silberwaren auf der Hartmannstraße eingerichtet. 

Likörmanufaktur im Keller

Das ist heute ein Saal im 1920er-Jahre-Stil, der den Görlitzer Schlaraffen als Treffpunkt dient, das "Generalkonsulat der Republik San Marco" beherbergt und ein Ort für Ausstellungen und Kleinkunst ist.

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Im Keller darunter stellt Markus Kremser jetzt Liköre her. Dafür hat der 47-Jährige die Räume verändert, gefliest, hygienisch einwandfrei gemacht und seiner Tätigkeit als Journalist, Geschäftsführer des Katholischen Familienbunds des Bistums Görlitz und ehrenamtlichem Katastrophenschützer eine weitere hinzugefügt. 

Neun Sorten Kremser Liköre gibt es schon.
Neun Sorten Kremser Liköre gibt es schon. © André Schulze

An der Tür zu der kleinen Likörmanufaktur weist noch immer ein Schild daraufhin, dass hier früher die Waschräume des Görlitzer Schmuckbetriebs untergebracht waren. Nun reifen hier in Fässern süße Schnäpse, die später in schlanke Flaschen abgefüllt werden. 

Altes Görlitzer Rezept gefunden

Neun Sorten gibt es bisher, mit Geschmacksrichtungen von Kümmel-Wacholder über Kaffee, Bratapfel und Chili-Limette mit Ingwer bis hin zu einem Stout-Likör aus dem Bier der Görlitzer Brauerei Bierblume. Einer nennt sich "Oma Schmidt", weil dieser Apfellikör "so sauer ist wie ein Granny Smith", auf einem anderen Etikett steht "Der wahre Jakob".

Mit diesem Walnuss-Kräuter-Likör beginnt die Geschichte, die Markus Kremser erzählt, wenn er nach der Idee zu seiner neuen Leidenschaft gefragt wird. Vor etwa zehn Jahren sei ihm ein altes Görlitzer Rezept in die Hände gefallen. Wo? Wird nicht verraten. Das Rezept sei um 1560 von Jakobspilgern aus Südfrankreich an die Neiße mitgebracht und später nachweislich in Görlitz produziert worden, um 1860 etwa. Wo? Auch das bleibt ein Geheimnis. 

Zu kaufen im SZ-Treffpunkt

Markus Kremser probierte das Rezept aus – mit noch grünen Nüssen von einem Friedersdorfer Walnussbaum, mit einer Kräutermischung, deren Zusammensetzung er ebenfalls nicht verrät, mit Invertzucker und einer Alkohol-Wasser-Mischung, die über Monate hinweg den Geschmack aus den Nüssen und Kräutern löst. 

Als er das erste Fass nach einigen Monaten öffnete, war er erstaunt. Das Experiment war gelungen, sogar geglückt. So wurden aus den ersten drei Flaschen mit der Zeit mehr. Markus Kremser probierte andere Rezepte aus und meldete Ende 2018 ein neues Gewerbe an: Kremser Liköre. 

Die gibt es inzwischen in mehreren Görlitzer Restaurants und an einigen Verkaufsstellen, unter anderem im SZ-Treffpunkt im ersten Obergeschoss des City-Centers. 

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