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Kahlbaum-Areal: Eigentümer macht Dächer dicht

Auf dem Gelände der früheren II. Medizinischen Klinik in Görlitz tut sich derzeit etwas. Der Anfang für mehr?

Auf dem Gelände der früheren II. Medizinischen Klinik an der Dr.-Kahlbaum-Allee soll nach wie vor ein Demenz-Kompetenzzentrum entstehen.
Auf dem Gelände der früheren II. Medizinischen Klinik an der Dr.-Kahlbaum-Allee soll nach wie vor ein Demenz-Kompetenzzentrum entstehen. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Die Motorsägen sind schon von weitem zu hören: Auf dem Gelände der früheren II. Medizinischen Klinik zwischen Dr.-Kahlbaum-Allee, James-von-Moltke- und Querstraße laufen derzeit Fällarbeiten. Allerdings müssen keine großen Bäume weichen, sondern hauptsächlich junge Ahorn- und Robinienbäume, die in den vergangenen Jahren wild herangewachsen sind.

Dächer sollen gesichert werden

„Die Görlitzer sollen sehen, dass das kein Urwald ist, sondern dass auf dem Gelände auch Häuser stehen“, sagt die Hamburger Unternehmerin Julia Kubis als Chefin der Eigentümergesellschaft Projekt Görlitz UG & Co. KG, der das Gelände gehört. Im nächsten Schritt sollen dann über den Winter die Dächer der Häuser gesichert werden. Das ist noch keine Sanierung, sondern soll lediglich dazu dienen, dass es nicht weiter einregnet und die Bausubstanz nicht noch schlechter wird. Für beides – Fäll- und Sicherungsarbeiten – würden die Eigentümer jetzt richtig Geld in die Hand nehmen, erklärt Julia Kubis.

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Und dann? Gibt es einen neuen Plan für das riesige Areal, auf dem der Görlitzer Investor Hagen Grothe das Kahlbaum-Kompetenzzentrum für Gesundheit bauen wollte? Grothe hatte den Schwerpunkt auf Demenz und andere Alterserkrankungen gelegt und sich mit dem Millionen-Projekt finanziell derart überhoben, dass er sich letztlich wegen Insolvenzverschleppung vor Gericht verantworten musste und zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

Konzept wieder aufnehmen

„Wir sind dabei, das Konzept wieder aufzunehmen und zu entwickeln“, sagt Julia Kubis nun. Mit anderen Worten: Die Eigentümer wollen am Demenz-Kompetenzzentrum festhalten, auch Seniorenwohnen und Forschung könnten integriert werden. „Wir wollen zunächst die Altbauten sanieren und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt auch noch einen Neubau errichten“, sagt die Hamburgerin.

Sie sei derzeit oft in Görlitz und mit allen Fachämtern im Gespräch: Mit Gesundheits- und Sozialamt, mit dem Denkmalschutz und auch mit dem Görlitzer Baubürgermeister Michael Wieler. Ein Verkauf des Geländes stehe nicht zur Debatte: „Wir bleiben Eigentümer.“ Allerdings: Mieter für das Gelände hat sie bisher noch keine. Auch die Gespräche mit der Hochschule, die zwischenzeitlich Interesse gezeigt hatte, haben sich zerschlagen: Die Hochschule sei jetzt woanders untergekommen. „Aber Mieter werden sich finden, es gibt auf jeden Fall Interessenten“, sagt sie.

Freisebad bisher nicht im Gespräch

Das angrenzende historische Freisebad gehört nach wie vor der Stadt. Es zu kaufen und in die Pläne einzubeziehen, sei bisher nicht im Gespräch gewesen. „Aber wenn sich eine sinnvolle Lösung findet, sind wir auch dafür offen“, erklärt Julia Kubis. Zunächst einmal liege der Fokus auf den Altbauten, die ihr schon gehören: „Dort würden wir gern nächstes Jahr mit den Sanierungsarbeiten beginnen wollen.“

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