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Ärger nach erster Niederlage der Görlitzer Handballer

Die Handballer des SV Koweg zeigen beim Sachsenliga-Mitfavoriten KJS-Dresden eine starke Leistung. Doch das Hygienekonzept der Gastgeber sorgt für Ärger.

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Fabrice Türkowsky (2.v.r.) machte fünf Tore und eine starke Partie.
Fabrice Türkowsky (2.v.r.) machte fünf Tore und eine starke Partie. © Archiv: H.-E. Friedrich

Von Robert Eifler

Dresden. Da ist sie nun, die erste Niederlage der Sachsenliga-Handballer des SV Koweg Görlitz. Aber: „So wie die Mannschaft aufgetreten ist, gibt es wenig Anlass zur Kritik“, sagte Trainer Michael Schuller und stärkte seinen Jungs den Rücken. Für ihn sei das übergeordnete Ziel, sich so teuer wie möglich beim KJS-Club Dresden, einem Geheimfavoriten auf die Podestplätze, zu verkaufen, mit dem 31:33 (18:16) absolut erreicht worden. Ein fader Beigeschmack blieb dennoch hängen.

„Eigentlich sollten ja 31 Tore auswärts reichen“, sagte Trainer Schuller nach dem Spiel. Schwächen im Defensivverhalten will er aber auch nicht ausgemacht haben. „Die Jungs haben eigentlich ganz diszipliniert in der Abwehr gestanden. Und gemeinsam mit Erik im Tor zurecht die zwei Tore Vorsprung zur Halbzeit erarbeitet“, erklärte der Coach.

Und das, obwohl mit Vit Sebek eine ganz wichtige Stütze in der Abwehr fehlte. Der Tscheche laboriert noch immer an seiner Leistenverletzung vom Spieltag zuvor. Und an eine schnelle Rückkehr zum Pokalspiel am kommenden Wochenende ist nicht zu denken. Schuller: „Natürlich fehlt uns Vit hinten wie vorn. Aber er braucht noch etwas Zeit, bis er wieder fit ist, da wollen wir nichts riskieren.“

Neben ihm waren auch Torhüter Lukas Rohne sowie Kevin Wittig und Torsten Schramm aufgrund langfristig geplanter privater Verpflichtungen nicht verfügbar. „Diese Ausfälle kompensierst du nicht so einfach. Und dennoch hat die Mannschaft hier ein starkes Spiel abgeliefert“, sagte Schuller. Das lag unter anderem auch an den beiden A-Jugendlichen Bjarne Hintz und Julius Just, die mehr Einsatzzeiten erhielten und ordentlich abgeliefert haben.

Die Koweg-Herren waren gefordert, die starke Aufbaureihe der Gastgeber zu bändigen. Mateusz Wolski, ein ehemaliger polnischer Erstligaspieler, wurde direkt in Manndeckung genommen. Im Angriff mussten sich die Görlitzer auf ein offensiveres 4:2- oder 3:2:1-Deckungssystem einstellen. „Wir haben darauf immer mehr Lösungen gefunden und von allen Positionen Tore erzielt“, sagte Schuller. 18 Treffer in der ersten Halbzeit sieht er als optimal an. „Wer aber Peer Purschke kennt, der weiß, dass er sich in so ein Spiel reinbeißt.“

Die meisten Gästefans müssen draußen bleiben

Der KJS-Keeper mit Görlitzer Vergangenheit war einer der entscheidenden Faktoren, warum die Partie im zweiten Durchgang zugunsten des Gastgebers drehte. Ein weiterer war eine schlechte fünfminütige Phase der Görlitzer nach einer eigenen 23:19-Führung (36.). „Wir haben uns dort, ohne dass der Gegner uns dazu zwingt, viele technische Regelfehler erlaubt und sind deshalb in einige Tempogegenstöße gerannt“, erklärte Schuller weiter. Mit fünf Toren in Folge holte sich der KJS-Club die Führung zurück.

Obwohl sich die fehlenden Wechselalternativen nun deutlich bemerkbar machten, gaben sich die Görlitzer nicht auf. Für einen Punkt, den sich die Neißestädter durchaus verdient gehabt hätten, reichte es aber nicht mehr. Schuller: „Die Jungs haben sich für ihren couragierten Auftritt leider nicht belohnen können. Das ist schade, aber wir haben uns hier bestmöglich verkauft.“

Nicht die erste Saisonniederlage der Görlitzer, sondern eher das Hygienekonzept der Gastgeber dürfte überdies zu hinterfragen sein. Im Vorfeld wurde sehr kurzfristig bekannt gegeben, dass ausschließlich fünf Gästefans Zutritt zur Sporthalle gewährt bekommen. Diese Vorgabe wurde konsequent durch das Einlasspersonal umgesetzt. Trotz vorhandener Platzkapazität – rund 40 Zuschauer wohnten dem Spiel insgesamt bei – wurde zahlreichen weiteren Koweg-Anhängern der Eintritt verwehrt.

Für Görlitz geht es bereits am kommenden Sonntag mit einem Heimspiel in der ersten Runde des HVS-Landskron-Pokals weiter. Dann empfangen die Görlitzer die zweite Vertretung der SG LVB Leipzig.