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Diebstahl: Kumpel wollen Turbine zurück

Ehemalige Bergleute sind stinksauer: In Hagenwerder haben Unbekannte ihnen eine Flugzeugturbine gestohlen.

Um den Bagger in Hagenwerder kümmern sich ehemalige Bergleute. Sie sind schon öfter Opfer von Dieben geworden.
Um den Bagger in Hagenwerder kümmern sich ehemalige Bergleute. Sie sind schon öfter Opfer von Dieben geworden. ©  Archiv/Nikolai Schmidt

Eine Tonne ist sie mindestens schwer. Etwa 1,20 mal zwei Meter groß. Ohne Planung und Technik ist es nicht vonstatten gegangen, vermuten die Mitglieder vom Verein bergbaulicher Zeitzeugen in Hagenwerder: Ihnen ist eine Flugzeugturbine gestohlen worden. 

Harte Winter - heiße Luft

Eine MIG-Turbine, erklären die Vereinsmitglieder. Was nun eine Turbine mit einer Braunkohle-Grube zu tun hat? Zu DDR-Zeiten wurde sie im Winter auf einen Traktor, einen russischen K700, geladen und dann zu Anlagen in der Grube gefahren, die aufgetaut werden mussten: Die Turbine, oder besser ihre heiße Luft, kam zum Einsatz, wenn in harten Wintern Förderbänder oder Weichen aufgetaut oder Getriebe erwärmt werden mussten. 

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Der Verein bergbaulicher Zeitzeugen kümmert sich in Hagenwerder um den Tagebaubagger 1452, der prominent bis heute an der B 99 steht. Es gibt aber noch mehr Zeugen der einstigen Berzdorfer Grube - die heute der Berzdorfer See ist. Um den Bagger herum haben die ehemaligen Kumpel eine Freilicht-Ausstellung mit alter Grubentechnik aufgebaut. Kommendes Jahr wollten sie gerne auch die Turbine ausstellen. "Aber wir mussten sie erst noch herrichten", erzählt ein ehemaliger Bergbau-Kumpel. 

Bergleute hoffen auf die Polizei

Bislang war sie in einem Garagenkomplex in Hagenwerder gelagert. Im August, wissen die ehemaligen Bergleute, war sie dort auch noch. Als sie die Garage am vorigen Dienstag öffneten, war sie aber fort. 

Jetzt sucht die Soko Argus nach der MIG-Turbine. Darauf setzen die Kohle-Kumpel große Hoffnungen - falls sie nicht schon der Verschrottung zum Opfer gefallen ist. Mancher vermutet, dass es den Dieben um den Materialwert gegangen sein könnte, "was will man sonst damit anstellen?" Die Kumpel sind besonders verärgert, weil es nicht das erste Mal ist, dass bei ihnen gestohlen wurde. Kabel sind bei ihnen schon in Kilometerlänge weggekommen, erzählen sie. Und ein Grabenschöpfer, der am ehemaligen Hochbunker auf Tauchritzer Seite des Berzdorfer Sees steht, sei komplett ausgeschlachtet worden. 

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