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Geflüchtete Ukrainer eröffnen Bäckerei an der Neiße

Yurii Hulkevych kam mit seiner Familie auf der Flucht aus Kiew bis an die Neiße. Im Einkaufszentrum Plaza Zgorzelec eröffnete er jetzt eine Filiale von "Lviv Croissants", eine Art ukrainisches Starbucks.

Von Susanne Sodan
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Yurii Hulkevych mit seinen Mitarbeiterinnen der Filiale von "Lviv Croissants" im Plaza Zgorzelec.
Yurii Hulkevych mit seinen Mitarbeiterinnen der Filiale von "Lviv Croissants" im Plaza Zgorzelec. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Es gibt Croissants mit Puderzucker und Schokolade oder solche, die eher an einen Burger erinnern, mit Hühnchen und Gemüse. An Krieg erinnert hier auf den ersten Blick nichts. Hinter der nigelnagelneuen Theke des "Lviv Croissants" wuseln mehrere Mitarbeiterinnen, Zgorzelecerinnen. Mitarbeiter zu finden sei eigentlich das kleinste Problem gewesen, erzählt Yurii Hulkevych. "Viele suchen nach Arbeit". Das größte Problem: Internetanschluss zu bekommen in dem kleinen Bäckerei-Café im Einkaufszentrum Plaza in Zgorzelec. Nichtsdestotrotz, Ende September eröffnete Familie Hulkevych ein "Lviv Croissants". Sie mussten schon ganz andere Probleme lösen.

Die Familie lebte in Kiew, hatte in der Nähe der Stadt ein kleines Ferienhaus. "Ganz zu Kriegsbeginn sind wir dorthin gezogen. Wir dachten, das wäre ein sicherer Platz. Dann haben wir gemerkt, dass das nicht so war." In drei Tagen werde man in Kiew sein, hatte Russlands Präsident Wladimir Putin zu Beginn seines Angriffskrieges auf die Ukraine verlauten lassen. Russlands Armee versuchte die Stadt einzukesseln. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko warnte damals vor einer humanitären Katastrophe, weil viele Zugangs - und auch Evakuierungswege abgeschnitten seien. Das Massaker von Butscha, ein Kiewer Vorort, und die gespenstischen Bilder aus Irpin - sie stehen in Zusammenhang mit den heftigen Kämpfen um Kiew, die eben nicht nur drei Tage dauerten. "Unser Haus lag quasi auf dem Weg der russischen Truppen", beschreibt Yurii Hulkevych.

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