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Waldorfschüler dürfen endlich rein

Etwas verspätet wurde die neue Schule im umgebauten Görlitzer Güterbahnhof nun eröffnet. Da der Bau auch teurer wurde, hofft die Schule auf die Stadt.

Glückliche Kinder: die Waldorfschüler kurz nach dem Einzug in ihr neues Schulgebäude, den früheren Güterbahnhof auf der Görlitzer Bahnhofstraße.
Glückliche Kinder: die Waldorfschüler kurz nach dem Einzug in ihr neues Schulgebäude, den früheren Güterbahnhof auf der Görlitzer Bahnhofstraße. © Nikolai Schmidt

Diese Kinder sind glücklich, endlich angekommen zu sein. Am Montag haben sie ihre neue Schule in Besitz genommen: die Klassenräume mit den farbigen Wänden, den großen Eurythmie-Saal mit Parkett und Flügel, den Schulhof zwischen den beiden Backsteingebäuden des früheren Güterbahnhofs und natürlich den Spielplatz mit der fliegenden Schaukel. "Es ist zwar noch nicht alles fertig", sagt Lutz Ackermann, der Geschäftsführer der Freien Jacob-Böhme-Schule, "aber wir sind froh, jetzt hier zu sein."

Warum sich der Bau verzögerte

Bereits vor dem Sommer hatten die Waldorfschüler den Umzug geprobt, waren mit Stühlen, Plakaten und dem Ruf "Wir ziehen hier ein!" von der Konsulstraße in die Bahnhofstraße zu ihrem künftigen Schulgebäude gepilgert und hatten sich aufs neue Schuljahr gefreut. Ursprünglich sollte der Einzug bis dahin geschafft sein. "Aber wir waren wohl etwas zu optimistisch", sagt Ackermann. 

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Wo früher Güter abgefertigt wurden, entsteht heute ein gepflasterter Schulhof.
Wo früher Güter abgefertigt wurden, entsteht heute ein gepflasterter Schulhof. © Nikolai Schmidt

Insgesamt hatte sich der Bau verzögert, weil im Boden des alten Güterbahnhofs Bitumenplatten entdeckt wurden, die bei Hitze Dampf absondern und unangenehme Gerüche erzeugen – ungünstig für eine Schule. 

Auch das Tragwerk des Daches war schadhafter als angenommen. Deshalb wurde der Bau zeit- und kostenaufwendiger. Auch durch den Corona-Lockdown verlangsamten sich manche Entscheidungen, die in der Waldorfschule immer von den Eltern wesentlich mitgestaltet werden. 

Alle Räume haben verschiedene Farben bekommen, die zum Alter der Schüler passen. Hier der Bewegungsraum der Unterstufenklassen.
Alle Räume haben verschiedene Farben bekommen, die zum Alter der Schüler passen. Hier der Bewegungsraum der Unterstufenklassen. © Nikolai Schmidt

So begann das Schuljahr für die Waldorfschüler ein letztes Mal in der Konsulstraße. Ihre neue Schule soll bis Jahresende fertig werden. Bis dahin sollen die Bauzäune verschwunden sein, die bislang noch das Außengelände prägen. Eine Mensa mit eigener Küche entsteht am äußeren Ende des Gebäudes, nahe dem Penny-Markt. 

Der Musikraum wird eingeweiht werden, in dem die Schüler jetzt essen. Das Amphitheater für 200 Zuschauer und der aus zwei Zisternen bewässerte Schulgarten werden dann für Schüler, Lehrer und Eltern nutzbar sein.

Schule hofft auf Zuschuss der Stadt für EU-Förderung

Dass der Bau sich nicht nur verzögerte, sondern auch um einen sechsstelligen Betrag teurer wurde, belastet Lutz Ackermann. "Weil wir mit der Schule dazu beitragen, einen sozialen Brennpunkt zu entschärfen, wurde er vor allem aus EU-Fördermitteln finanziert", sagt er. 

Erstmals bekommt eine Görlitzer Schule ein eigenes Amphitheater für Theater- und andere Aufführungen. Die sind zum Teil öffentlich und können den entstehenden Brautwiesenbogen mit beleben.
Erstmals bekommt eine Görlitzer Schule ein eigenes Amphitheater für Theater- und andere Aufführungen. Die sind zum Teil öffentlich und können den entstehenden Brautwiesenbogen mit beleben. © Nikolai Schmidt

Davon könnte die Schule in diesem Jahr noch weitere abrufen, wenn die Stadt Görlitz einen Eigenanteil von zehn Prozent dazugibt. "Konkret geht es um 46.000 Euro", sagt Lutz Ackermann. "Wir hoffen nun einfach, dass der Stadtrat darüber positiv für uns entscheidet."

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