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Gisela bereitet schönem Herbst ein Ende

Trüb und sehr nass fiel der Oktober in Görlitz aus. Das lag auch am Tief Gisela.

Ein Lichtblick in der Görlitzer Altstadt. Den hat Wolfgang Breitkopf eingefangen. Nur 74,5 Sonnenstunden gab es diesen Oktober in Görlitz.
Ein Lichtblick in der Görlitzer Altstadt. Den hat Wolfgang Breitkopf eingefangen. Nur 74,5 Sonnenstunden gab es diesen Oktober in Görlitz. © Wolfgang Breitkopf

Der Anfang war schön. Auf bis zu 23,5 Grad stieg das Thermometer in Görlitz am 3. Oktober an. "Wunderbares Herbstwetter", sagt Anja Juckeland, Meteorologin und Sprecherin beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig.  Wenn auch kein Sommertag mehr, dafür wären 25 Grad nötig gewesen. Danach aber wurde es düsterer: Viel mehr Regen und viel weniger Sonne als sonst üblich. 

So war es nicht nur in Görlitz, sondern sachsen- und auch deutschlandweit fiel der Oktober laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zu nass und sehr sonnenscheinarm aus. Allerdings  war es etwas zu mild für die Jahreszeit. 

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Noch kein Frost

In Görlitz lag die Durchschnittstemperatur für den gesamten Monat bei 10,7 Grad. Dem langjährigen Mittel nach wären etwa 9,3 Grad üblich. 

Der kühlste Tag dagegen war der 13. Oktober mit einer Durchschnittstemperatur, also alle Tageswerte zusammengerechnet, von 6,5 Grad. Die niedrigste Einzeltemperatur brachte der 11. Oktober, als das Thermometer auf bis zu 3,1 Grad sank. Frost gab es noch keinen. Am 20. Oktober sank die Temperatur, in Bodennähe gemessen, auf ein Grad ab.

Trotz der vergleichsweise milden Temperaturen kam ungewöhnlich viel Niederschlag, im sachsenweiten Durchschnitt fast hundert Liter pro Quadratmeter. Görlitz allein lag mit seinen Werten sogar noch ein bisschen drüber: Fast 113 Liter Regen pro Quadratmeter wurden in Görlitz gemessen. Deutlich mehr als doppelt so viel wie üblich für einen Oktober in Görlitz: Das langjährige Mittel liegt bei knapp 45 Litern pro Quadratmeter. 

Mehr als doppelt so viel Regen wie sonst

Für den vielen Regen sorgten Tiefdruckgebiete aus dem Mittelmeerraum, erklärt Anja Juckeland. Eine milde, aber feuchte Luft, die Niederschlagsgebiete über die Schweiz, Österreich, Tschechien und Polen nach Sachsen brachte. Für besonders viel Regen sorgte dabei Tief Gisela, das zur Monatsmitte auf Sachsen Einfluss hatte. Allein am 13. Oktober wurden in Görlitz 35 Liter Niederschlag gemessen, am 14. noch mal über 17 Liter. 

Die Niederschläge, auch in der weiteren Region, ließen die Flusspegel steigen. Für den Schwarzen Schöps galt kurzzeitig Warnstufe 2. Bei der Neiße blieb die Lage recht entspannt, kurzzeitig stiegen die Pegel auf Warnstufe 1, sanken aber auch schnell wieder. Anders war es im Juni, als das Wasser der Neiße nach Starkniederschlägen im Isergebirge über die Ufer trat.  

Auch zum Monatsende hin wurde es noch mal besonders regnerisch. Am 30. Oktober fielen 20,6 Liter Regen pro Quadratmeter. Insgesamt fällt die Regenbilanz deutschlandweit sehr unterschiedlich aus, und manche Regionen waren erneut sehr von Dürre betroffen. Für Görlitz dagegen sieht es dieses Jahr gar nicht so schlecht aus. Zwar fielen fast alle Monate bisher etwas zu warm aus, und die ersten Monate auch zu trocken. Aber zum Beispiel der Mai war, gemessen am langjährigen Mittel, fast normal, im Juni fiel der Regen weit über dem Soll. Der Juli war deutlich zu trocken, der August wiederum war zwar sehr warm - aber auch sehr niederschlagsreich.  

Viel Sturm, sehr wenig Sonne

Nicht ungewöhnlich für einen Herbstmonat: Die zweite Oktoberhälfte war auch recht windig. Wie Anja Juckeland erklärt, sorgte dafür ein Orkantief aus dem skandinavischen Raum, dessen Ausläufer bis nach Sachsen zu spüren waren. Am 21. Oktober lag die Windgeschwindigkeit in Görlitz bei bis zu 65,5 Stunden pro Kilometer. Das ist etwa Windstärke 7.

Die Folge: Die Sonne ließ sich selten blicken. Im sächsichen Durchschnitt gab es 75 Sonnenstunden - und damit zählte das Bundesland laut dem DWD schon zu den sonnenscheinreicheren. Görlitz kam auf 74,5 Sonnenstunden. Normal wären für einen Oktober knapp 127, sagt Anja Juckeland. 

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