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Wieder Streik bei Alstom

Insgesamt 250 Gewerkschaftler gingen in Görlitz und Bautzen auf die Straße. Sie haben konkrete Forderungen. Auch der Klimawandel treibt sie um.

Warnstreik bei Alstom in Görlitz.
Warnstreik bei Alstom in Görlitz. © Martin Schneider

Etwa 250 Metaller haben am Mittwoch an den beiden sächsischen Alstom-Standorten die Arbeit niedergelegt. Nachdem am Vormittag bereits mehr als 150 Kollegen in Görlitz dem Warnstreikaufruf der IG Metall gefolgt waren, gingen am Nachmittag bei eisiger Kälte und Schneesturm 100 weitere in Bautzen vors Werktor, teilt die Gewerkschaft mit.

Damit setzte die IG Metall ihre Ankündigung um, in der dritten Warnstreikwoche die Aktionen zu verstärken und den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. „Sie können nicht ewig weiter mauern und sich weigern, ein verhandlungsfähiges Tarifangebot vorzulegen“, sagte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. Die beiden Alstom-Standorte wurden in der laufenden Tarifrunde zum zweiten Mal bestreikt.

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„Wir haben einen langen Atem. Wenn die Warnstreiks die Arbeitgeber nicht erreichen, bleibt uns ab einem gewissen Punkt nur noch die Möglichkeit, die Auseinandersetzung zu eskalieren, um sie zum Einlenken zu bewegen“, so Jan Otto weiter. Die Mittel dafür seien 24-Stunden-Streiks. Die IG Metall hatte diese in der Tarifrunde vor zwei Jahren erstmals angewendet. Zu einem 24-Stunden-Streik kann die IG Metall kurzfristig aufrufen. Anders als bei einem unbefristeten Streik ist eine Urabstimmung dafür nicht nötig.

Trotz Schnee und Kälte versammelten sich die Gewerkschaftler.
Trotz Schnee und Kälte versammelten sich die Gewerkschaftler. © IG Metall

„Die Arbeitgeber können sich sicher sein, dass wir gut vorbereitet sind“, sagt Jan Otto. Die Kollegen in den Betrieben seien "kampfbereit, das haben sie in den vergangenen Wochen mehr als deutlich gezeigt." Nachdem der französischen Alstom-Konzern kürzlich den Görlitzer Wagonbauer Bombardier übernommen hatte, wollen sie insbesondere verbindliche Regelungen zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung an den Standorten in Görlitz und Bautzen. „Wenn wir vom Kampf gegen den Klimawandel und der industriellen Transformation sprechen, sprechen wir zwangsläufig auch vom Schienenverkehr“ sagt Otto.

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Es gehe einerseits um die Wertschätzung der Arbeitenden, die ohne zu murren in der Pandemie weiter produziert hätten und die seit 2018 keine Entgelterhöhung bekommen haben. Aber es gehe andererseits um eine politische Frage, auf die es nur eine Antwort geben könne: Der Klimawandel könne nur gelingen, wenn man den Schienenverkehr und -fahrzeugbau entsprechend mit einbeziehe. Da passiere momentan einfach noch zu wenig. Die Gewerkschaft tritt deswegen für tarifvertraglich verankerte Investitionszusagen, Beschäftigungssicherung und belastbare Zukunftspläne an.

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