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Keine Plakate mehr auf dem Postplatz

Verschandelung oder nicht? Die Stadträte machten sich die Entscheidung um eine Ausdehnung des Werbeverbots nicht ganz einfach.

Diese beiden Bauplakate an einer Hausfassade brachten die Debatte um ein Werbeverbot auf dem Postplatz ins Rollen.
Diese beiden Bauplakate an einer Hausfassade brachten die Debatte um ein Werbeverbot auf dem Postplatz ins Rollen. © Nikolai Schmidt

In dem Punkt sind sich alle einig: Der Postplatz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der schönsten Plätze der Stadt gemausert. Das wurde in der Debatte um die Plakatierung auf diesem Platz am Donnerstag im Görlitzer Stadtrat mehrfach betont.

Aber verschandelt allzu viel und allzu große Werbung diesen Platz nun? Die Debatte darüber war ins Rollen gekommen, als jüngst überdimensionale Baubanner an einem Sanierungshaus angebracht wurden. Sie wurden zwar kurz darauf wieder entfernt, weil sich herausstellte, dass es gar nicht erlaubt ist. Doch sollte diese Frage gleich grundsätzlich geklärt werden, weshalb die CDU-Fraktion einen Antrag in den Stadtrat eingebracht hatte.

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Fraktionschef Dieter Gleisberg: „Wir wollen diesen schönen Platz nicht mit bunten Plakaten verscheußelt sehen.“ Dem schloss sich Jens Jäschke (AfD) an, ebenso Stefan Bley (Bürger für Görlitz), der sagte: „Der Platz ist so schön, er muss keine hässlichen Plakate haben.“ Bürgermeister Michael Wieler erklärte, dass sich die Stadtverwaltung schon lange mit einer Stadtwerbekonzeption befasse, dies aber sehr kompliziert sei. „Andere Städte geben für solche Konzepte sechsstellige Summen aus“, so Wieler. Da sei viel zu bedenken und auch auszuschreiben.

Gilt als städtische Perle: der Postplatz. Großflächige Werbung soll ihn künftig nicht mehr "zieren".
Gilt als städtische Perle: der Postplatz. Großflächige Werbung soll ihn künftig nicht mehr "zieren". © André Schulze

„Wir sehen, dass das Interesse von Werbeunternehmen an Görlitz generell sehr gering ist. Wenn, dann beziehen sich die Angebote nur auf die besten Stellen, die Rosinen werden da herausgepickt.“

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Gegen die Vorlage, das in der historischen Kernaltstadt geltende Werbeverbot auch auf den Postplatz auszudehnen, sprach sich Mike Altmann (Motor Görlitz) aus. Werbung habe schließlich das Ziel, Ware zu verkaufen oder in Zeiten demokratischer Abstimmungen auf sich aufmerksam zu machen – also Wahlwerbung zu betreiben. „Werbung und Plakate gehören zum echten Leben“, so Altmann. „Wie viel echtes Leben wollen wir also und wie viel museale Stadt soll es sein. Reicht dafür nicht die Kernaltstadt?“ Offenbar nicht, denn eine große Mehrheit der Räte stimmte dafür, die Werbeverbotszone auf den Postplatz auszudehnen. Acht Räte waren dagegen, einer enthielt sich.

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