merken
PLUS Großenhain

Die letzten Tage einer Institution

Familie Wegerich schließt zu Monatsende ihr beliebtes Schuhgeschäft auf der Meißner Straße. Oberbürgermeister und Fördergemeinschaft sagen Danke.

Eine Torte von "Großenhain aktiv" und deren Vorsitzender Angelika Pietzsch gab es zum Dank an Horst Wegerich und seine Mitstreiter. Auch OB Sven Mißbach (rechts) hatte ein Präsent als Dankeschön dabei.
Eine Torte von "Großenhain aktiv" und deren Vorsitzender Angelika Pietzsch gab es zum Dank an Horst Wegerich und seine Mitstreiter. Auch OB Sven Mißbach (rechts) hatte ein Präsent als Dankeschön dabei. © Norbert Millauer

Großenhain. Horst Wegerichs "Fazit" fällt kurz und knapp aus. "Ich war fürs Geld verantwortlich, meine Frau für die Ware", sagt er und schmunzelt. Wohl wissend, dass zum Monatsende ein Lebensabschnitt, eine Ära zu Ende geht. Nach 28 Jahren schließen Ute und Horst Wegerich ihr beliebtes Schuhgeschäft auf der Meißner Straße. Aus Alters- (beide sind 74) bzw. vor allem aus Corona-Gründen. Die durch die Pandemiezeit verordnete Schließung hinterließ Wunden und natürlich Absatzlücken. Das Kaufverhalten der Menschen änderte sich zwangsläufig zugunsten des Internets.

Am Freitag bekam Horst Wegerich prominenten Besuch. Oberbürgermeister Sven Mißbach mit einem Präsentkorb sowie die Fördergemeinschaft "Großenhain aktiv" mit einer Torte sagten den Geschäftsleuten zum Abschied Danke für das langjährige Wirken in der Stadt.

Küchenzentrum Dresden
Küchen-Profis aus Leidenschaft
Küchen-Profis aus Leidenschaft

Das Team des Küchenzentrums Dresden vereint Kompetenz, Erfahrung und Dienstleistung – und punktet mit besonderen Highlights.

"Es war eine schöne Zeit", blickt Horst Wegerich zurück. 1993, als er und seine Frau den Verkauf von Schuhen begannen, "war noch richtig Gründerzeit". Mit Höhen und Tiefen, aber immer dem Gefühl, eine "Institution" in der Stadt zu sein. Dass dies jetzt zu Ende geht, schmerzt natürlich. Viele Kunden reagierten auf die Ankündigung der Geschäftsaufgabe im August regelrecht erschüttert. Doch der Schritt ist unumkehrbar. "Bis Ende Oktober muss der Laden leer sein", so Horst Wegerich. Der Räumungsverkauf laufe recht gut, doch nicht alle Schuhe werden verkauft werden können. Wegerichs haben daher Kontakte geknüpft. So werden alle Kinderschuhpaare, die übrig sind, zum halben Preis an ein Kinderheim in Coswig gehen. Weitere potenzielle Abnehmer aus dem Sozialbereich gibt es ebenfalls schon.

Und danach sieht Horst Wegerich seinem "Unruhestand" entgegen. "Ich habe viele Aufträge von meiner Frau", fügt er lächelnd hinzu. Langeweile jedenfalls werde nicht aufkommen. Große Reisen oder Ähnliches stehen jedoch nicht auf dem Zukunftsplan. Auf dem eigenen Grundstück in Kalkreuth "ist genug Arbeit". Und außerdem könne er die beiden Katzen nicht einfach allein lassen, sagt Horst Wegerich. Die sind offenbar mehr als nur Haustier. "Wenn man die Katzen streichelt, dann kommt man runter", sagt Horst Wegerich.

Mehr zum Thema Großenhain