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Großenhain ist in Dynamo-Hand

Umstrittene Kunst: Vorrangig an Anlagen der Deutschen Bahn tauchen immer wieder neue Schriftzüge des Dresdner Fußballvereins auf.

Seit ein paar Wochen ist der Schriftzug an der Bahnüberführung in Richtung Großraschütz nicht zu übersehen.
Seit ein paar Wochen ist der Schriftzug an der Bahnüberführung in Richtung Großraschütz nicht zu übersehen. © Kristin Richter

Großenhain. Dynamo Dresden in der Krise: Nach mehreren indiskutablen Spielen soll nun ein Trainerwechsel den in Gefahr geratenen Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga retten. Die Fangemeinde ist gespannt, fiebert mit - und lässt kaum eine Möglichkeit aus, für den Traditionsverein zu werben.

Jüngstes Resultat ist ein riesiges Graffiti-Werk an der Bahnbrücke in Großenhain in Richtung Kaufland. Quasi über Nacht entstanden, soll es verdeutlichen: Die Röderstadt ist in Dynamo-Hand. Die Reaktionen in den sozialen Medien könnten unterschiedlicher kaum sein. "Dem Fan gefällt so was, mir halt nicht", heißt es da. Oder: "Es gibt weitaus schlechtere Graffitis in der Stadt. Hier hat sich jemand Mühe gegeben." "An jeder verdammten Ecke sieht man so einen Dreck, langsam ist auch mal genug damit", macht sich ein anderer Facebook-Nutzer Luft. "Is zwar nicht mein Verein, aber es wurde sehr gut gemacht", gibt es Anerkennung an anderer Stelle.

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Es sind vor allem Anlagen bzw. Bauwerke der Deutschen Bahn, die von den Graffiti-Sprühern gern für Fanbekundungen der Schwarz-Gelben genutzt werden. Und das nicht nur in Großenhain. "Durch Schmierereien an Gebäuden, Brücken, Stützwänden, Lärmschutzwänden, Unterführungen, Schaltkästen, Fahrzeugen und anderen Infrastrukturanlagen entstehen der Deutschen Bahn AG jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe", so Bahnsprecher Jörg Bönisch. Und er macht klar, dass gegen diese "Kunstwerke" in jedem Fall Strafanzeige gestellt werde.

Bei der Polizei seien indes bis auf einen Fall in Großdobitz in der jüngeren Vergangenheit keine Anzeigen erstattet worden, so Polizeisprecher Marko Laske. "Einen Sachverhalt hat die Polizei von Amts wegen aufgenommen. Dabei handelt es sich um einen Dynamo-Schriftzug in Großenhain Ende März", fügt er hinzu. Ob damit der Fall der Brücke an der Zschieschener Bahnunterführung gemeint ist, lässt er offen. So oder so: "Die Polizei ermittelt in derartigen Fällen wegen Sachbeschädigung", so Laske.

Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und Deutsche Bahn haben für die Beseitigung von solchen "Malereien" gerade erst ihr gemeinsames Anti-Graffiti-Programm verlängert. Die Unternehmen stellen klar: Die Entfernung aller Graffitischmierereien – insbesondere an Brücken und Lärmschutzwänden – ist nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel möglich. Für Bahnhöfe und Haltepunkte im Verbundgebiet des VVO bedeutet das seit 2012 bestehende Programm: Zwei mobile Einsatztrupps von DB Station&Service sind regelmäßig im Gebiet des VVO unterwegs. Zusätzlich zur regulären Reinigung und Wartung kontrollieren sie einmal in der Woche die Bahnhöfe auf Sauberkeit und Vandalismusschäden. Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des VVO: „Die Bahn und der VVO wollen den Fahrgästen dauerhaft saubere Stationen anbieten und investieren allein 2021 rund 210.000 Euro in die Beseitigung von Schäden und Verunreinigungen.“

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Mit der Verlängerung des Programmes sei die Zahl der Stationen im Programm um 13 auf insgesamt 65 Bahnhöfe und Haltepunkte im gesamten Verbund angestiegen. Aber: Der Bahnhof Großenhain sei "nicht so stark von Graffiti betroffen, wie vergleichsweise andere Bahnhöfe. Daher ist er derzeit noch nicht in der Bahnhofsliste für das Programm. Eine Aufnahme ist für die Zeit nach den Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen an den Bahnsteigen geplant", so Bahnsprecher Jörg Bönisch.

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