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Am Elligastbach kehrt die Natur zurück

Nahe Stroga beginnen im August Arbeiten zur Revitalisierung. Ein entsprechender Auftrag wurde jetzt im Technischen Ausschuss vergeben.

Am Elligastbach bei Stroga beginnt im August die Renaturnierung.
Am Elligastbach bei Stroga beginnt im August die Renaturnierung. © Anne Hübschmann

Stroga. Die Natur ist der Stadt Großenhain auch in Zeiten einer Corona-Krise nicht schnuppe. Gerade an den Flüssen ist die Erhaltung und Pflege jedoch eine Mammutaufgabe. Immerhin muss Großenhain rund 140 Kilometer fließendes Gewässer bewirtschaften.

Der Elligastbach, Nebenfluss der Röder, ist ein nicht unwesentlicher Bestandteil davon. Das Gewässer mündet bei Zabeltitz in die Röder. Sein ökologischer Zustand wird als unbefriedigend eingestuft. Und deshalb geht es jetzt im Bereich Stroga an eine umfangreiche schrittweise Revitalisierung. "Es geht dabei um die Herstellung des früheren Zustandes", macht Bürgermeister Tilo Hönicke das Anliegen deutlich. Im Technischen Ausschuss des Stadtrates wurde daher jetzt der Auftrag an die Firma OCS-Kubisch GmbH in Lauta vergeben. Sie hatte unter insgesamt fünf Bewerbern das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Die Arbeiten sollen am 2. August beginnen und Ende November abgeschlossen werden.

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Zuletzt war der Elligastbach in den 1930er- und 1980er-Jahren im Zuge der Melioration begradigt und ausgebaut worden. Eine funktionierende Drainage gibt es hier offenbar dennoch nicht. Der Bach ist überwiegend flach und überschwemmt bei Hochwasser schnell angrenzende Wiesen. Dem soll nun entgegengewirkt werden: durch den Einbau von Strömungslenkern und Uferanrissen, um "eigendynamische Prozesse zur Verbesserung der Gewässerstruktur“ zu schaffen. Die Strukturelemente werden so im Bach angeordnet, dass sie die vorhandenen Ansätze von Schwingungen und Uferabbrüchen berücksichtigen. Gewässertypische Organismen sollen sich wieder ansiedeln. Außerdem sollen vorrangig an der Südseite Bäume gepflanzt werden, die Schatten geben können.

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Die Elligast wird als naturschutzfachlich wertvolles Terrain eingestuft. Es ist im Unterlauf FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat). Im Landesentwicklungsplan hätte der Bach sogar überregionale Bedeutung im Biotopverbund, heißt es. Auch das Vogelschutzgebiet „Unteres Rödertal“ grenzt an das jetzige Planungsfeld.

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