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Großenhain: Ministerpräsident ist Stema-Fan

Michael Kretschmer übergab den 1,5 millionsten Anhänger an die Jugendfeuerwehr Ponickau und gratulierte dem 70-jährigen Anhängerspezialisten.

Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum der Stema verließ der 1,5 millionste Anhänger die Produktion. Ministerpräsident Michael Kretschmer (3.v.re.) übergab ihn an die Jugendfeuerwehr Ponickau.
Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum der Stema verließ der 1,5 millionste Anhänger die Produktion. Ministerpräsident Michael Kretschmer (3.v.re.) übergab ihn an die Jugendfeuerwehr Ponickau. © Kristin Richter

Großenhain. Drei Männer und ein Kultobjekt. Während Großenhains Stadtbaudirektor Tilo Hönicke seine Anmeldung für das gute Stück von anno 1984 seit Jahrzehnten im wertvollen Sammelsurium an Unterlagen aufbewahrt, besitzt Sven Mißbach nach eigenem Bekunden bereits den zweiten. Der erste, so der Oberbürgermeister launig, sei ihm nämlich von offenbar begeisterten Langfingern klammheimlich entwendet worden, was andererseits natürlich dafür spreche, wie toll das Röderstädter Diebesgut doch gewesen ist.

Ein Anhänger der traditionsreichen Stema Metallleichtbau GmbH, den er wiederum noch gar nicht in seiner Garage stehen hat. Denn Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer machte bei seinem Besuch am Donnerstagvormittag zwar keinen Hehl daraus, ein ausgesprochen großer Fan des inzwischen 70-jährigen Unternehmens zu sein. Er verschwieg aber auch nicht, momentan noch auf Großvaters Anhänger zu setzen. "Ich bedauere es ja ein bisschen, dass die Fahrzeuge, mit denen wir heute hierher gekommen sind, keine Anhängerkupplung haben! Gelegenheit macht ja bekanntlich Diebe, aber sobald ein Ersatz für das bisher genutzte Teil notwendig sein wird, werde auch ich Stema-Kunde", versprach Michael Kretschmer.

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Im Fall der Fälle ganz gewiss die richtige Entscheidung! Mit heute mehr als 350 individuellen Trailer-Modellen gehört das Großenhainer Unternehmen in seinem Jubiläumsjahr schließlich zu den deutschlandweit führenden Herstellern universeller Pkw-Anhänger und innovativer Transportlösungen für den professionellen Einsatz sowie das private Heimwerkersegment.

Immerhin: Seit 1951 zählt der als VEB Stema Ofenbau gegründete Betrieb schon zu den wichtigsten Arbeitgebern in Großenhain. Bereits von 1969 an konzentrierte sich die Herstellung des Metallleichtbau-Spezialisten dabei auf die Herstellung von Pkw-Anhängern. Damals noch staatlich verordnet, lag die Jahresproduktion 1985 bei nicht unbeachtlichen 17.300 Stück. Legendär und nicht nur in der ehemaligen DDR gefragt, sei der HP 400 gewesen, so Geschäftsführer Michael Jursch. Zwischen 1970 und 1989 in der Röderstadt hergestellt, ein Kultobjekt seiner Zeit.

Der berühmte Kultanhänger aus DDR-Zeiten wurde 2016 neu konstruiert und wird nun wieder produziert. Die Nachfrage sei unverändert groß, so Marketingchef Tobias Grafe.
Der berühmte Kultanhänger aus DDR-Zeiten wurde 2016 neu konstruiert und wird nun wieder produziert. Die Nachfrage sei unverändert groß, so Marketingchef Tobias Grafe. © Brühl

Nach der Wende den wirtschaftlichen Sprung in die Privatisierung erfolgreich geschafft, darf sich die Stema mittlerweile zu den größten namhaften Herstellern bundesweit zählen und produziert mit momentan 164 Mitarbeitern und 16 Auszubildenden jährlich circa 45.000 Pkw-Anhänger. Zum Sortiment in geprüfter Qualität gehören Motorrad-, Baumaschinen-, Fahrzeugtransporter und Kipper.

Vorzüge Großenhainer Wertarbeit, in deren Genuss künftig die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr in Ponickau kommen werden. Die 16 Kinder im Alter von acht bis 16 Jahren um Jugendwart Roland Weitzmann hatten im Sommer an der Verlosung des 1,5 Millionsten Anhängers teilgenommen. Vereine und gemeinnützige Organisatoren aus ganz Deutschland hatten sich ab dem 1. August zunächst über ein Online-Formular für die Teilnahme bewerben können. Im anschließenden Online-Voting durften dann die Besucher der Website durch ihre Stimmabgabe mit entscheiden, welcher Mitstreiter bald Besitzer eines fabrikneuen Plywood Kofferanhängers werden soll.

Seit Donnerstag ist nun klar: Die Ponickauer dürfen sich über den Anhänger mit geschlossenem Kasten und umfangreicher Serienausstattung freuen. "Und wie sehr wir uns darüber freuen! Denn durch die Aktion, für die unsere Kinder von Haus zu Haus gelaufen sind, um Stimmen für sich einzuwerben, konnten sie sehen, was Kameradschaftlichkeit, Solidarität, Herzblut und Engagement für eine Sache bewirken können", bekannte Roland Weitzmann gerührt.

Der 1,5 millionste Anhänger geht an die Feuerwehr Ponickau um Jugendwart Roland Weitzmann (li.). Die Feuerwehrkinder sammelten im Sommer fleißig für das Gewinnspiel der Stema Stimmen und konnten sich gegen viele Bewerber bundesweit durchsetzen. Sachsens L
Der 1,5 millionste Anhänger geht an die Feuerwehr Ponickau um Jugendwart Roland Weitzmann (li.). Die Feuerwehrkinder sammelten im Sommer fleißig für das Gewinnspiel der Stema Stimmen und konnten sich gegen viele Bewerber bundesweit durchsetzen. Sachsens L © Kristin Richter

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Engagement und Mut, den Ministerpräsident Michael Kretschmer auch den diesjährigen Jubilaren bescheinigte. Er sei nicht zuletzt deshalb gern an diesem Oktobertag nach Großenhain gekommen, weil er schon immer mit großer Anteilnahme den unternehmerischen Fortgang der Stema verfolgt habe. Eine Traditionsmarke, die es mit großem Einsatz der Belegschaft geschafft hätte, nicht nur überhaupt auf dem Markt zu bleiben, sondern sich überdies in neuer Formation, mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten ganz oben erfolgreich zu etablieren. "Deshalb haben Sie allen Grund dazu, ein Lächeln auf den Lippen zu tragen, mit gesundem Selbstbewusstsein und Optimismus nach vorn zu schauen", sagte der sächsische Landeschef. Einer, der irgendwann auch bald zu dem Kreis der Anhängerbesitzer gehören könnte - zumindest dann, wenn Opas zuverlässiges Gefährt den Geist aufgibt.

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