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Osterbotschaft fliegt gen Himmel

Jan Meißner von der Großenhainer Flugschule "Born-2-Fly" wird am Sonntag sachsenweit unterwegs sein. Mit einem Ultraleichtflugzeug und - viel Hoffnung.

Wieder voll einsatzbereit: Jan Meißner, Inhaber der Großenhainer Flugschule Born-2-Fly, mit dem roten Doppeldecker. Die berühmte Maschine hat einen neuen Motor bekommen.
Wieder voll einsatzbereit: Jan Meißner, Inhaber der Großenhainer Flugschule Born-2-Fly, mit dem roten Doppeldecker. Die berühmte Maschine hat einen neuen Motor bekommen. © Foto: Kristin Richter

Großenhain/Dresden. Seit ein paar Tagen ist er wieder komplett. Denn am Ende der vergangenen Woche konnte Jan Meißner endlich wieder aus der Werkstatt in Kamenz abholen, was ihn und seine Flugschule "Born-2-Fly" deutschlandweit bekannt gemacht hat: den roten Doppeldecker. Großenhains Kultflieger ist zurückgekehrt aus seiner alljährlichen winterlichen Generalüberholung und strahlt gewissermaßen bis in die letzte Ritze seines roten Lackes. "Wir nutzen die Pause bis zum Frühling immer dazu, die Flugzeuge zu warten und umfänglich zu reinigen", erklärt der Inhaber der renommierten Flugschule.

Wie der 51-Jährige betont, hätte es sein prominentester Schützling dieses Mal besonders notwendig gehabt. Immerhin: Allein 2.600 Kilometer habe der Doppeldecker allein vor vier Jahren im Laufe der Dreharbeiten für den Kinofilm "Grüner wird's nicht" zurücklegen müssen. Gut 70 Stunden war das Flugzeug - eines von in Deutschland mehr als 80 flugfähigen Modellen seiner Art - seinerzeit unterwegs. Und auch die traditionellen Ausflüge der Schule bringen den bekannten Röderstädter nach Italien oder auf die Hochseeinsel Helgoland. Schon deshalb wäre nun die ganz große Runderneuerung notwendig gewesen, was praktisch bedeutete, die Operation am offenen Herzen: Der seit 20 Jahren in treuen Diensten stehende Vierzylinder-Boxermotor sei zugunsten eines neuen aus dem Hause Rotax ausgetauscht worden. Mit einer hohen Leistungsfähigkeit von 80 PS, geringem Spritverbrauch und reduzierten Schadstoff-Emissionen sei er nun wieder in der Lage, richtig durchzustarten.

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Das Herzstück des legendären roten Doppeldeckers: Über den Winter bekam die Maschine einen neuen Motor eingebaut.
Das Herzstück des legendären roten Doppeldeckers: Über den Winter bekam die Maschine einen neuen Motor eingebaut. © Foto: privat

Rechtzeitig genug, damit nun endlich die Flugsaison richtig eröffnet werden kann. Wie viel "richtig" in Coronatagen wie diesen wirklich sein kann, möchte Jan Meißner dabei nicht verbindlich sagen. Und - tut gut daran. "Wie wir erst kürzlich wieder erleben durften, ändern sich die Dinge von Stunde zu Stunde und auch Vorschriften manchmal ganz schnell. Momentan ist es Flugschulen jedenfalls erlaubt, ihren Unterricht abhalten zu können und darüber sind wir sehr froh", bekennt Jan Meißner. Umfangreiche Hygienemaßnahmen, die Möglichkeit, sich in der Schule selbst auf das Virus zu testen, und nicht zuletzt das Fliegen gerade im Doppeldecker inmitten von frischer Luft, schafften ausgezeichnete Rahmenbedingungen.

Beste Voraussetzungen bringt auch eines jener Ultraleichtflugzeuge mit, welches gemeinsam mit Jan Meißner am Ostersonntag in besonderer Mission unterwegs sein wird. Im Auftrag der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche fliegt der erfahrene Pilot nämlich genau an diesem besonderen Feiertag mit einem Banner über Sachsen hinweg. Die darauf stehende Botschaft "Hoffnung sehen- Christus", sei angesichts der angespannten Situation inmitten der Pandemie ganz bewusst gewählt worden. "Es ist eine wunderbare Idee, die im Kirchenbezirk des Vogtlandes entstanden ist", sagt Kirchenrätin Tabea Köbsch.

Pilot Jan Meißner, Inhaber der Großenhainer Flugschule "Born-2-Fly", in seinem Element. Im Film "Grüner wird's nicht" doubelte er Schauspieler Elmar Wepper.
Pilot Jan Meißner, Inhaber der Großenhainer Flugschule "Born-2-Fly", in seinem Element. Im Film "Grüner wird's nicht" doubelte er Schauspieler Elmar Wepper. © Foto: privat

Wie die Sprecherin der Landeskirche Sachsen mit Sitz in Dresden betont, habe man den Gedanken, welcher im dortigen gemeindepädagogischen Bereich der ökumenisch-katholischen Kirche entstanden sei, sofort gern aufgegriffen. Immerhin werde man bereits zum zweiten Mal in Folge ein Osterfest erleben, welches so ganz anders verlaufen werde, als man es kenne und schätze. Die Corona-Pandemie dämpfe alle Vorbereitungen für ein frohmachendes Fest in Gemeinschaft. Nichtsdestotrotz wolle man die Menschen dennoch erreichen und gehe deshalb auch einmal ganz ungewohnte Wege.

Ein Weg, der in diesem Fall in luftige Höhen führt. Im vogtländischen Auerbach werde Jan Meißner mit seinem Osterflieger starten und die hoffnungsvolle Botschaft über den sächsischen Himmel hinwegtragen. Seine Route führt ihn dabei über Markneukirchen, Treuen, Reichenbach, Zwickau, Hohenstein-Ernstthal, Chemnitz, Leipzig, Wurzen, Riesa, um schließlich in Großenhain wieder zu landen. Auf jenem traditionsreichen Flugplatz, wo auch er seit kurzem wieder wartet. Der rote Doppeldecker, der mehr als einmal zeigte, was alles möglich sein kann - wenn es nur Hoffnung gibt.

Über den Wolken: Der Doppeldecker mit neuem Motor ist pünktlich zur beginnenden Flugsaison wieder einsatzbereit.
Über den Wolken: Der Doppeldecker mit neuem Motor ist pünktlich zur beginnenden Flugsaison wieder einsatzbereit. © Foto: privat

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