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In Schraden brennt eine Fackel

Ontras erneuert Armaturengruppen an der Ferngasleitung zwischen Priestewitz und Lauchhammer. Dafür muss der Druck abgesenkt werden.

Die Ontras Gastransport GmbH mit Sitz in Leipzig baut in der Region Ferngasleitungen, wie hier bei Riesa. Nahe der Landesgrenze zu Brandenburg beginnen jetzt aber auch Erneuerungsarbeiten an einer schon fertigen Leitung.
Die Ontras Gastransport GmbH mit Sitz in Leipzig baut in der Region Ferngasleitungen, wie hier bei Riesa. Nahe der Landesgrenze zu Brandenburg beginnen jetzt aber auch Erneuerungsarbeiten an einer schon fertigen Leitung. © Sebastian Schultz

Landkreis. Der Fernleitungsnetzbetreiber Ontras Gastransport GmbH (Ontras) wird bis Mitte September 2021 an der Ferngasleitung zwischen Priestewitz und Lauchhammer zwei Armaturengruppen erneuern und eine weitere, nicht mehr benötigte abbauen. Mit der Erneuerung erfülle Ontras die Verpflichtung des Energiewirtschaftsgesetzes für Betreiber von Fernleitungsnetzen, „dauerhaft die Fähigkeit ihrer Netze sicherzustellen, die Nachfrage nach Transportdienstleistungen für Gas zu befriedigen und insbesondere durch entsprechende Transportkapazität und Zuverlässigkeit der Netze zur Versorgungssicherheit beizutragen“, so Ralf Borschinsky, Pressesprecher des Unternehmens. Die neuen Armaturengruppen seien zukunftsfest und auch für den künftigen Transport von Wasserstoff ausgelegt.

Die Ferngasleitung verläuft von der Grenze zur Tschechischen Republik über Sayda, Neukirchen und Folbern bis zum Netzknoten Lauchhammer und ist eine wichtige Verbindung sowohl für die Gasversorgung der angrenzenden Regionen als auch für den Transport von Gas in bzw. aus Richtung Tschechien. Sie hat einen Durchmesser von 90 Zentimetern und ist für einen maximalen Betriebsdruck von 55 bar ausgelegt.

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Bevor die Arbeit an dem entsprechenden Leitungsabschnitt beginnen kann, wird nun der Druck über das nachgelagerte Netz so weit wie möglich abgesenkt. Dann kann der betreffende Leitungsabschnitt vom restlichen Leitungssystem abgetrennt werden. Ein mobiler Umpumpverdichter pumpt dann mehr als 200.000 Kubikmeter des verbleibenden Restgases in ein anderes Ontras-Leitungssystem, bis ein technisch bedingter Minimaldruck erreicht ist. "Das danach noch vorhandene Gas wird dann nicht - wie es zulässig wäre und früher weit verbreitet war - kontrolliert in die Atmosphäre ausgeblasen, sondern stattdessen über eine Fackel kontrolliert abgebrannt", so Ralf Borschinsky.

Dafür werde am 9. Juni eine rund 20 Meter hohe, mobile Fackelanlage an der Ontras-Station in Schraden an der Landesgrenze zu Brandenburg aufgestellt. Am 10. und 11. Juni wird die Fackel tagsüber zwischen 7 und 18 Uhr unter ständiger, fachkundiger Aufsicht betrieben. "Insgesamt werden etwa 45.000 Kubikmeter Gas verbrannt", erklärt der Unternehmenssprecher. Anschließend werden die gasfrei zu machenden Leitungs- und Anlagenteile noch mit Luft gespült, um die letzten Reste der ursprünglichen Füllung zu entfernen. Erst danach können die geplanten Arbeiten beginnen. "Während des Verbrennungsprozesses kann es zu Lärmbelästigungen kommen. Wir haben die Ordnungsbehörde, die Rettungsleitstellen und die Gemeinden darüber informiert und unser Vorgehen abgestimmt", so Ralf Borschinsky. (SZ)

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