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Der tollste Kindergarten überhaupt

Mehr als nur Aufbewahrung: Mit dem Vier-Millionen-Euro-Projekt auf der Chladeniusstraße wollen die Großenhainer kreisweit Maßstäbe setzen.

Großenhains Stadtbaudirektor Tilo Hönicke gerät beim Erzählen über den Kindergartenneubau ins Schwärmen. Das Haus soll kreisweit neue Maßstäbe setzen.
Großenhains Stadtbaudirektor Tilo Hönicke gerät beim Erzählen über den Kindergartenneubau ins Schwärmen. Das Haus soll kreisweit neue Maßstäbe setzen. © Archivfoto: Anne Hübschmann

Großenhain. Corona hat ganz kräftig dazwischengefunkt. Denn wenn die Pandemie nicht gewesen wäre, hätte das neueste Projekt der Röderstädter sicherlich eine ganz andere Aufmerksamkeit erfahren. Dürften die Erzieher des Kindergartens Chladeniusstraße mit Muse in Zukunftsvisionen schwelgen, anstatt Hygienekonzepte zu beachten und unter Ausnahmebedingungen zu arbeiten. Könnte Großenhains Stadtbaudirektor Tilo Hönicke das besondere Vorhaben möglicherweise in verschiedenen Gremien des Landkreises als Referenzobjekt darbieten, wozu momentan zuweilen gar keine Möglichkeit besteht. 

Allerdings: Nachdem die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung nun endgültig einem Neubau mit 111 Plätzen zugestimmt haben, darf inzwischen schon einmal genauer in die Planungsunterlagen geschaut werden. Eine integrative Einrichtung, in der 30 Krippenkinder in zwei Gruppen und 81 Mädchen und Jungen im Kindergarten betreut werden sollen, aufgeteilt in vier Gruppen. Ein Haus, in welchem es Schlaf- und Sanitärräume, Garderoben, einen Mehrzweck-, Therapie-, Werk- und Projektraum geben soll sowie ein Zimmer für die Vorschule und eine Kinderküche.

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Planerische Vorgaben, neben Räumlichkeiten für Personal, Lager, Technik und nicht zuletzt die Essensausgabe, die indes nicht das Besondere der neuen Kita ausmachen werden. Abgesehen vom ebenerdigen Bau, welcher das bisherige dreigeschossige Haus ersetzen soll, würde das pädagogische Konzept der Spiegel einer völlig anderen Zeit sein. "Wir bekommen in Großenhain eine Kindertagesstätte, wie sie bisher im Landkreis Meißen nicht zu finden ist! Aufgrund des ausgereiften pädagogischen, offenen Konzeptes, entstanden architektonische Lösungen, die wir selbst in keiner unserer Einrichtungen vorweisen können und die deshalb einen Maßstab auch für unsere künftige Planungen darstellen werden", gibt Tilo Hönicke zu bedenken.

Das Dresdner Büro TSSB Architekten-Ingenieure und die Blaurock Landschaftsarchitekten hätten einen Grundriss erstellt, in welchem genau dieses Konzept der offenen Arbeit optimal umgesetzt und vor allem gelebt werden könne. Der Kindergarten im Jahr 2020 sei schließlich längst mehr als eine sogenannte Aufbewahrungsstätte. 

Wohlfühlen steht im Vordergrund

Das Wohlfühlen stehe im Vordergrund, aber auch gut ausgeklügelte Varianten, damit sich die Mädchen und Jungen in den zum ruhigen Innenhof ausgerichteten Zimmern betätigen, spielen oder ausruhen können. "Um die Orientierung in der Kindertageseinrichtung zu erleichtern, erhält der Grundriss eine klare Einteilung. Das heißt, das Zentrum des Hauses bilden ein großzügiger Eingangsbereich samt Garderoben, diverse Funktionsräume und dem Abstellraum für Kinderwagen", erklärt Tilo Hönicke. 

Vom Zentrum würden sowohl der Krippenbereich im nordöstlichen Gebäudeflügel, welcher noch einmal in ein "Nestchen" für die ein- bis zweijährigen Kinder und eine Zone für die zwei- bis dreijährigen Mädchen und Jungen unterteilt werde, sowie der westlich gelegene Kindergartenbereich gut erreichbar sein. Ein großzügiger, lichtdurchfluteter Spielflur bilde den Mittelpunkt jeder Einheit. Durch gerundete Wandscheiben- und ecken liefen die Flure gewissermaßen ineinander über und erhielten einen spielerischen Charakter. Innenfenster fungierten mit breiten Bänken zugleich als Sitzmöglichkeiten und dank der überdachten Terrassen mit Türen könnten die Gruppenräume in der warmen Jahreszeit zum Garten hin geöffnet werden. 

Das Wohlfühlen soll im neuen, ebenerdigen Kindergarten auf der Chladeniusstraße im Vordergrund stehen. Ein Haus, was lichtdurchflutet sein soll.
Das Wohlfühlen soll im neuen, ebenerdigen Kindergarten auf der Chladeniusstraße im Vordergrund stehen. Ein Haus, was lichtdurchflutet sein soll. © Zeichnung: Stadtverwaltung Großenhain

Es ist ein Projekt, bei dem Tilo Hönicke glänzende Augen bekommt. Nicht etwa, weil Großenhains Stadtbaudirektor in seiner Eigenschaft als Großvater inzwischen selbst nur allzu gut nachempfinden kann, was kleine Leute so am besten brauchen. Nein, er ist nach eigenem Bekunden davon fasziniert, was inzwischen alles geht. All die praktischen Erfordernisse verknüpft mit spielerisch-pädagogischen Elementen. Da werde eben die Spielkiste zur Garage fürs Auto, habe der Sandkasten von vornherein einen Sonnenschutz und selbst der Rodelberg sei bereits inmitten der Bauarbeiten angelegt. 

Arbeiten, die nach jetzigem Stand der Dinge im März kommenden Jahres beginnen sollen. Innerhalb von 19 Monaten solle dann das moderne Haus inklusive der aufwendig gestalteten Freianlagen fertig errichtet beziehungsweise gestaltet werden. Ein insgesamt Vier-Millionen-Euro-Vorhaben, das von Großenhains Stadträten in den vergangenen Monaten nicht einfach kommentarlos durchgewunken worden war.

Letztlich aber mehrheitlich in der Septembersitzung beschlossen, ist Tilo Hönicke nun auch erleichtert. Denn zwar verstehe er einerseits das harte Ringen um eine Ausgabe in solch einer hohen finanziellen Dimension. Auf der anderen Seite verkörpere der Kindergarten Chladeniusstraße an sich künftig eine Einrichtung der ganz neuen Dimension. Und die sei jede Diskussion wert gewesen, im Sinne der kleinen Großenhainer.  

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