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Gestorben für ein sinnloses Ziel

In Ebersbach wird am Volkstrauertag das neue Mahnmal für den Zweiten Weltkrieg eingeweiht. Siegmar Schuppe hat sich damit ein Credo erfüllt.

Einweihung des Soldaten-Denkmals für den Zweiten Weltkrieg am Volkstrauertag unweit der Kirche in Niederebersbach.
Einweihung des Soldaten-Denkmals für den Zweiten Weltkrieg am Volkstrauertag unweit der Kirche in Niederebersbach. © Norbert Millauer

Ebersbach. Mit Konfirmanden hatte Pfarrer Erik Maurer die beiden Gedenkstätten für die Kriegstoten im Ort besucht. Bei einigen Namen blitzte es bei den jungen Leuten in den Augen, erzählt der Pfarrer. Sie kennen hier verewigte Soldaten. "Genau darum geht es - für die Nachwelt die Namen der Gefallenen und Verschollenen in Erinnerung zu bewahren", so Erik Maurer am Volkstrauertag in der Niederebersbacher Kirche. Hier ist in diesem Jahr ein neues Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges entstanden. Schon seit Sommer ist es fertig, doch erst jetzt kann es geweiht werden. 27 Namen sind darauf zu lesen. Dem Heimat- und Mühlenverein und vor allem der Hartnäckigkeit von Siegmar Schuppe ist es zu verdanken, dass dieses Mahnmal nach sechs Jahren Vorarbeit endlich zustande gekommen ist.

Schuppe erzählt, warum er sich so eifrig in das Projekt hineingehangen hat: "Ich will der Gesellschaft etwas Bleibendes hinterlassen", so sein Credo. Dieses hehre Ziel setzte Michael Wirthgen in eine Idee um: eine sichtbare Erinnerung an jene Kriegstoten, denen in Ebersbach bisher noch nicht gedacht wird. Auch in Oberebersbach sind die Initiatoren dran, ein ähnliches Mahnmal wie in Niederebersbach zu schaffen.

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Die beiden Stelen wurden von der Steinmetzfirma Wittke in Radeburg geschaffen, der Komplettbau Ebersbach hatte sich um den Tiefbau gekümmert. Denn der Baugrund für das bisherige Denkmal zum Ersten Weltkrieg musste erneuert werden, was die Arbeiten zusätzlich in die Länge zog. Die Firma TIS von André Schuppe besorgte den Transport und die Lagerung der Steine, Torsten Beier vom Bauhof kümmerte sich um eine ansprechende Gestaltung der kleinen Gedenkstätte auf der Verkehrsinsel nahe der Kirche.

Pfarrer Erik Maurer (M.) weiht das neue Mahnmal, Bürgermeister Falk Hentschel (l.) und Steffen Nagler vom Heimat- und Mühlenverein legen Kränze nieder.
Pfarrer Erik Maurer (M.) weiht das neue Mahnmal, Bürgermeister Falk Hentschel (l.) und Steffen Nagler vom Heimat- und Mühlenverein legen Kränze nieder. © Norbert Millauer

Das alles war möglich, weil Spender 4.500 Euro zur Verfügung stellten. Siegmar Schuppe leitete die Sammlung. Auch EU-Förderung konnte eingesetzt werden. Bürgermeister Falk Hentschel würdigte das bürgerschaftliche Engagement, und die Verantwortung im Kleinen. "Der Apell der Mahnung gegen den Krieg ist aktueller denn je", so der Gemeindechef. Friedenswille muss immer wieder deutlich gemacht werden. Umso erfreulicher ist es, dass die Ebersbacher die Hemmnisse, die es bis zum fertigen Denkmal gab, geduldig beseitigt haben. Vor allem Siegmar Schuppe ist mit Stolz erfüllt.

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Endlich soll auch an die Toten des Zweiten Weltkrieges erinnert werden. Ohne Siegmar Schuppe wäre die Sache noch nicht so weit.

Es sind sogar Dresdner zur Einweihung nach Ebersbach gekommen. Familie Rochna hat früher hier gelebt, der Vater der Geschwister, Paul Rochna, steht mit auf einem der beiden Stelen. Er ist beim Volkssturm gefallen, gestorben für ein sinnloses Ziel. Bruder Horst ist verschollen. "Das Mahnmal ist sehr schön geworden, wir haben auch dafür gespendet", sagen die Schwestern und lassen sich vor den Stelen fotografieren. Jetzt haben sie endlich eine Stelle, an der sie gedenken und sich erinnern können. Denn ein Grab für ihren Vater gibt es nicht.   

Die jungen Soldaten waren zum Teil noch gar nicht erwachsen, als sie starben. Sie lagen im Lazarett in der Schule. Die Gedenktafel für die sechs bekannten und vier unbekannten Soldaten wurde jetzt erneuert.
Die jungen Soldaten waren zum Teil noch gar nicht erwachsen, als sie starben. Sie lagen im Lazarett in der Schule. Die Gedenktafel für die sechs bekannten und vier unbekannten Soldaten wurde jetzt erneuert. © Norbert Millauer

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