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Kein Fischerfest an der Dammmühle

Die Teichwirtschaft Schönfeld veranstaltet dieses Jahr kein öffentliches Abfischen. Doch der individuelle Fischverkauf während Corona ist gestiegen.

Der frühere Leiter der Teichwirtschaft Zschorna, Fischmeister Toni Sachse, auf dem Großteich.
Der frühere Leiter der Teichwirtschaft Zschorna, Fischmeister Toni Sachse, auf dem Großteich. © Klaus-Dieter Brühl

Schönfeld/Zschorna. Der Regen der letzten Tage war ein Segen für die Fischwirte der Region. Sowohl in der Teichwirtschaft Zschorna als auch auf der Schönfelder Dammmühle wurde das Wasser heiß erwartet. "Uns sind in der Vergangenheit Teiche fast trockengefallen wegen der Hitze", sagt Tilo Groß, Chef der Teichwirtschaft Schönfeld. Den Röhrichtteich nennt er als Beispiel. Zudem ist der Pachtvertrag für den Neuteich in Kalkreuth ausgelaufen, den kann Tilo Groß seit diesem Jahr nicht mehr nutzen.

Viel Wasser allein bringt es aber auch nicht. Außerdem muss die Wassertemperatur hoch sein, damit die Fische gut wachsen, sagt der Fachmann. Ab 20 Grad sei das der Fall, so Groß. Derzeit sind die Teiche rund um die Dammmühle 18 bis 19 Grad warm. In den Gewässern tummeln sich allerdings weniger Satzfische als früher. Deren Bestand ist durch den Wassermangel rückläufig. Das könnte das Ergebnis der Fischzucht in Schönfeld in diesem Jahr schmälern. Noch kann Tilo Groß dazu aber keine Aussagen treffen. Da 2020 aber keine "Monsterproduktion" eingefahren werden konnte, rechnet der Kalkreuther mit mehr Fisch als im Vorjahr.

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Auch wenn die Hitzejahre die Erträge der Fischwirte kontinuierlich schmelzen, hat Tilo Groß durch Corona doch einen Anstieg erlebt: und zwar des Direktverkaufes im Fischladen an der Dammmühle. "Der individuelle Verkauf ist um 20 Prozent angestiegen", sagt Tilo Groß. Wegen anderer Beschränkungen hätten sich die Menschen mehr aufs Essen konzentriert. Darüber sei er natürlich glücklich gewesen, denn gleichzeitig ist ja der Absatz an die Gastrokunden durch die Schließung der Lokale weggebrochen. Für die Teichwirtschaft hat es einen Absatzknick gegeben, "aber nicht dramatisch", heißt es aus Schönfeld.

Das öffentliche Abfischen, das manche für den 3. Oktober erwartet hatten, wird aber nicht stattfinden. Die organisatorischen Hürden durch die Corona-Beschränkungen sind der Teichwirtschaft wohl zu hoch. Tilo Groß schürt dennoch die Vorfreude auf die Herbstfische wie den Hecht. Ab Mitte September, bei circa 15 Grad Außentemperatur, werde der aus dem Wasser geholt und kommt auf die Theke. Für seine regionalen Karpfen macht Groß sowieso immer Werbung. "Sie brauchen halt keine Zufütterung."

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Ein öffentliches Schaufischen wird es auch in Zschorna dieses Jahr nicht geben. Das ist aus der AVD Angel-Service GmbH zu erfahren. Doch der Fischladen, der freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet hat, brumme. "Die Kunden setzen wieder mehr auf regionale Produkte", so ein Sprecher. 22 Gewässer bewirtschaftet die Teichwirtschaft, die ähnliche Erfahrungen mit dem Wetter macht wie die Schönfelder. Dass die letzten Hitze-Jahre Sachsens Fischwirtschaft beeinträchtigte, schlägt sich auch in der allgemeinen Statistik nieder. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurde im Vorjahr in den 197 Betrieben der Aquakultur die geringste Menge Fisch seit Beginn der Erhebung 2012 produziert.

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