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Kläranlage hat zu viel Phosphor

Das 1996 in Betrieb gegangene Klärwerk macht schon lange Probleme. Es fehlt aber noch immer die Zusage zu Fördermitteln für eine Modernisierung.

Kläranlage Weißig am Raschütz liegt im Elligasttal. Die Einleitung in den Bach macht Probleme.
Kläranlage Weißig am Raschütz liegt im Elligasttal. Die Einleitung in den Bach macht Probleme. © Anne Hübschmann

Weißig a.R. Schon jahrelang ist es immer wieder Thema im Lampertswalder Gemeinderat - und noch immer ist nicht wirklich etwas passiert. Es geht um die Ertüchtigung der Kläranlage Weißig a. R., damit sie die erforderlichen Parameter beim Ablauf aus der Anlage einhält. Zu viel Phosphor und Stickstoff aus der Landwirtschaft werden in die Elligast abgegeben, zeigen Analysen. Lampertswalde wollte schon ab 2018 insgesamt 126.000 Euro für die Modernisierung einsetzen. Nun stand die Auftragsvergabe erneut auf der Tagesordnung der Ratssitzung.

Hauptamtsleiterin Kerstin Sulak von der Verwaltungsgemeinschaft erklärte, warum die Sache immer noch nicht vom Tisch ist. Die Gemeinde stehe mit dem Objekt zwar auf der Liste für einen Förderbedarf, doch die Landesdirektion Sachsen hat die Zusage für das Geld noch nicht erteilt. Im Gemeindehaushalt waren die Mittel längst eingestellt. Ein Dresdner Ingenieurbüro hatte für 8.000 Euro ein Sanierungskonzept erarbeitet. Die Kosten für die Modernisierung sind bereits in der Gebührenkalkulation eingearbeitet.

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Die Gemeinde handelt nun trotzdem und hat den Auftrag an die Gröditzer Firma EvU Umwelttechnik GmbH für fast 100.000 Euro vergeben. Einige weitere Firmen hatte Kerstin Sulak nach eigener Auskunft vorher angesprochen, aber alle seien mit Arbeit ausgelastet. So könnte man froh sein, dass die Umrüstung nun zustande kommt. Seit 1998 liegt keine wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung des geklärten Abwassers vor. Vier Mal hat die Gemeinde Anlauf genommen, so eine Erlaubnis zu bekommen. Doch der Phosphorwert, der nur zwei Milligramm pro Liter betragen darf, liegt aktuell bei elf Milligramm.

Aufgrund der zeitweise geringen Wasserführung des Elligastbaches und der Einordnung als berichtspflichtiges Oberflächengewässer werden vom Landratsamt Meißen verschärfte Überwachungswerte für die Kläranlage gefordert. "Diese Überwachungswerte sind mit der jetzigen Anlage nicht einzuhalten", heißt es in der Beschlussvorlage. Allerdings bezahlt die Gemeinde laut Sulak dafür nur wenig Ausgleich. Durch die bevorstehende Umrüstung ist nun aber langfristig eine Verbesserung und Stabilisierung der Ablaufwerte vorgesehen.

Die soll vor allem durch Ergänzung und Modernisierung der technischen Ausrüstung erfolgen. Eine automatisierte, chemische Phosphor-Fällung soll neu eingerichtet werden. Sie gibt es bisher nicht. Neu sind hoffentlich bald auch bisher nicht mögliche steuertechnische Vorgaben für Belüftung und Rühren. Dazu werden die Belüftungskapazität modernisiert sowie ein Rührwerk in der Belebung installiert. Bisher geht das nicht, da in den Belüftungspausen Schlamm und Abwasser nicht vermischt werden. Begleitend dazu wird auch eine vorgelagerte Bio-Phosphor-Stufe steuertechnisch verbaut.

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Die Kläranlage dient nur etwa 350 Menschen, die ihr Abwasser in Weißig entsorgen. Ausgelegt ist die Anlage auf 550 Einwohner. Eine Übertragung an den regionalen Kalkreuther Abwasserverband ist noch nicht zustande gekommen und war wegen einer Eingemeindungsvereinbarung der einst selbstständigen Gemeinde Weißig mit Lampertswalde bis 2020 kein Thema.

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