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Zabeltitz: Zehn Neue sollten hinzukommen

Zu Schuljahresbeginn wirbt der Spielmannszug immer um Neulinge für den Zwergenzug. Dieses Jahr zieht besonders der Verwandtschafts-Faktor.

Sie interessieren sich, im Spielmannszug Zabeltitz bei Kati Müller (Mitte) mitzuspielen: (v.l.) Ben (7), Enja (7), Noah (7), Simon (2) und Lukas (7).
Sie interessieren sich, im Spielmannszug Zabeltitz bei Kati Müller (Mitte) mitzuspielen: (v.l.) Ben (7), Enja (7), Noah (7), Simon (2) und Lukas (7). © Kristin Richter

Zabeltitz. Der kleine Simon schlägt mit einem Holzstöckchen heftig auf die Lyra. Doch der Zweijährige ist noch etwas jung, dieses Instrument zu erlernen. Die Siebenjährigen, die zum Schnuppertag ins Quartier des Zabeltitzer Spielmannszuges gekommen sind, haben aber genau das richtige Alter. "Zehn Neue wären gut", gibt Kati Müller, die Abteilungsleiterin der Spielleute, als Zielmarke aus. Denn sieben Kinder aus dem Nachwuchs- wechselten in den Erwachsenenzug. Ihre Lücke muss ausgeglichen werden.

Heute wird aber für die Winzlinge bzw. den Zwergenzug geworben. Es sollen Kinder der zweiten bis vierten Klasse sein, die ein Instrument erlernen wollen. Kati Müller, Übungsleiter Holm Engelmann und die Nachwuchsverantwortliche Carolin Partuschek haben da einiges zu bieten: Trommel und Pauke, Querflöte und Horn, Lyra und Becken oder auch einen Schellenring. Die Instrumente werden, wie auch die Kostüme, vom Spielmannszug gestellt. Üben müssen die Kinder zu Hause selbst.

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Ben Dörsel ist mit seiner Mutter sogar aus Niegeroda angereist, um sich für den Spielmannszug zu erwärmen. Sein großer Cousin Nick May ist auch da. Er spielt in der Trommlergruppe Hauptpunkt II und ist Bens Vorbild. "Ihm will ich nacheifern", sagt Ben und probiert folgerichtig die Trommelstöcke aus. Im Zwergenzug wäre er einer von acht, neun Kindern, die wöchentlich eine Stunde gemeinsam spielen. "Es ist ein schönes Hobby, das nie langweilig wird und das man bis ins hohe Alter ausüben kann", wirbt Kati Müller.

Vor der Wand mit den vielen Trophäen, die die Zabeltitzer im Laufe der Jahre erkämpft haben, erzählt Müller, die schon 44 Jahre mitspielt, von den Vorteilen einer Mitgliedschaft: Die Kinder fahren natürlich ohne Eltern ins Trainingslager, es gibt Feiern und schöne Einsätze. Jüngst verabschiedete der Spielmannszug sogar einen ehemaligen Bundesminister: Thomas de Maiziere. Die Spielleute üben für die Sachsenmeisterschaft und spielen zum Hubertusfest, beim Faschingsauftakt in Großenhain, zum Martinstag in Zabeltitz und bei vielen Festumzügen wie zum Tag der Sachsen. Wenn Corona es denn erlaubt.

Dieses Jahr scheint der Verwandtschaftsfaktor besonders zu wirken. Denn nicht nur Ben ist durch einen Angehörigen angelockt worden. Auch Enja wurde durch ihre große Schwester geworben. Die Neulinge könnten bei Interesse bis Dezember für zehn Euro dabei sein. Wenn sie sich dann für eine Mitgliedschaft entscheiden, zahlen sie 45 Euro Jahresbeitrag. "Wichtig ist uns auch, dass die Eltern dahinterstehen", sagt Kati Müller. Denn wer sich an den Spielmannszug bindet, sollte auch im Nachwuchs- oder dann Erwachsenenzug möglichst alle Anforderungen mitmachen. Auch kurzfristig.

Carolin Partuschek hat genau diesen Werdegang genommen und es nicht bereut. "Ich hab auch in der zweiten Klasse angefangen und bin jetzt fast 20 Jahre dabei", sagt die 25-Jährige. Sie spielt Querflöte und Horn und ist stolz und froh, Teil einer solch durften Truppe zu sein. "Ich halte die ganze Rasselbande zusammen", sagt sie über ihre Aufgabe der Organisation der Nachwuchsstunden. Die Kinder haben hier "ordentlich Spaß".

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Wie viele Vereine, müsse auch der Zabeltitzer Spielmannszug um jedes neue Mitglied kämpfen. Jedes Jahr. Doch ihm gelingt das offenbar gut, denn die Zabeltitzer investieren viel in diese Nachwuchsgewinnung. Sie ist für die Spielleute existenziell. Damit Querflöte, Horn und Pauke als Taktangeber nicht ungenutzt im Vereinsraum rumstehen.

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