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Mit "Schrupsch" aus der Coronaflaute

Imbiss im Fleischerladen ist im Moment passé – der Tauschaer Christoph Schempp hat deshalb ein Mittagessen to go kreiert.

Optimismus trotz Coronakrise: Christoph Schempp auf dem Gerüst für den Fleischerei-Anbau.
Optimismus trotz Coronakrise: Christoph Schempp auf dem Gerüst für den Fleischerei-Anbau. © Foto: Manfred Müller

Tauscha. Um neue Ideen war Christoph Schempp noch nie verlegen. Seit der junge Fleischermeister vor fünf Jahren den Familienbetrieb in Tauscha Anbau übernommen hat, kamen nicht nur etliche Verkaufsfilialen hinzu, sondern auch eine Menge spezieller Produkte und Serviceangebote.

Das bekannteste ist wohl der „Schemppomat“ – ein Selbstbedienungsautomat, an dem man rund um die Uhr Fleisch- und Wurstprodukte kaufen kann. Auch in der neuesten Kreation ist der Name Schempp versteckt – zumindest in den Anfangsbuchstaben.

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„Schrupsch“ klingt so schön sächsisch und ist eine Art Döner mit gezupftem Grillfleisch und Kraut-Mischbeilage. Für die verschiedenen Geschmäcker wird das Fladenbrot mit Schweine-, Rind-, Hühnerfleisch- und sogar mit Wildfüllung angeboten. Dazu gibt es Barbecue-, Joghurt- und Knoblauchsauce aus eigener Produktion.

„In den Läden, in denen wir es schon verkaufen, gehen die Zahlen durch die Decke“, sagt Schempp. Mehr als 200 Stück pro Tag – Tendenz steigend. Eigentlich ist die Erfindung des „Schrupsch“ aus der Not geboren. Christoph Schempp hat in alle Filialen – neben Tauscha sind das Schönfeld, Radeburg, Königsbrück, Ottendorf-Okrilla und Radebeul - Imbiss-Ecken eingebaut.

Die Radeburger Schempp-Filialleiterin Cathleen Salomon beim Würzen einer Schrupsch-Fladenbrottasche.
Die Radeburger Schempp-Filialleiterin Cathleen Salomon beim Würzen einer Schrupsch-Fladenbrottasche. © Foto: Manfred Müller

Seit den Corona-Kontaktbeschränkungen gilt: Essen im Verkaufsraum verboten. Um den geschäftlichen Verlust in Grenzen zu halten, erfand der 31-Jährige das Mittagessen to go und verpasste ihm mit „Schrupsch“ einen ebenso schrägen wie einprägsamen Namen.

Bis zum Jahreswechsel habe man im Fleischerhandwerk die Coronakrise noch nicht so stark gespürt, sagt Christoph Schempp. Die Liefermenge an die Gastronomie ging zwar zurück, aber dafür hätten die Leute mehr gegrillt und zu Hause gekocht. Nun sei der Homeoffice-Bonus langsam aufgebraucht. Der Tauschaer hat geschäftlich gegengesteuert, indem er zwei neue Filialen übernahm – eine in Schönfeld und eine in Radeburg. „In einem Ladengeschäft hat man einfach eine bessere Warenpräsentation als in einem Verkaufswagen“, erklärt Schempp. Und man könne Personal einstellen, das im Ort wohnt und nicht in der Gegend herumfahren muss.

Die Fleisch- und Wurstproduktion für die sechs Geschäfte erfolgt allerdings komplett am Stammsitz in Tauscha-Anbau. Hier wird es langsam eng, weshalb nun angebaut werden muss. Zerlegeraum, Füll- und Räucherraum sowie die Feinkost-Verpackung werden in neue Räume verlagert, wodurch die Gewerbefläche auf 300 Quadratmeter wächst. Dadurch könne er nicht nur die Produktionsmenge, sondern auch die Qualität im Rohwurstbereich steigern, erklärt Schempp. Die Salami zum Beispiel brauche mehr Platz, an dem sie reifen kann. Ebenso der Schinken, der quasi das Markenzeichen der Tauschaer Fleischerei ist. Die Schempps stellen allein 20 verschiedene Schinkensorten her.

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Demnächst wird es auch hier eine Innovation geben. Die Tauschaer Fleischerei will mit einer eigens für sie gezüchteten Schweinerasse punkten. In Zusammenarbeit mit einem Agrarbetrieb werden spezielle, auf Stroh gehaltenen Tiere zur Schlachtreife gebracht. Duroc-Schweine genießen bei Spitzenköchen eine hohe Reputation. Ihr zartes Muskelfleisch enthält viele kleine Fetteinschlüsse, die eine sehr feine Marmorierung mit sich bringen. Dadurch wird der Schinken sehr aromatisch, und auch beim Garen bekommt das Fleisch einen unvergleichlichen Geschmack. Darauf legt Christoph Schempp besonderen Wert. Hat er doch vor drei Jahren in Augsburg eine Ausbildung zum Fleisch-Sommelier absolviert.

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