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Radweg nach Priestewitz frühestens 2025

Grund: Der Brückenabriss auf der B 101 wird durch formelle Vorschriften verzögert. Zumindest ein erster Bauabschnitt soll dennoch nächstes Jahr beginnen.

Die Brücke auf der B 101 zwischen Großenhain und Priestewitz kann frühestens 2024 abgerissen werden.
Die Brücke auf der B 101 zwischen Großenhain und Priestewitz kann frühestens 2024 abgerissen werden. © Kristin Richter

Großenhain. Es ist inzwischen fast ein Albtraum. Zwischen Großenhain und Priestewitz, entlang der B 101, rollt der Verkehr - und das wahrlich nicht zimperlich. Wo 80 draufsteht, übersieht das mancher Autofahrer gern und legt nochmal 40 Kilometer pro Stunde drauf. "Geblitzt wird hier eigentlich nie", sagt ein Großenhainer, der - man darf staunen - täglich mit seinem E-Bike nach Meißen und zurück pendelt.

Für ihn und alle anderen Radler jetzt die betrübliche Nachricht: Vor 2025 wird es zwischen den beiden Orten keinen ausgebauten Radweg geben. Das geht aus einer Informationsvorlage für den Technischen Ausschuss des Großenhainer Stadtrates hervor. Darin hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) Änderungen im Bauablauf angekündigt - insbesondere für die Zeitschiene.

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Der Grund für die Verschiebung: Im Rahmen des Radwegebaus macht sich ein Abriss der jetzigen Eisenbahnbrücke der B 101 nötig. Doch genau für diesen Abbruch sowie den Ersatzneubau sind Sperrpausen des Bahnbetriebes notwendig. Diese müssen bei der Deutschen Bahn beantragt und von ihr genehmigt werden. "Mit der Einhaltung des Beantragungszeitraumes entsteht eine zeitliche Abhängigkeit von circa drei Jahren", heißt es in der Information an den Technischen Ausschuss. Deshalb könne der ursprünglich geplante Termin für den Gesamtbau im Jahr 2022 "unter diesen Umständen nicht gehalten werden". Was im Klartext bedeutet: Der Abriss der Brücke kann frühestens 2024, der Ersatzneubau frühestens ein Jahr später realisiert werden.

Bis dahin soll das Vorhaben nun aber nicht gänzlich ruhen. Der Stadtverwaltung Großenhain wurde deshalb per Planungsunterlage die Möglichkeit vorgeschlagen, die Gesamtmaßnahme in zwei Bauabschnitte aufzuteilen, wobei der Brückenneubau zeitlich herausgelöst wird. Der erste Teil des künftigen Radweges könnte in diesem Fall trotzdem wie geplant - mit geringen technischen Änderungen - im kommenden Jahr gebaut werden. Das gilt für beide Anbindungen - also aus Großenhainer wie auch Priestewitzer Richtung. "Im Zeitraum zwischen den Bauabschnitten müssen Radfahrer die Fahrbahn auf dem bestehenden Brückenbauwerk nutzen", heißt es in der Mitteilung an die Stadträte des Ausschusses. Für den Neubau der Brücke selbst wird nach Auskunft von Baubürgermeister Tilo Hönicke sicherlich eine Vollsperrung der B 101 nötig werden. Doch das ist - nach jetzigem Stand - noch lange hin.

Die Ausschussmitglieder nahmen die Information eher schulterzuckend zur Kenntnis. Die Stadtverwaltung wiederum greift nach dem kleinen Fortschritt und befürwortet die Unterteilung in Bauabschnitte. Zumindest in Teilen könne damit das Gesamtvorhaben schon im kommenden Jahr auf den Weg gebracht werden.

Den radelnden Pendlern auf der B 101 zwischen Großenhain und Priestewitz ist damit freilich kaum geholfen. Sie werden sich zwischen den Bauphasen mit provisorischen Querungen der Bundesstraße anfreunden müssen. Inwiefern für den Fahrzeugverkehr dann Geschwindigkeitsbegrenzungen verordnet werden, ist noch keine beschlossene Sache. Denkbar ist eine Reduzierung des Tempos von 100 auf 70 Kilometer je Stunde in den Problembereichen.



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