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Warum der Skassaer Smiley-Blitzer wandert

Mal steht er an dem einen, mal am anderen Ortsende. Potenzielle Raser stört das wenig. Die Anwohner sind damit alles andere als glücklich.

Bis vor ein paar Wochen stand der Smiley-Blitzer noch am Skassaer Ortseingang aus Richtung Großenhain. Jetzt befindet er sich am anderen Ortsende.
Bis vor ein paar Wochen stand der Smiley-Blitzer noch am Skassaer Ortseingang aus Richtung Großenhain. Jetzt befindet er sich am anderen Ortsende. © Norbert Millauer

Großenhain. Eigentlich wohnt Familie Schmidt ja sehr idyllisch. Am Ortseingang Skassa aus Richtung Großenhain kommend. Doch wenn Frau Schmidt (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) auf ihrer Terrasse sitzt, kommt ihr manchmal das Gruseln. Von dort hat sie den Blick auf die Geschwindigkeitsanzeige inklusive Smiley auf der S 40. "Es gibt Leute, die kommen hier mit Tempo 90 rein", sagt sie. Aber auch einen Bus mit 69 Kilometer pro Stunde hatte sie schon auf dem Schirm. Bei Lkw habe sie manchmal das Gefühl, dass die Anzeige "überhaupt keinen Fahrer interessiert". Alle über einen Kamm scheren will die Anwohnerin aber nicht. "Es gibt viele, die langsam fahren und sich an die 50 halten", sagt Frau Schmidt.

Auch Ortschaftsrat Jens Lotzmann hatte zur jüngsten Sitzung des Gremiums das Thema wieder einmal aufs Tableau gebracht. Der Sinn des Smiley-Blitzers erschließe sich ihm nicht, da er von den Autofahrern gar nicht oder viel zu spät wahrgenommen werde. Wenige Tage später war das Gerät dann verschwunden, um danach wieder am Ortsausgang in Richtung Weißig aufzutauchen - in der 30er-Zone. Auch dort, da gibt es keine zwei Meinungen, sind Hinweise für potenzielle Raser angebracht und nötig. Auch wenn Frau Schmidt überzeugt ist: Am Orteingang aus Großenhain wäre er besser platziert.

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"Der Bedarf ist an beiden Seiten des Dorfes da", bestätigt Matthias Schmieder, Leiter des Geschäftsbereichs Stadtkultur und Ordnung im Großenhainer Rathaus. Doch weil Smileys im Ort keinen wirklichen Sinn machen, habe man sich mit dem Skassaer Ortschaftsrat geeinigt, den vorhandenen innerhalb der Ortschaft "wandern" zu lassen. Zudem, so Schmieder "wird auch immer mal wieder geblitzt".

"Zu selten", hält M. Schmidt dagegen. Natürlich wisse sie, dass Polizei und Ordnungsamt der Stadt in den letzten Monaten wegen Corona sehr vielschichtige und andere Probleme auf dem Schirm haben müssen und mussten. Andererseits sieht sie freilich die Wohnidylle am Stadtrand durch Raser gestört. Wie viele Skassaer, verfolgt sie die Debatte um die geplante "Begradigung" der Durchgangsstraße mit viel Skepsis. Vor allem, weil sie sich in die Länge zieht, ohne dass konkrete Aussagen zum Baubeginn gemacht werden.

Angesichts der jetzigen Situation hält Frau Schmidt eine durchgängige Tempo-30-Zone durchaus für angemessen. Anderswo, so ihre Erfahrung funktioniere das. Erschwerend komme hinzu, dass nach ihrer Erfahrung der Verkehrsfluss trotz anderer Prognosen nicht zurückgegangen sei. Lkw würden nach wie vor "durchbrettern", um beispielsweise aus Nünchritz den kürzesten Weg zur B 101 nach Großenhain zu wählen. Aktuelle statistische Erhebungen dazu gibt es allerdings nicht - zuletzt fand eine Verkehrszählung vor einem Jahr statt.

Einem stationären Blitzer in Skassa - an welcher Stelle auch immer - hatte der Großenhainer Stadtrat im Sommer 2020 eine Absage erteilt. Zu teuer im Vergleich zum erwarteten Nutzen, so die Begründung einer Mehrheit. Und auch mit Verweis auf die geplante Neutrassierung der S 40. Die allerdings ist wohl noch in weiter Ferne - zuletzt war von einem Baubeginn frühestens 2024 die Rede.

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