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So laufen die Corona-Tests im Autohaus

Zu Skoda-Krause auf der Elsterwerdaer Straße kommen derzeit vor allem Freitester, Kinder und Jugendliche. Leider gibt es auch viele positive Ergebnisse.

Von Thomas Riemer
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Seit 27. Oktober weist ein Schild ins Testzentrum im Autohaus Krause.
Seit 27. Oktober weist ein Schild ins Testzentrum im Autohaus Krause. © Norbert Millauer

Großenhain. Es ist beinahe gespenstisch ruhig im Skoda-Autohaus Krause auf der Elsterwerdaer Straße. Das eigentliche Geschäft des Fahrzeugverkaufs ist mangels Neuwagen so ziemlich zum Erliegen gekommen. Wo sonst glänzende Fahrzeuge stehen, ist gähnende Leere.

Aber Simone Krause ist dennoch nicht beschäftigungslos. Denn seit 27. Oktober ist ein Bereich des Autohauses zum Testzentrum umfunktioniert worden. Schon im Frühjahr hatte sich Inhaber Lutz Krause dazu bereiterklärt, damals wurde aber wegen sinkender Inzidenzwerte eine Aufstockung der Zahl an Testzentren hintenangestellt. Doch im Laufe der Zeit wurden die Tests im Alberttreff und auf dem Hauptmarkt, beide von der Stadtverwaltung betrieben, wieder geschlossen. Und da im Frühherbst die 3G-Regelung immer mehr Einzug hielt, war auch das Angebot von Simone und Lutz Krause wieder begehrt.

"Wir sind mit unserer Öffnung genau in die Zeit reingerutscht, dass die Tests zu bezahlen sind", sagt Simone Krause. Deshalb sei die Zahl der Besucher bislang "übersichtlich" geblieben. Zwischen 10 und 20 Tests seien täglich im Autohaus abgefordert worden. Überwiegend seien "Freitestser" in Quarantäne sowie Kinder und Jugendliche dagewesen, für die die Tests kostenfrei sind. Die Ergebnisse geben Simone Krause insgeheim zu denken. Der Anteil positiv Getesteter sei "im Verhältnis erschreckend" gewesen. Bis auf eine Ausnahme waren es Ungeimpfte.

Gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Autohaus führt Simone Krause die Testungen durch. Die Stadt Großenhain habe sich bei der Einrichtung sehr kooperativ gezeigt, die Zulassung über die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen sei unkompliziert gewesen. Doch den kommenden Wochen blicken die Tester mit einigermaßen Ungewissheit entgegen. "Es ist derzeit doch nicht absehbar, wie sich das weiter entwickelt", so Simone Krause. Stand jetzt könnte es schon ab Montag einen kostenlosen Test pro Woche und Person geben. Das, so mutmaßt sie, würde wahrscheinlich viele Leute dann ins Testzentrum auf der Elsterwerdaer Straße ziehen. "Bislang konnten wir alles händeln, doch dann würden wir sicher auch personelle Verstärkung brauchen", glaubt Simone Krause. Zu Stoßzeiten sei der Andrang auch in den letzten Tagen schon recht groß gewesen. Zum Wochenanfang wollten zahlreiche Eltern Gewissheit für ihre Kinder haben, deren Einrichtungen wie Schule oder Kita von Coronafällen betroffen und zum Teil schon geschlossen sind. Dankbar wurde zudem das Testangebot an den Samstagen entgegengenommen - weil offenbar viele Menschen für die Wochenenden Ausflüge planten, die auch mit 3G-Regel machbar sind.

Mit der eventuellen neuen kostenlosen Testmöglichkeit ab nächster Woche und dem daraus resultierenden größeren Andrang wollen Krauses dann gemeinsam mit allen Beteiligten abwägen, ob gegebenenfalls die Öffnungszeiten geändert werden - zum Beispiel an den Sonnabenden. Einer Entscheidung will Simone Krause aber noch nicht vorgreifen. Dass sie und ihre Kollegin mit ihren "Kunden" natürlich über die Lage auch viele emotionale Debatten führt, erwähnt sie eher am Rande. "Da kommt bei manchem auch viel Frust hoch", erklärt sie vielsagend.

Öffnungszeiten: Testzentrum Autohaus Krause: Montag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr, Sonnabend, 10 bis 12 Uhr (Anmeldung derzeit nicht erforderlich, Kosten 17 Euro, bei Zahlungsbefreiung ist ein Nachweis - Ausweis, ärztliches Attest - notwendig)