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Wenn Jugendweihlinge in die Luft gehen

Zwei 14-jährige Mädchen lösen ein Geschenk ein und sehen ihre Heimat zum ersten Mal aus der Vogelperspektive.

Lisa Latusek (links) und Anett Schurig lösten am Mittwoch ein Geschenk zur Jugendweihe ein. Pilot Eberhard Mittag zeigte den Jugendweihlingen aus dem Waldaer Kinderheim die nähere Heimat aus der Vogelperspektive.
Lisa Latusek (links) und Anett Schurig lösten am Mittwoch ein Geschenk zur Jugendweihe ein. Pilot Eberhard Mittag zeigte den Jugendweihlingen aus dem Waldaer Kinderheim die nähere Heimat aus der Vogelperspektive. © Kristin Richter

Großenhain. "Wir werden mal schauen, was Aschenbrödel macht", sagt Eberhard Mittag und lächelt verschmitzt. Anett Schurig und Lisa Latusek gucken etwas verdutzt. Mittag klärt auf: "Wir werden Richtung Moritzburg und Meißen fliegen und eine Runde drehen", erklärt er den beiden 14-jährigen Mädels aus dem Kinderheim Walda. Er ist Pilot beim Fliegerclub Großenhain, der gemeinsam mit dem Kinderheim ein ganz besonderes Jugendweihegeschenk stiftete: einen Rundflug für Anett und Lisa mit seinem Ultraleichtflieger. "Das war eine totale Überraschung", sagt Anett Schurig. "Wir sind doch noch nie geflogen", ergänzt Lisa Latusek. Sie ist im Gegensatz zu ihrer Freundin noch etwas skeptisch und überlässt ihr daher den ersten Durchgang. Doch Eberhard Mittag beruhigt: "Wir haben Fallschirme dabei, falls wir den Motor verlieren sollten." Dazu schmunzelt der 68-Jährige wieder vielsagend.

Die "Beruhigungspille" zeigt schnell Wirkung. Als Anett in den kleinen Flieger einsteigt, sich die Kopfhörer überstülpt, überwiegt die Vorfreude. "Mal sehen, ob ich von oben unser Kinderheim sehe", ruft die 14-Jährige noch und winkt fröhlich. Dann geht es in die Luft. Zwischen 500 und 600 Meter wird die Flughöhe betragen, erklärt Eberhard Mittag. Gerade erst hat er die jährliche Tauglichkeitsuntersuchung als Pilot erfolgreich absolviert inklusive Gesundheitscheck. Und seinen Ultraleichtflieger kennt er aus langjähriger Erfahrung aus dem Effeff.

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Nach einer reichlichen halben Stunde rollt das Flugzeug wieder auf der Großenhainer Landebahn ein. "Das war cool." Anett Schurig ist euphorisch und noch immer total aufgeregt. Moritzburg sei wunderschön gewesen, "ich hab sogar das Gestüt erkannt", sagt das Mädchen, das nach der Schule "irgendetwas mit Tieren" beruflich machen will.

Freundin Lisa geht noch mit weichen Knien und Ehrfurcht ans, später ins Flugzeug. Doch als Eberhard Mittag den Motor startet, hebt sie endlich den Daumen. Bereit zum Abflug - und damit zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Kurs ist derselbe, mit einem klitzekleinen Unterschied. Denn was Anett verwehrt blieb, schaffte Lisa: "Ich hab unser Waldaer Kinderheim erkannt", berichtet sie nach der Landung glücklich. Wieder geht der Daumen hoch, auch wenn die Blässe aus ihrem Gesicht nicht gänzlich gewichen ist.

Was bleibt, ist Freude. Bei Eberhard Mittag, der dem Duo bei bestem Flugwetter dieses tolle Geschenk "überreichen" durfte. Und bei den beiden Mädchen. Nach ihrem ersten Flug nämlich steht für Anett und Lisa fest: "Das wollen wir auf jeden Fall wieder machen."

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