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"Wir haben in Priestewitz unheimlich viel geschafft"

Hinter der Priestewitzer Bürgermeisterin Manuela Gajewi und ihrem Team liegen ereignisreiche Monate. Tatendrang, der ins neue Jahr mitgenommen werden soll.

Von Catharina Karlshaus
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Auch 2021 geschafft: Die Priestewitzer Bürgermeisterin Manuela Gajewi auf dem neu gebauten Spielplatz in Zottewitz.
Auch 2021 geschafft: Die Priestewitzer Bürgermeisterin Manuela Gajewi auf dem neu gebauten Spielplatz in Zottewitz. © Kristin Richter

Priestewitz. Wenn im Dezember auf dem Display ihres Telefons die Nummer der Sächsischen Zeitung zu sehen ist, klatscht Manuela Gajewi nicht unbedingt vor Begeisterung in die Hände. Die Priestewitzer Verwaltungschefin macht lachend keinen Hehl daraus, dass es ihr inmitten der vielen dienstlichen und damit auch verbundenen vorweihnachtlichen Verpflichtungen stets schwerfalle, gewissermaßen auf geistigen Knopfdruck die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen. Was indes bereits vorher zuverlässig feststeht: Es gelingt der Bürgermeisterin jedes Mal ohne Probleme.

Frau Gajewi, woran denken Sie, wenn das Jahr 2021 an Ihnen vorüberzieht?

Da ich ja weiß, dass Sie mir diese Frage stellen, lasse ich im Vorfeld unseres Gesprächs das zu Ende gehende Jahr für mich noch einmal gewissermaßen ablaufen. Zum einen bin ich dann immer wieder aufs Neue überrascht, wie schnelllebig unsere Zeit doch geworden ist. Und zum anderen staune ich, wie viel doch passiert ist, was wir als Gemeinde alles auf den Weg gebracht haben. Wenn ich, wie in Ihrem Beruf notwendig, über 2021 eine Überschrift setzen müsste, dann würde ich es als ein schwieriges, aber erfolgreiches Jahr für Priestewitz überschreiben wollen.

Schwierig steht sicherlich für die Umstände, welche die Coronapandemie vorgegeben hat, oder?

Ja, so ist es leider. Der monatelange Lockdown zu Beginn des Jahres hat den Menschen sehr zugesetzt, wirtschaftlich viele Gewerbetreibende in eine finanzielle Schieflage und viele Menschen in die soziale Isolation gebracht. Und das Schlimmste: einige Einwohner erkrankten selbst nicht zuletzt schwer. Es ist eine sehr sorgenvolle Zeit, die bis zum heutigen Tag nicht spurlos an jedem Einzelnen vorübergeht. Auch bei uns wurden Projekte verschoben, kam es zu Verzögerungen auf Baustellen infolge von Materialmangel. Festivitäten, die unsere Vereine über Monate hinweg mit großem Aufwand vorbereitet haben, konnten nicht stattfinden. Und dennoch: Die Priestewitzer haben sich nicht unterkriegen lassen. So sind zum Beispiel auch in diesem Jahr als Ersatz für die ausgefallenen Seniorenweihnachtsfeiern wieder viel fleißige, ehrenamtliche Engel und Wichtel unterwegs gewesen, um etwas Freude zu verbreiten. Sei es mit Handwagen oder mit dem großen, hell beleuchteten Feuerwehrfahrzeug. Das sind die Momente, die den Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Dennoch sprachen Sie auch davon, dass es für Priestewitz ein erfolgreiches Jahr gewesen ist! Woran denken Sie dabei?

An sehr viele Vorhaben, die wir in unseren einzelnen Ortsteilen entweder voranbringen oder gar abschließen konnten! Nach all den Jahren, in denen Kinder, Erzieher und Eltern auf einen Anbau beziehungsweise teilweise Modernisierung des Priestewitzer Kinderhauses warten mussten, konnte es erfreulicherweise am 1. Februar eingeweiht werden. Im Mai wurde der erste Spatenstich für unser großes Mammutprojekt, den Breitbandausbau, vollzogen. Mit geradezu Rekordgeschwindigkeit wurden die Tiefbauarbeiten in den zwei ersten Bauabschnitten in Nauleis, Altleis, Lenz sowie in Strießen und Kottewitz fertiggestellt. In Kmehlen, Porschütz und Baselitz ist man mittendrin und wir sind wirklich begeistert, wie schnell alles im guten Miteinander mit den jeweiligen Firmen und nicht zuletzt der Sachsen-Energie AG vollzogen wird. Priestewitz ist keine große Gemeinde mit einem Großaufgebot an personeller Verwaltung. Für uns ist die Vorbereitung und Umsetzung des Breitbandausbaus tatsächlich eine respektable Aufgabe. Eine Mannschaftsleistung, die ohne mein Team von engagierten Mitarbeitern so gar nicht zu leisten wäre. Deshalb bin ich sehr stolz auf die gesamte Mannschaft, dass wir trotz personeller Einschränkungen und der angespannten Situation in diesem Jahr vieles wirklich so gut geschafft haben.

Aufgrund der Coronakrise sind viele Baumaterialien knapp. Dennoch scheint es Ihnen nicht nur im Falle des Kinderhauses gelungen zu sein, einige Vorhaben abzuschließen?

Tatsächlich musste keines der bereits begonnenen Projekte ruhen. In den vergangenen zwei Jahren haben wir ja in unsere Grundschule in Lenz schon 90.000 Euro investiert, in diesem waren es noch einmal 62.000 Euro. Geld, mit welchem beispielsweise die Außensportanlagen erneuert und 32 Tablets angeschafft wurden. Abgesehen davon, dass wir 2022 auch den sogenannten Digitalpakt Schule umsetzen und im Zuge dessen Digitale Tafeln anschaffen möchten, bereiten wir die dringend notwendige energetische Sanierung der Schule vor. Wichtig wäre es dafür allerdings, dass sich ein geeigneter Fördertopf findet, durch dessen finanzielle Unterstützung wir die aufwendige Baumaßnahme umsetzen können. Darüber hinaus durften sich unsere Zottewitzer Kinder über den schon lang gewünschten Spielplatz freuen. Ein letztlich doch umfangreicheres Unterfangen, denn wir mussten im Zuge dessen auch die dort befindliche Mauer am Rittergut wieder aufbauen. Die geplante offizielle Einweihung fällt zwar auch Corona zum Opfer, aber die Kinder wird dies nicht abschrecken, wenn sie ab Januar den Spielplatz für sich erobern. Zudem wurden die Sporthalle in Priestewitz teilsaniert sowie ein Teil der Fassade und einige Fenster erneuert. In Strießen konnten wir den lang ersehnten Gehweg an der Kreisstraße errichten, dank der guten Zusammenarbeit mit dem Kreisstraßenbauamt erfolgte dies gleich in Verbindung mit der Instandsetzung der Kreisstraße in diesem Bereich. Ja, und neben all diesen Maßnahmen waren wir froh, dass es uns gelungen ist, noch auf ganz andere, zeitweise knappe „Materialien" zurückgreifen zu können: sechs Impftermine haben die Mitarbeiter unserer Verwaltung ehrenamtlich an Wochenenden mit einem mobilen Team des Deutschen Roten Kreuzes anbieten können. Vier dieser Termine zusammen mit dem Team unserer örtlichen Arztpraxis. Ein zusätzliches Angebot für jene, die es nutzen wollten. Es wurde jeweils sehr gut angenommen.

Frau Gajewi, was wünschen Sie sich für das neue Jahr?

In allererster Linie für uns alle Gesundheit! Und dass wir endlich diese Pandemie in den Griff bekommen! Dass wir wieder zu einem friedlichen, respektvollen Miteinander und einem normalen Alltag zurückkehren können. Einem Alltag, bei dem es wieder selbstverständlich ist, dass man sich zuhört, ohne den Anspruch zu erheben, die eigene Meinung wäre die einzig wahre. Ein Alltag mit dem schon lang vermissten Miteinander, ob bei Dorffesten oder anderen Zusammenkünften in den Orten oder im familiären Beisammensein.