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Heidenaus erste Rutsch-Partie

Endlich öffnet das Bad in Heidenau - und es ist keine übliche Saisoneröffnung: Es ist die Jubiläumssaison und die erste für die neue Attraktion.

In die Bahnen, fertig, rutschen: Wer schnell ist, bringt es in Heidenaus Rutsche auf 25 km/h.
In die Bahnen, fertig, rutschen: Wer schnell ist, bringt es in Heidenaus Rutsche auf 25 km/h. © Daniel Schäfer

Anton ist der Jüngste unter den ersten Rutschern. Der Vierjährige ist begeistert von der schnellen Rutsche. Als der allererste geht Alexander Hesse in die Geschichte ein. Der Heidenauer Stadtrat hatte eigentlich gar nicht vor, am Freitagmorgen zu rutschen. Er war mit seiner Tochter ins Heidenauer Bad gekommen und wollte ihr zuliebe mit ihr nach der offiziellen Eröffnung von Saison und Rutsche noch eine Runde schwimmen. Weil er eine Badehose dabei hatte und dem Bürgermeister nichts abschlagen kann, sah er sich erst zur Rutsche gehen und dann unten im Becken.

Drei Stadträte gehen baden: Alexander Hesse, Volker Bräunsdorf und Daniel Barthels (v.l.) waren die Ersten auf der Rutsche.
Drei Stadträte gehen baden: Alexander Hesse, Volker Bräunsdorf und Daniel Barthels (v.l.) waren die Ersten auf der Rutsche. © Daniel Schäfer

Mit Hesse hatten seine Stadtratskollegen Volker Bräunsdorf (auch CDU) und Daniel Barthels (AfD) das Premierenrutschen übernommen. Die Ehre wurde ihnen zuteil, weil es der Stadtrat war, der den Bau beschlossen hat. Von den rund 580.000 Euro Baukosten hat Heidenau 468.000 Euro europäische Fördermittel erhalten. Europäisch wurde sie auch gebaut: der Planer aus Österreich, die Rutschenfirma aus der Schweiz, die Baufirma aus Slowenien mit polnischen Arbeitern.

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Zur Saisoneröffnung gibt es im Heidenauer Bad fast immer etwas Neues. Mal ein Spiel, mal ein Imbiss, mal ein Klettergerüst. Dass es diesmal etwas größer ausfiel, hat auch mit dem Jubiläum des Bades zu tun. Es wurde vor 100 Jahren, damals noch ohne Badebecken, eröffnet.

Mit Luftballons und einer "100" zur Eröffnung geschmückt: Die neue Attraktion im Heidenauer Bad.
Mit Luftballons und einer "100" zur Eröffnung geschmückt: Die neue Attraktion im Heidenauer Bad. © Daniel Schäfer

Acht Meter hoch, 70 Meter lang, drei Bahnen: Das sind sozusagen die Traummaße der RacerSlide-Rutsche. Wer sie in zehn Sekunden rutscht, hat es immerhin auf eine Geschwindigkeit von 23 km/h gebracht, bei einer Sekunde schneller sind es schon 25 km/h. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es nicht, wohl aber eine für die Breite der Rutsche, denn die Bahnen sind doch recht schmal. Obwohl die Rutsche vorzugsweise für Kinder ist, dürfen auch Erwachsene.

Der Vorteil von Wechselunterricht

Die Zeitanzeige hat leider keine Memory-Funktion, bedauert Badleiter Marko Paeslack. Er hätte gern immer den Tagesschnellsten ermittelt oder auch Wettbewerbe durchgeführt. Aber auch ohne diese Möglichkeiten wird die Rutsche zum Anziehungspunkt, ist er sicher. Und hatte das Bad bereits ohne Rutsche immer viele Besucher, werden es nun wohl - wenn das Wetter mitspielt - noch mehr.

Die doppelte Eröffnung ließen sich viele Heidenauer nicht nehmen. Schließlich hatten sie lange genug darauf gewartet. Neben denen, die seit Jahren immer am ersten Tag dabei sind, kamen diesmal auch viele Kinder und Jugendliche - dem Wechselunterricht sei Dank. Der derzeit noch notwendige Corona-Schnelltest kann unmittelbar am Bad gemacht werden. Die Öffnungszeiten der Testmöglichkeit wurden deshalb auf täglich 10 bis 19 Uhr erweitert.

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