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Heidenau: War es fahrlässige Brandstiftung?

Der Sohn des Autohändlers und Werkstattbesitzers, der alles verlor, hat eine Spendenaktion initiiert. Neues gibt es auch zur Brandursache.

Nichts als Trümmer sind nach dem Großfeuer vom Autohandel und der Werkstatt an der S172 in Heidenau übrig geblieben.
Nichts als Trümmer sind nach dem Großfeuer vom Autohandel und der Werkstatt an der S172 in Heidenau übrig geblieben. © Daniel Förster

Das Großfeuer bei einem Gebrauchtwagenhändler an der S172 in Heidenau vor einer reichlichen Woche ist offenbar fahrlässig herbeigeführt worden. Davon geht die Polizei aus. „Hinweise auf eine vorsätzliche Tat liegen nicht vor“, sagt Polizeisprecher Marko Laske auf Anfrage. Vielmehr ermitteln die Kriminalisten „wegen fahrlässiger Brandstiftung“.

Das Ermittlungsverfahren dazu läuft. Deshalb können derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden. Der Sohn des Besitzers spricht von Gas, das aus einem Auto entwichen sei und das Großfeuer verursacht habe. Es wurden mindestens zwölf Autos und drei Busse sowie unzählige Ersatzteile und Werkzeuge vernichtet.

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Spendenziel: 50.000 Euro

Der Besitzer des Handels und der Werkstatt ist ein 47-Jähriger, der vor 20 Jahren aus Ägypten nach Deutschland kam. Er hatte sich zunächst in Freital eine Existenz aufgebaut und war vor zwei Jahren nach Heidenau gewechselt, sagt sein Sohn Karim, der eine deutsche Mutter hat. "Mein Vater ist komplett aufgelöst", sagt der Sohn.

Der 16-Jährige hat jetzt für seinen Vater eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Sein Ziel: 50.000 Euro. Damit will er ihm einen Neuanfang ermöglichen. Versichert waren Autohandel und Werkstatt nicht, und seit vergangenem Jahr war kaum Geld erwirtschaftet worden. "Es ist sein Lebenswerk", sagt der mit seiner Mutter in Reichstädt bei Dippoldiswalde wohnende Sohn. Der Vater habe sehr emotional auf dessen Spendenaktion reagiert. Als sächsische.de ihn anrief, war er kaum in der Lage, zu sprechen.

Untersuchungen mittels Hubschrauber

Die Brandursachenermittler haben am bereits am Montag nach dem Brand ihre Untersuchungen vor Ort abgeschlossen. Sie bezogen auch Sachverständige des Landeskriminalamtes mit ein. Bei der Suche nach der Ursache für das verheerende Feuer wurde die Brandruine auch per Hubschrauber aus der Luft begutachtet. Für den Einsatz einer Drohne war es böig. Aus unterschiedlichen Höhen wurden Aufnahmen von den Trümmern gemacht. Der Fokus der Ermittler lag auf den Überresten der Kfz-Werkstatt sowie des angrenzenden Raum-Containers, in dem das Verkaufsbüro war.

Das Feuer war in einem Container unmittelbar neben der Altpapier-Halle des Nachbarn, der Firma Kühl, ausgebrochen, griff dann auf eine Werk- und Lagerhalle über und breitete sich rasch aus. Die schwarzen Wolken waren kilometerweit zu sehen und trieben in Richtung Dresden und auf die andere Elbseite.

Schlüsselbund im Schutt gefunden

Während der Tatortarbeit der Brandermittler kam eine Frau mit Kopftuch zu ihnen. Es war die Lebenspartnerin des Pächters bzw. Gebrauchtwagenhändlers, dessen Autohandel nun in Schutt und Asche liegt. Ihr Mann vermisste einen großen Bund mit vielen Fahrzeugschlüsseln. In die Trümmer konnten die Beamten die Frau nicht lassen. Durch das Feuer waren die verwinkelten Gebäude äußerst instabil. Auch für die Ermittler war das Betreten nicht ungefährlich. Sie fanden den Schlüsselbund im Schutt des Bürotraktes und übergaben ihn der Frau.

Das Großfeuer erinnerte die Heidenauer an den Brand vor knapp einem Jahr auf der Breitscheidstraße. Dort wurden mehrere Werkstätten und Firmen vernichtet, dabei entstand ein noch größerer Schaden. Endgültig geklärt ist die Brandursache aber immer noch nicht. Mit einer Spendenaktion wurden auch damals gute Erfahrungen gemacht. Wie viel am Ende zusammen kam, will man zwar nicht sagen, aber allein auf der gofundme-Plattform waren es über 10.000 Euro von 135 Spendern. Für die von Karim gestartete Aktion sind es bisher 161 Euro.

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