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Hentschke-Bau-Chef weist Vorwürfe zurück

Sein Sponsoring habe mit seinen politischen Aktivitäten nichts zu tun, sagt der Unternehmer im Gespräch mit einem Lokalsender.

© Uwe Soeder

Bautzen. Bauunternehmer Jörg Drews hat sich erstmals öffentlich zur Diskussion um seine Sponsoring-Aktivitäten geäußert. In einem Gespräch mit dem Lokalsender OLHS-TV wies er den Vorwurf zurück, er wolle auf diesem Wege politisch Einfluss nehmen. Er habe sich schon immer für Bautzen engagiert, sagt der Unternehmer – lange vor den Debatten um die Asylpolitik. Sein Sponsoring habe mit seinen politischen Aktivitäten nichts zu tun. Die Sächsische Zeitung hatte den Chef der Firma Hentschke Bau bereits in der vergangenen Woche um ein Gespräch gebeten. Er lehnte dies jedoch ab.

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Ausgelöst worden war die Diskussion durch die Stadträte Claus Gruhl (Grüne) und Steffen Grundmann (Linke). Sie werfen Drews unter anderem vor, er fördere rechten Populismus und die Verbreitung von Verschwörungstheorien. Er habe den Eindruck, der Unternehmer stehe der Reichsbürgerszene nahe, so Claus Gruhl. Über sein Sponsoring erkaufe er sich zugleich Sympathien in der Stadt.

Jörg Drews widerspricht dieser Darstellung. In den Vorträgen, die er in Bautzen organisiere, komme ein breites politisches Spektrum zu Wort. Als Beispiel nennt er im Interview mit OLHS-TV den Dresdner Politik-Wissenschaftler Werner Patzelt und den früheren CDU-Außenpolitiker Willy Wimmer. Klar sei aber auch: „Ich bin mit dem, was die Kanzlerin gemacht hat, als sie 2015 die Grenzen öffnete, nicht einverstanden. Ich halte es für einen Rechtsbruch.“

Grünen-Stadtrat Claus Gruhl hatte unter anderem auf die Verbindung von Jörg Drews mit der Gruppe „Wir sind Deutschland“ verwiesen. Es sei ja bekannt, dass der Unternehmer dort Mitglied sei. „Wir sind Deutschland“ hatte seit 2015 zunächst Demonstrationen in Bautzen organisiert, die sich vor allem gegen die damalige Asylpolitik richteten. Seit 2016 gibt die Gruppe regelmäßig eine lokale Zeitschrift heraus.

Diese deckt ein weites Themenspektrum ab – von der Außenpolitik bis zur Förderung regionaler Produkte. Viele Beiträge setzen sich kritisch mit der Rolle der Nato und dem Thema Abrüstung auseinander. Gefordert wird zudem ein anderes Verhältnis zu Russland. Darüber hinaus bietet das Heft regelmäßig Reichsbürgern und verschiedenen Verschwörungstheorien ein Forum. Typische Thesen lauten: Führende Politiker werden durch ausländische Geheimorganisationen wie die Bilderberger oder die Soros-Stiftung gesteuert. Die Bundesregierung plant die Übernahme des Landes durch Migranten. Eine weltweite Verschwörung manipuliert das Klima, um Katastrophen herbeizuführen. Außerdem wird in dem Heft für entsprechende Internetseiten und Publikationen geworben.

Die Bautzener CDU ruft unterdessen zur Mäßigung auf. In einer gemeinsamen Erklärung wenden sich Stadtverband und Stadtratsfraktion vor allem gegen den Vorwurf der Käuflichkeit „Auch bei unterschiedlichen politischen Standpunkten sind pauschale Vorverurteilungen und Verunglimpfungen nicht akzeptabel.“ (SZ)