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Großenhain

Hoher Gast bei Schneewittchen und Co.

Staatssekretär Uwe Gaul besuchte die Theatergruppe der Kirchgemeinde und brachte keinen giftigen Apfel mit, sondern eine Zusage.

Staatssekretär Uwe Gaul (oben, 2.v.r.) steht mit einigen Leuten aus der Kirchentheatergruppe auf der Terrasse des Pfarramts in Skäßchen.
Staatssekretär Uwe Gaul (oben, 2.v.r.) steht mit einigen Leuten aus der Kirchentheatergruppe auf der Terrasse des Pfarramts in Skäßchen. ©  Kristin Richter

Skäßchen. Die Gebrüder Grimm hätten an dieser Truppe ihre wahre Freude gehabt. Bereits zum zweiten Mal haben die Laienschauspieler der Kirchgemeinde Skäßchen-Oelsnitz-Strauch eines ihrer bekanntesten Märchen mit Leben erfüllt. In diesem Jahr war es die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Die Premiere des Theaterstücks liegt zwar schon ein paar Wochen zurück. Doch jetzt machte hoher Besuch der Truppe um Initiatorin Silvia Seffer seine Aufwartung.

Uwe Gaul, Staatssekretär im sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, machte in dieser Woche einen Abstecher ins Pfarramt Skäßchen und traf einige aus der hiesigen Theatergruppe.

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Sie gibt es erst seit zwei Jahren. Angefangen hat es mit einem Krippenspiel zum Weihnachtsfest 2017. In vielen Kirchgemeinden übernehmen das häufig Konfirmanden oder die Junge Gemeinde. In Skäßchen und Umgebung ist der Altersunterschied um ein Vielfaches größer. Der Jüngste ist zwölf Jahre, die Älteste 70. Und dieses Zusammenspiel der Generationen funktioniert. „Diese Gruppe ist etwas ganz Besonderes“, sagt Silvia Seffer. „Es ist ein tolles Miteinander, ganz ohne Meckerei.“

Bald war klar, dass die hiesige Theatergruppe das darauffolgende Weihnachten kaum erwarten konnte. Also wurde auch für die wärmere Jahreszeit ein Bühnenstück gesucht und einstudiert. „Ich hatte eins in der Schublade“, erinnert sich Silvia Seffer. Es war „Die goldene Gans“, ebenfalls von den Gebrüdern Grimm und frei umgeschrieben von der Pfarrersfrau. Sie habe sich dabei an der Defa-Verfilmung orientiert, erzählt sie. In diesem Jahr ist es nun das Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Wieder haben sich alle ins Zeug gelegt. Nicht nur schauspielerisch. Es mussten auch Requisiten gebaut werden. Denn was ist ein Bühnenstück ohne Bühnenbild. Zudem wurden Kostüme ausgeliehen, Kopien gedruckt oder manchmal auch ein Transporter gemietet. Das geht ins Geld. Deshalb war Silvia Seffer froh, als sie in der Zeitung las, dass die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen seit diesem Jahr kleine Kulturprojekte im ländlichen Raum unterstützt.

„Uns haben immer wieder Leute angesprochen, ob der Freistaat nicht solchen Projekten finanziell etwas unter die Arme greifen könnte“, erzählt Staatssekretär Gaul. Deshalb habe das sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Mai 200 000 Euro der Kulturstiftung des Freistaates zur Verfügung gestellt. Als abzusehen war, dass das Interesse riesig ist, wurde der sogenannte Kleinprojektefonds um weitere 50 000 Euro aufgestockt.

Seitdem fährt Uwe Gaul durch den Freistaat und bringt die Förderbescheide, wenn es zeitlich möglich ist, persönlich vorbei. „Es ist schöner, als ihn nur per Post zu schicken“, sagt der SPD-Mann. „Wir erleben viele Dinge und haben großen Respekt davor, was die Leute in Sachsen alles auf die Beine stellen.“ Rund 80 kleine Kunstprojekte kommen in diesem Jahr in den Genuss des Fonds. So erhält die Kirchentheatergruppe aus Skäßchen 1050 Euro.