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Rathewalder Bad vor Hochwasser geschützt

Die einmalige Atmosphäre in dem Erlebnisbad lockt sogar Familien aus Dresden an. Doch mitunter war die Saison in Gefahr. Jetzt gibt es gute Neuigkeiten.

Uwe Nescheida ist seit 18 Jahren Schwimmmeister im Erlebnisbad Rathewalde.
Uwe Nescheida ist seit 18 Jahren Schwimmmeister im Erlebnisbad Rathewalde. © Steffen Unger

Schwimmmeister Uwe Nescheida musste in seinen 18 Dienstjahren im Rathewalder Erlebnis-Bad schon einige Rückschläge einstecken. Mehrmals musste er mit ansehen, wie sich bei Starkregen Schlammlawinen von den angrenzenden Feldern in Richtung Erlebnisbad wälzten und Becken und Außengelände überspülen. In solchen Fällen ist die Saison meist gelaufen, keine Einnahmen mehr, nur Ausgaben und Arbeit.

Dabei ist das Rathewalder Erlebnisbad ziemlich beliebt. Zu den Stammgästen gehören sogar viele Familien aus Dresden die die angenehme Atmosphäre in dem Bad schätzen. Jetzt gibt es gute Neuigkeiten. Die Stadt Hohnstein will den Hochwasserschutz für das Erlebnisbad verbessern. In einer zweiten Bauphase wird die Badtechnik und die Ausstattung erneuert.

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Erstmals wieder Zuschüsse für Badsanierung

Das Ingenieurbüro Picon aus Dresden hat sich in den letzten Monaten viel mit dem Erlebnisbad in Rathewalde beschäftigt. Ihr Auftrag: Wie kann der Hochwasserschutz verbessert werden? Was muss an neuer Badtechnik beschafft werden. Verschiedene Varianten wurden nun vorgestellt und geprüft.

Über die Sanierung des Bades wird in Hohnstein schon länger diskutiert. Allerdings war klar, ohne Zuschüsse kann die Stadt das nicht bewerkstelligen. "Jetzt gibt es seit vielen Jahren wieder die Möglichkeit, Fördermittel für Bäder zu bekommen und die Chance wollen wir natürlich nutzen", sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Erlebnisbad Rathewalde versinkt in Schlammmassen

Schon bei einem moderaten Sommerregen wird das Bad überflutet. Das Becken wird verschmutzt. Die technischen Anlagen fallen aus. Das Bad muss wieder gereinigt werden. In dieser Zeit fehlen die Einnahmen. Deshalb soll nun der Hochwasserschutz verbessert werden.

Rein statistisch gesehen, wird das Bad einmal pro Jahr vom Hochwasser betroffen. Das haben die Bauplaner von Picon festgestellt. Ihren Berechnungen für einen Hochwasserschutz haben sie ein Hochwasserereignis zugrunde gelegt, was aller 20 Jahre vorkommen kann, also ein heftiges Unwetter. Das Einzugsgebiet des Bades umfasst 102 Hektar. Aufgrund der territorialen Lage fließt deutlich mehr Wasser von den Feldern in die Anlage hinein als wieder heraus. Aus diesem Grund schlagen die Planer eine Kombination von objekt- und Freiflächenbezogenen Maßnahmen vor.

Schutzwände für die Badtechnik

Das anfällige Technikgebäude soll mit mobilen Schutzwänden ausgerüstet werden. Immer dann, wenn sich ein solches Schadensereignis ankündigt, können die Wände ausgefahren werden. Im hinteren Bereich müsste die Böschung erhöht werden, damit das Wasser besser umgeleitet werden kann. Die alte Verrohrung wird zurückgebaut und ein Stück Fußweg im hinteren Bereich. Außerdem soll eine Furt angelegt werden, in der das Wasser abfließen kann. Dazu muss der Ballsportbereich an einen anderen Platz neu eingerichtet werden. Die Gesamtkosten für den Hochwasserschutz im Erlebnisbad Rathewalde belaufen sich auf etwa 122.000 Euro. Sechs bis sieben Wochen Bauzeit wären einzuplanen. Optimaler Baubeginn wäre im September, also nach Abschluss der Badesaison.

Eines der beliebtesten Freibäder in der Sächsischen Schweiz, weil nicht zu groß und familienfreundlich.
Eines der beliebtesten Freibäder in der Sächsischen Schweiz, weil nicht zu groß und familienfreundlich. © Steffen Unger

Neue Oberfläche für die beiden Rutschen

Schwimmmeister Uwe Nescheida hat mit seinen Helfern immer ein waches Auge darauf, dass die Badanlage tipptopp aussieht. Doch nach so vielen Jahren haben einige Geräte schon so ihre Gebrauchsspuren. An der Großrutsche wurden trotz ständiger Reparaturen einige Schäden festgestellt. Aus diesem Grund soll im Schwimmbeckenbereich einiges erneuert werden. Das Durchschreitebecken und der Beckenrand sollen instand gesetzt werden. Die Strömungskanäle müssen neu abgedichtet werden. Gleichzeit soll die Oberfläche der Großrutsche und die Kinderrutsche mit einem speziellen Verfahren erneuert werden.

Badtechnik ist der größte Posten

Das Herzstück des Rathewalder Erlebnisbades ist die Wasseraufbereitungsanlage. Vorgesehen ist, die Pumptechnik komplett zu erneuern, ebenso die Filter. So müssen zum Beispiel in den drei Druckfiltern je Filter um die 9,2 Kubikmeter Kies und Anthrazit ausgetauscht werden. Die Stoffe sind zum Reinigen des Wassers wichtig . Außerdem will man die Innenbeschichtung der Filter mit erneuern. Allerdings könnte es da einige Überraschungen geben. Sollten die Schäden größer sein, dann müsste wohl alles ausgetauscht werden. Das wiederum würde die Kosten in die Höhe treiben. Überarbeitet werden auch die Mess- und Dosierstrecke für das Chlorgas. Alles in allem kommen die Bauplaner bei der Badtechnik auf Kosten von reichlich 160.000 Euro, wobei der größte Posten in den Wasseraufbereitung liegt.

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