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Bikepoint reagiert auf aktuelle Entwicklungen in der Branche

Die neue Filiale in der Straße E ist nur ein Baustein auf dem Weg. Ein weiterer Neubau und ein neuer Standort sollen bald folgen.

Stefan Wiesner (r.) möchte sich auf diesem Grundstück bald noch ein weiteres Mal vergrößern. Die neue Filiale läuft unter der Führung von Andreas Popig (l.).
Stefan Wiesner (r.) möchte sich auf diesem Grundstück bald noch ein weiteres Mal vergrößern. Die neue Filiale läuft unter der Führung von Andreas Popig (l.). © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. "Wir sind aus allen Nähten geplatzt“, begründet Stefan Wiesner die notwendige Veränderung. Die neu erbaute Bikepoint-Filiale im Industriegelände, gelegen zwischen Straße A und Straße E, ist vor allem eine Reaktion auf die Entwicklung der vergangenen Jahre in der Fahrrad-Branche. Besonders die wachsende Nachfrage nach E-Bikes hat damit zu tun.

Im nächsten Jahr ist es zwei Jahrzehnte her, dass sich der Hoyerswerdaer Stefan Wiesner mit seinem ersten Fahrrad-Laden in der Spremberger Straße selbstständig gemacht hat. Heute kann er insgesamt 36 Mitarbeiter an drei Standorten beschäftigen. Neben Hoyerswerda hat er eine Filiale in Bautzen (seit 2007) und seit etwa vier Jahren eine in Görlitz. Auch dort wurden in den vergangenen Jahren Umbauten und Umzüge vorgenommen, um sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

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Nun ist der Neubau in Hoyerswerda außen ähnlich aufgemacht, wie das 2018 in Bautzen errichtete Geschäft. Dunkelgraue Trapezbleche als Verkleidung, lange Fensterfronten als Blickfang und in großen Lettern ist „Bikepoint Wiesner“ zu lesen. Innen befindet sich ein großer Ausstellungsraum mit Rädern, Ausstattung und Zubehör. Dazwischen sind mehrere kleine Beratungspunkte untergebracht. Eine großzügige Werkstatt mit mehreren identisch eingerichteten Arbeitsplätzen ist angeschlossen. Im Lager ist Platz für 1.000 Fahrräder.

Etwa acht Jahre war die Filiale am Pforzheimer Platz in Hoyerswerda erreichbar. Der Verkaufsraum ist zu klein geworden. In der Werkstatt herrschte Platzmangel. Die Anforderungen gehen dahin, mehr Verschleiß- und Ersatzteile sowie Kompletträder selbst auf Lager zu haben. Diese Entwicklung hat die Pandemie nur noch verstärkt. Produktionen ruhten zwischenzeitlich monatelang, Komponenten kommen den weiten Weg aus Asien und zwischendrin strandete ein Containerschiff mit Zubehörteilen im Suezkanal. Die Warenbeschaffung gestaltet sich insgesamt schwierig. „So kann ich bald Lieferengpässe abfangen“, erklärt Stefan Wiesner. Er sieht diese Weiterentwicklung als unumgänglich an. Der Umzug von der Innenstadt an den Stadtrand hat der Frequentierung keinen Abbruch getan, hat der Unternehmer beobachtet. Die Ostumfahrung spielt ihm gewissermaßen in die Karten. 40 Parkplätze sind vorhanden und auf dem Außengelände gibt es einen Test-Parcours mit einem kleinen Hügel und Bodenwellen. Die Belegschaft hat sich auch entsprechend von sechs auf 15 vergrößert. „Ich beschäftige mittlerweile mehr Mechaniker als Verkäufer.“ Verstärkung wird immer noch gesucht. Alleine drei Mitarbeiter sind nur im Lager tätig.

Dieses Feld soll künftig noch ausgeweitet werden. Denn der Bau einer Lagerhalle auf dem über 7.000 Quadratmeter großen Grundstück ist in Planung. Künftig wird die Logistik aller drei Standorte von Hoyerswerda aus organisiert, hier ein zentrales Lager aufgebaut. Das soll die anderen Filialen entlasten. Weitere 2.000 Lagerplätze können nach jetzigem Stand dazukommen. „Hier sind noch Flächen da, vielleicht geht es dieses Jahr noch los“, so Wiesner über das 2020 für knapp 100.000 Euro von der Stadt erworbene Grundstück. Eine weitere Idee von ihm ist, einen neuen Standort in Richtung Senftenberg zu entwickeln.

Der Hoyerswerdaer sieht in den letzten zehn Jahren eine enorme Entwicklung auf dem Markt, besonders die E-Mobilität betreffend. „Da ist technisch viel passiert, das hat dem Ganzen einen Boom verliehen.“ Als weiteres Beispiel nennt er das Dienstrad-Leasing und weitere Gedanken dazu in der Politik. „Ich bin gezwungen, mich weiterzuentwickeln“, fasst Stefan Wiesner zusammen. Das hat wiederum zur Folge, dass er quasi ein doppeltes Portfolio bereithalten muss. Ein E-Bike ist beispielsweise in einer Stunde verkaufsfertig montiert – nur halb so lang dauert es bei einem herkömmlichen Fahrrad. Das ist in Summe eine anspruchsvollere Arbeit.

Zurzeit macht der Fahrrad-Neukauf den Großteil des Tagesgeschäftes aus, und für Werkstatt-Termine kommen die Kunden. Der Kontakt und die Beratung funktionieren auch auf anderen Kanälen. Das werde gut angenommen, ist das Fazit der letzten Monate. „Die Kunden wissen heute ganz anders mit der Situation umzugehen, als noch vor einem Jahr.“

Zu diesem Zeitpunkt ist auch die Jahresplanung für 2022 bereits abgeschlossen. Produktionen seien teilweise ein halbes Jahr vorgezogen worden, erklärt der Bikepoint-Besitzer. „Das ist eine Herausforderung, weil ich mich nicht auf das Geschäftsjahr 2021 beziehen kann.“ Normalität wünscht sich auch Stefan Wiesner unbedingt zurück. „Es gibt keinen Gewinner der Corona-Krise“, reagiert Stefan Wiesner auf manche Verlautbarungen die Fahrrad-Branche betreffend. „Wir haben mit anderen Problemen zu kämpfen, wollen aber auch nicht jammern.“

Die Arbeitsplätze im Werkstattbereich sind personalisiert, ermöglichen ein komfortableres Arbeiten als am alten Standort. Weitere Werkbänke können bei Bedarf ergänzt werden. „Das sind gute Bedingungen“, schätzt Filialleiter Andreas Popig ein.
Die Arbeitsplätze im Werkstattbereich sind personalisiert, ermöglichen ein komfortableres Arbeiten als am alten Standort. Weitere Werkbänke können bei Bedarf ergänzt werden. „Das sind gute Bedingungen“, schätzt Filialleiter Andreas Popig ein. © Foto: Gernot Menzel

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