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Die Stille vor dem Schuss

Susanne Busch bietet in Litschen eine Therapie an, die per Bogen Ruhe, Selbstbewusstsein und Zielfähigkeit unterstützt.

Susanne Busch unterrichtet intuitives und therapeutisches Bogenschießen in jeweils zwei Arbeitseinheiten à zwei Stunden: Praxis/Technik und intuitiv-technische Arbeit. Schon der Umgang mit dem Bogen zeigt die innere Verfassung des Schützen an: Kann ich
Susanne Busch unterrichtet intuitives und therapeutisches Bogenschießen in jeweils zwei Arbeitseinheiten à zwei Stunden: Praxis/Technik und intuitiv-technische Arbeit. Schon der Umgang mit dem Bogen zeigt die innere Verfassung des Schützen an: Kann ich © Foto: Uwe Jordan

Lohsa. Bogenschießen: im frühjugendlichen Alter denkt man sofort an Indianerspiele; an Flitzebögen aus Holunder- oder Haselnussgerten mit Angelsehne und mit selbstgeschnitzten Pfeilen. Auch das mittelalterliche England ersteht vor dem Auge: die Rosenkriege von 1455 bis 1485 zwischen den verfeindeten Häusern York (weiße Rose im Wappen) und Lancaster (rote Rose), deren Schlachten von den Langbogenschützen geprägt waren und die nach mehreren Wechselfällen schlussendlich den Sieg der „Roten“ brachten – wobei im Finale von Bosworth 1485 der shakespeare-legendäre York’sche Bösewicht Richard III. hatte sein Leben lassen müssen. Als Erwachsener hat man eher eine Sportart vor Augen, bei der es gilt, nicht ins Schwarze zu treffen, sondern ins Gelbe – denn der Mittelpunkt der Bogenscheibe ist gelb, die umschließenden Kreise rot und blau, erst dann kommt Schwarz und zuletzt Weiß.

Auf der zweiten Ebene

Das alles bringt man mit Bogenschießen in Verbindung – aber eine Therapie, die einen Weg zur inneren Ruhe und Selbstvertrauen bewirkt; die einem hilft, sich selbst und sein Leben zu strukturieren, Erfolg zu „organisieren“? Und doch will, kann das das therapeutisch-intuitive Bogenschießen, das die Heilpraktikerin Susanne Busch auf ihrem Areal am Litschener Dorfanger 1 und bei Seminaren auch außerhalb des Lohsaer Ortsteils anbietet. Denn die kämpferisch-sportlichen Inhalte des Bogenschießens wie in obigen Assoziationen geschildert, haben noch eine zweite Ebene, die man grob gesagt als das Tun, „ die Stille vor dem Schuss“ umschreiben kann: Ehe der Pfeil von der Sehne geschnellt wird, gilt es, diesen finalen Akt vor allem mental vorzubereiten. So, wie alle Handlungen des Lebens, die Erfolg versprechen sollen, einer inneren Vorbereitung bedürfen, ehe der entscheidende Angriff aufs Ziel unternommen werden kann. Hierbei kommt es vor allem auf Haltung und Atmung an; das Handeln dem Atmen anpassen, den Rhythmus bestimmen zu können und nicht umgekehrt sich von ihm bestimmen zu lassen.

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Leichtigkeit und Lebensfreude

Darum ist das eigentliche, leibhaftige Bogenschießen bei Susanne Busch zwar Bestandteil des Etwas-über-sich-selbst-Erfahrens, mit dem die jeweilige Stunde begonnen wird, aber nur der Auftakt; Grundlage des Arbeitens an der Psyche. Arbeit, mittels derer eigene Schwächen und Stärken erkannt werden; Krisen gemeistert und neue Quellen der mentalen Kraft erschlossen werden können. Susanne Busch beschreibt es so: „Das Arbeiten mit Pfeil und Bogen hat einen ganz besonderen Wert. Es vermittelt Ruhe und Achtsamkeit in Verbindung mit den Gegebenheiten der Natur. Dadurch wird das Erspüren der eigenen Bedürfnisse und Persönlichkeit in den Vordergrund gestellt. Leichtigkeit und Lebensfreude finden wieder Raum im Leben und eröffnen somit neue Wege für mehr Selbstvertrauen und Erfüllung im Leben.“

Es geht nicht ums Treffen allein

Beim intuitiven Bogenschießen gehe es nicht ums Treffen auf einen bestimmten Punkt oder um der/die Beste zu sein, sondern um die Körperwahrnehmung. Um das Zusammenspiel von körperlicher Anspannung und mentaler Entspannung mit Hilfe der Atmung. Um das Loslassen von störenden und quälenden Gedanken. Um Lösungsansätze zu finden für einen Weg vom Außen zu sich selbst. „Selbstvertrauen, Mut, Authentizität, Achtsamkeit, Dankbarkeit, Selbstwert, Geduld, Besonnenheit, Empathie, Wertschätzung, Respekt, Annehmen, Zulassen, Wachsen, Loslassen ... – Wege zu einem bewussteren Leben – ganz gleich, ob erstmals dorthin gegangen oder zurück gegangen zu verloren Geglaubtem.

Bogenschießen ist neben dem (Wieder-) Erlernen von Selbstbewusstsein und innerer Ruhe auch für Schmerzpatienten eine Möglichkeit, neues körperliches/seelisches Wohlbefinden zu erlangen.

Aus der klassischen Medizin

Susann Busch kommt aus der klassischen Medizin, war lange Krankenschwester. Dann führte sie ein Sanitätshaus in Spremberg. Dabei erkannte sie, dass die klassische Medizin zwar das Gebiet der „reinen“ körperlichen Leiden recht gut bewältigt, aber das, was hinter diesen Leiden stehen kann, oft nicht betrachtet – weil es nicht in ihr Fachgebiet schlägt. „Im Sanitätshaus hatte ich oft mit Wundversorgung zu tun. Und habe mir die Frage gestellt: «Warum verheilen manche Wunden scheinbar nicht – oder brauchen dafür sehr lange?» Die Antwort war manchmal verblüffend: Weil die Leidenden, vor allem einsame Menschen, es nicht wollten. Denn das Verletzt-Sein war ihre einzige Chance, Aufmerksamkeit und Fürsorge von außen zu erlangen. Es war gewissermaßen der Versuch, dieser Hilfe und Zuwendung nicht verlustig zu gehen; aber es war auch das Eingeständnis, mit der eigenen Lebenssituation neben der eigentlichen Krankheit nur schwer umgehen zu können. Aber woher sollten das die Betroffenen auch können? Hatte man sich doch noch nie mit ihnen zu diesem Aspekt ihres Leidens beschäftigt; eines sehr komplexen Empfindens, das eben nicht nur die Wunde selbst betraf, sondern die sozialen Beziehungen – oder eben Nicht-Beziehungen, die den Genesungsprozess und das Gesundsein ganz wesentlich beeinflussen.“ Das treffe auch auf das Familienleben zu: Ist es geprägt von gegenseitigem Verstehen und Miteinander – oder gibt es hindernde Missklänge, die ausgeräumt werden müssen?

Bunt statt Schwarz-Weiß

Diese Erkenntnis gab Susanne Busch den Anstoß zu einer Neu-Orientierung. Sie absolvierte 2009 eine Ausbildung in puncto Biomeditation; 2012 kam eine Heilpraktikerinnen-Ausbildung hinzu. Sie sieht darin keinen Widerspruch zur Schulmedizin: „Eine «Schwarz-Weiß»-Trennung ist weder hilfreich noch richtig. Im Gegenteil geht es mir ums Bunt-Machen. Es wird doch auch keiner auf die Idee kommen, sich vollkommen einseitig zu ernähren oder zu kleiden – es gibt doch so viele Varianten, die alle zu einem guten Leben führen können.“ Da sei es wie mit dem Wald, den man ja auch jahrzehntelang versucht habe, in scheinbar effizienter Monokultur zu züchten – bis erkannt wurde, dass solche Monokulturen extrem anfällig sind für Krankheiten und Schädlinge; über nur geringe Selbstheilungskräfte verfügen. Dem könne die angesprochene Buntheit entgegenwirken, denn „ ... Naturheilkunde gibt es schon seit mehreren tausend Jahren. Warum soll man diese Erkenntnisse nicht verbinden können mit der relativ jungen Schulmedizin?“ Auch sei jeder Patient anders. Jeder müsse seinen eigenen Weg suchen – und werde ihn finden, wenn er offen sei.

Wahrnehmung als erster Schritt

So ein Weg war für Susanne Busch neben Biomeditation und Fasten (nach Otto Buchinger) das 2018 von ihr für sich entdeckte intuitive Bogenschießen, vom Ravensburger Diplom-Psychologen Karl-Heinz Schäfer weiterentwickelt zum therapeutischen Bogenschießen: „Das intuitive Bogenschießen hat einen sportlichen Aspekt, aber auch einen stark meditativen Charakter; orientiert sich auf Ruhe und Sicherheit im Ablauf der Bewegungen. So kann es ein Stück Persönlichkeitsentwicklung sein.“ Das therapeutische Bogenschießen erweitert diesen Ansatz zur „zielorientierten Ruhe“ zwecks Gewinnung von Selbstvertrauen und dem Bewältigen von Aufgaben mit ruhiger Kraft und Gelassenheit. Es hilft, eingeschliffene Wahrnehmungs-Muster zu verändern. Und Wahrnehmen, nicht zuletzt mit scheinbar überraschenden Verknüpfungen wie eingangs dieses Artikels, ist der erste Schritt zur Veränderung.

Susanne Busch: 0172 8684414

[email protected]

www.heilpraktikerin-busch.de

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