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Ein Gegenpol zu stark entwickelten Seen

Der „Masterplan Erikasee und Kortitzmühler See“ zielt auf naturnahen Tourismus. Lautas Bürgermeister übt Kritik.

Das ist der westliche Teil des Erikasees. Das Gewässer erstreckt sich von Laubusch am Stadtgebiet von Lauta vorbei bis Lauta Dorf (unten am Bildrand) und die B 96 in Richtung Großkoschen (links oben zu erkennen). Erst aus der Vogelperspektive werden die
Das ist der westliche Teil des Erikasees. Das Gewässer erstreckt sich von Laubusch am Stadtgebiet von Lauta vorbei bis Lauta Dorf (unten am Bildrand) und die B 96 in Richtung Großkoschen (links oben zu erkennen). Erst aus der Vogelperspektive werden die © Foto: Uwe Schulz

Die Sanierung des Erikasees und des Kortitzmühler Sees wird voraussichtlich ab 2025 fortgesetzt. In der Sanierung liegt das Potenzial, das Gebiet neu zu ordnen und zu entwickeln. Durch den „Masterplan Erikasee und Kortitzmühler See“ soll diese Entwicklung gesteuert werden, um mittel- bis langfristig eine bedarfsgerechte Folgenutzung zu ermöglichen, heißt es in der Einleitung zu eben diesem Masterplan. Im August 2019 wurde mit seiner Erstellung begonnen. Ein Jahr später war er fertiggestellt. In diesem Monat hat der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen der Endfassung zugestimmt.

Ruhe und Entschleunigung

In den folgenden sechs Punkten wurden die Ergebnisse des ohne Anhänge 85 Seiten starken Masterplans für die Verbandsräte aufbereitet: Neben der Vermarktung des Stadtparks und der Gartenstadt Lauta soll der Erikasee unter dem Leitbild „berührte Natur“ erlebbar gemacht werden. Der Naturschutz als Besonderheit wird herausgestellt. Das Gebiet von Erikasee und Kortitzmühler See soll als Gegenpol zu den stark touristisch entwickelten Seen dienen und Ruhe und die Möglichkeit zur Entschleunigung bieten. Es wird die Konzentration auf einzelne Standorte zur Naturbeobachtung am See angeregt. Neben der Schaffung von naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten gilt das Augenmerk auch der Wege-Anbindung der Stadt Lauta und von Laubusch.„Der Erikasee ist der vom Landkreis Bautzen am höchsten zu bewertende See hinsichtlich des Naturschutzes in der Region“, stellen die Verfasser des Masterplans fest. „So findet sich hier Sachsens größtes Vorkommen von Sumpfsittern, Sumpfdreizacken, Torfmoosen, Fischottern und Bibern.“ Und weiter heißt es: „Die hier vorkommenden Zwischenmoorstadien und Eisvögel sind hochgradig wertvoll. Auf der Brandenburger Seite existieren Rohrdommelbestände. Andere Arten sind der Fischadler, Trauerseeschwalben, Kiebitze, Graugänse und verschiedene Amphibien.“Baden als ein für die Bevölkerung ganz wichtiger Aspekt ist im Erikasee aktuell, aufgrund der bergbaulichen Einschränkungen, nicht zulässig. „Die Insel könnte durch eine Engstelle rutschen und Wellen erzeugen, welche durch eine unterliegende Düsenwirkung wiederum die Wellen verstärken würde. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die Innenkippen abrutschen. Um die Badestelle nutzen zu können, müssten die nördlichen Böschungen untersucht und entsprechend saniert werden. Eine multifunktionale Nutzung des Bereiches ist grundsätzlich schwierig.“

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Bereich der Badestelle nutzen

Dennoch sollte der Erikasee als „Haussee“ von Lauta und Umgebung entwickelt werden. „Es wird empfohlen, ein Angebot bzw. einen Standort zu schaffen, an dem Baden und Angeln sowie die Befahrung mit muskelbetrieben Booten möglich ist.“ Vorzugsweise soll dafür der Bereich der ehemaligen Badestelle genutzt werden. „Mit dem Ausbau und der Ausgestaltung der ehemaligen Badestelle zum kleinen Naturstrand werden Wildnutzungen an anderen Standorten am Wasser vorgebeugt.“ Soll der Erikasee eine besondere Rolle im Bereich des naturnahen Tourismus spielen, so heißt es weiter, ist die Entwicklung von Wegen und Verbindungen für die kurz- bis langfristige Entwicklung von hoher Relevanz, so die Einschätzung im Masterplan. Die Entwicklung des Wirtschaftsweges Laubusch - Erikasee - Südmarkscheide wurde durch die LMBV projektiert. Er ist für die künftigen Sanierungstätigkeiten unbedingt nötig und soll später einmal als touristischer Radweg genutzt werden. Im Masterplan wird sogar vorgeschlagen, im Rahmen der bergbaulichen Sanierung einen Rundweg um den Erikasee zu planen. Dieser Weg würde eine Länge von etwa zwölf Kilometern und natürlich touristisches Potenzial haben.Der weitere Entwicklungs-Prozess im Masterplan-Gebiet soll von einer noch zu bildenden „Arbeitsgruppe Erikasee“ begleitet werden. „Damit steht und fällt der Erfolg der hier vorgeschlagenen Maßnahmen“, so die Feststellung im Masterplan.

Eine Hiobsbotschaft der LMBV

Mit dessen von Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen beschlossener Endfassung ist der Lautaer Bürgermeister Frank Lehmann aber keineswegs zufrieden. „Der Prozess und die Ergebnisse können nur zum Teil befriedigen“, erklärte er in der Verbandsversammlung. „Der eine oder andere Zielaspekt wurde nicht erreicht.“ Insbesondere geht es ihm um den erwähnten Bau des Wirtschaftsweges auf der Südseite des Erikasees. Erst vor wenigen Tagen habe er die Hiobsbotschaft von der LMBV bekommen, dass für den Weg aktuell keine Gelder zur Verfügung stehen. Das ärgert ihn maßlos. „Wir reden seit zehn Jahren darüber“, beklagte er und kündigte an, bei der LMBV vorstellig zu werden und auf Lösungssuche zu gehen. „Ehe dort nichts passiert“, so stellte er klar, „brauchen wir über eine Arbeitgruppe nicht nachdecken.“

https://zweckverband-lss.de/masterplan-erikasee-und-kortitzmuehler-see/

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