Hoyerswerda
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Igelmutti bittet um Unterstützung

Marlies Krannich kümmert sich seit vielen Jahren um verletzte, untergewichtige und von der Mutter verlassene Igel. Jetzt braucht sie selbst Unterstützung.

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Marlies Krannich kümmert sich aufopferungsvoll um Igel und sucht nun Unterstützung, damit sie die hilfsbedürftigen Tierchen immer in guten Händen weiß.
Marlies Krannich kümmert sich aufopferungsvoll um Igel und sucht nun Unterstützung, damit sie die hilfsbedürftigen Tierchen immer in guten Händen weiß. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Der Herbst steht vor der Tür. Es ist nicht nur die goldene Jahreszeit, in der auch massenweise Laub, Kastanien und Eicheln zu Boden fallen. Es ist auch jene Zeit, die regelmäßig für einen wahren Ansturm von hilfsbedürftigen Igeln sorgt. Kranke oder abgemagerte Tiere werden vielfach gesichtet und im besten Fall in professionelle Pflegestellen gebracht. Marlies Krannich kümmert sich seit mehr als 16 Jahren um die Stachelträger. Über 200 Tiere hat die EU-Rentnerin bis dato schon gepflegt und aufgepäppelt.

Die gelernte Krankenschwester machte sich schlau, recherchierte über das Leben und die Pflege von kranken und untergewichtigen Igeln, suchte Kontakt zu Experten wie Tierärzten und Vereinen, die engagierte Igelhilfe betreiben.

Wer etwas über Igel wissen möchte, ist bei der sachkundigen Hoyerswerdaerin an der richtigen Adresse. Marlies Krannich weiß auch, dass die Ursachen für verlassene Igelkinder beispielsweise mehrere Ursachen haben können – wie äußere Störungen im Nest. Manche Igelmütter würden ihren Nachwuchs in Gefahrensituationen auch auffressen, um sie in vermeintliche Sicherheit zu bringen. Marlies Krannich könnte mit ihren kleinen und großen Igelgeschichten wohl ein ganzes Buch füllen. Berührende Schicksale, die zu Tränen rühren, aber auch Hoffnung machen.

Jeder gerettete und im besten Fall ausgewilderte Igel ist für die Natur wieder ein Nützling und Schädlingsbekämpfer mehr. Momentan kümmert sich die Hoyerswerdaerin um sechs Igel. Dabei handelt es sich um fünf neugeborene Tiere und einen erwachsenen Igel, dem ein Bein fehlt. Marlies Krannich weiß aus Erfahrung, dass bald wieder viele Igel Hilfe brauchen, um überleben zu können. Dann werden bei Familie Krannich wieder mehrere Igel ein zu Hause auf Zeit bekommen.

Deshalb sucht die selbst ernannte Igelmutti Unterstützung, wenn mal dringend Hilfe benötigt wird. „Es kann ja auch mal sein, dass ich ins Krankenhaus muss oder für ein paar Tage unterwegs bin. Dann wäre Unterstützung von einer oder mehreren vertrauenswürdigen Personen sehr hilfreich, und ich wäre beruhigter, weil ich wüsste, dass die Igel in guten Händen sind“, meint Marlies Krannich.

Wer sich vorstellen könnte, einen oder mehrere Igel bei sich aufzunehmen und zu pflegen, kann sich gern bei Marlies Krannich unter 1 03571 413159 melden. Sie ist gerne bereit, noch Unerfahrene bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu unterstützen, professionelle Anleitungen zu geben sowie ihr Wissen und Erfahrungen weiterzuvermitteln. Was generell als Grundvoraussetzung wichtig sei: Es braucht einen geeigneten Platz, um die Igelbehausungen für den Winter aufstellen zu können.

Kleine Igelhilfe

  • Aufgeschüttete Laubhaufen und Äste sind in den kalten Monaten nicht nur für Igel geeignete Rückzugsorte.
  • Wer bewusst Igelnester zerstört, muss in Sachsen mit 50.000 Euro Bußgeld rechnen.
  • Igel, die am Tage unterwegs sind, einen kranken Eindruck machen oder abgemagert aussehen, brauchen meist Hilfe.
  • Wer es sich zutraut, kann die Tiere von Parasiten befreien.
  • Ein Karton befüllt mit Zeitungen und Handtüchern sowie mit einer kleinen Schlafbehausung ausgestattet, gehören zu den ersten Notfallmaßnahmen.
  • Nicht einfach drauflos füttern, denn Igel vertragen nicht alles. Also keine Milch, sondern nur Wasser bereitstellen!
  • Beim Auffinden eines hilfsbedürftigen Igels besser fachkundigen Rat einholen.