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Hoyerswerda

Niedrigwasser Spree und Schwarzer Elster

Die Arbeitsgruppe „Extremsituation“ arbeitet erneut. Es ist einfach zu trocken.

Am Hoyerswerdaer Hauptwehr fließt das Wasser der Schwarzen Elster seit dem Wochenende nicht mehr über die Fischbauchklappe, sondern nur noch durch die Fischtreppe. Der Elster-Altlauf wird ebenfalls noch bedient.
Am Hoyerswerdaer Hauptwehr fließt das Wasser der Schwarzen Elster seit dem Wochenende nicht mehr über die Fischbauchklappe, sondern nur noch durch die Fischtreppe. Der Elster-Altlauf wird ebenfalls noch bedient. © Foto: Uwe Schulz

Cottbus. Kaum Niederschlag im Juni in Verbindung mit hochsommerlichen Temperaturen führten zu einem deutlichen Rückgang der Abflüsse in der Spree und Schwarzen Elster. Einige Mindestabflüsse können trotz erster ergriffener Maßnahmen nicht mehr gehalten werden. Das Brandenburgische Landesamt für Umwelt berief deswegen am vergangenen Donnerstag die länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“ ein, um der bereits angespannten Situation in Zusammenarbeit mit den sächsischen und Berliner Kolleginnen und Kollegen zu begegnen. Die LMBV ist mit ihren Experten von der Flutungszentrale Lausitz daran beteiligt.

Die Folgen der Trockenjahre 2018 bis 2020 konnten von dem deutlich feuchteren Frühjahr 2021 nicht ausgeglichen werden. Und die Ad-hoc-AG „Extremsituation“ hat sich mit ihrer länderübergreifenden Arbeit bewährt. Ihr Ziel ist es, Strategien und Maßnahmen zu erarbeiten, um die Abflüsse in der Spree und Schwarzen Elster so weit wie möglich zu stabilisieren.

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Bei Temperaturen von zum Teil über 30 Grad Celsius fiel im Juni bisher deutlich zu wenig Regen. Seit Juni-Beginn wurden an der Messstation in Cottbus 3,8 Millimeter Niederschlag gemessen. Durchschnittlich fallen im Juni circa 50 Millimeter Regen in Cottbus (langjährige Reihe 1981 bis 2020). Die Vorhersagen kündigen zwar auch heftige Wärmegewitter an, wo diese allerdings auftreten und ob diese auch tatsächlich (Stark-)Regen bringen, ist nicht vorhersagbar.

Im Bereich der Spree sieht es so aus: Die sächsischen Speicher konnten in den Wintermonaten 2020 und 2021 ihr Stauziel erreichen und haben in der zweiten Juni-Woche mit der Niedrigwasseraufhöhung für Brandenburg und Berlin begonnen. Auch die Abgaben an der Talsperre Spremberg wurden auf 9,9 Kubikmeter pro Sekunde erhöht, um die Abflüsse in der Spree zu stützen. Aktuell fällt der Wasserstand der Talsperre Spremberg um zwei Zentimeter pro Tag. Trotz Abgabenerhöhung der Talsperre Spremberg konnte der Mindestabfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde am Pegel Leibsch UP am Ausgang des Spreewaldes aufgrund der sommerlichen Temperaturen und hohen Verdunstung nicht mehr gehalten werden. Der Abfluss in Leibsch UP liegt aktuell bei 3,28 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 17.06.2021). Der mittlere Abfluss am Pegel Leibsch UP für den Monat Juni beträgt 7,76 Kubikmeter pro Sekunde (langjährige Reihe 1991 bis 2019). Aus diesem Grund wurden bereits in der 23. Kalenderwoche 2021 erste Maßnahmen, wie die Reduzierung einzelner Ableitungen aus der Spree, ergriffen.

In der Schwarzen Elster haben die ausbleibenden Niederschläge im Einzugsgebiet zu einem drastischen Einbruch des Abflusses geführt. Am Pegel Neuwiese wurden am 17.06. circa 0,23 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der mittlere Abfluss liegt bei 2,95 Kubikmeter pro Sekunde. Am Pegel Kleinkoschen UP sind es aktuell nur noch 0,135 Kubikmeter pro Sekunde.

In der 23. Kalenderwoche 2021 wurde begonnen, mit Ausleitungen aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza und durch Abgabenerhöhung aus dem Senftenberger See den Pegel zu stützen. Dadurch fällt der Wasserstand im Senftenberger See um 1 bis 2 Zentimeter pro Woche und liegt aktuell bei 98,95 Meter NHN. Mit den steigenden Temperaturen und der damit zunehmenden Verdunstung wird sich die Abnahme des Wasserstandes beschleunigen.

Aufgrund der Wetterprognosen wird davon ausgegangen, dass die Niedrigwassersituation, die gerade erst begonnen hat, sich weiter verschärfen wird. (pm/US)

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