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Bloischdorf pflegt seine wendische Vergangenheit

Nach Umbaumaßnahmen in der Museumsscheune ist diese noch attraktiver. Vor allem für die Bildungsarbeit ist sie bestens geeignet.

Die neue Medienwerkstatt auf dem ehemaligen Heuboden.
Die neue Medienwerkstatt auf dem ehemaligen Heuboden. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Bloischdorf. Es ist nun gut 30 Jahre her, dass im „Niederlausitzer Sorbischen Museumsdorf Bloischdorf“ auch die Museumsscheune eingeweiht wurde. Der Beiname „Museumsdorf“ war nach der Wende eigentlich auch für den Ort angedacht, kam aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht zum Tragen. Bloischdorf blieb einfach Bloischdorf wie in allen Zeiten, von denen aber bis heute die Museumsscheune kündet.

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Anfang der 1990er Jahre entstand sie mit Fördermittelunterstützung durch die EU. Der „Niederlausitzer Sorbische Museumsverein e. V.“ mit 28 Mitgliedern ist Träger der Einrichtung, Eigentümer das Amt Döbern-Land. Derzeit ist die Scheune wie alle Museen weit und breit geschlossen. Doch hinter dem Hoftor regte sich in den Wintermonaten viel Betriebsamkeit. Mit Unterstützung des Bundesförderprogramms „Projekt Neustart Kultur“ erfolgten etliche Baumaßnahmen, auch mit Blick auf künftig zu erwartende Hygieneanforderungen in Museen.

Jetzt mit eigener Medienwerkstatt

Entstanden ist ein neuer Eingangsbereich mit Kassenraum. Das einst angrenzende Büro wurde zur Küche umfunktioniert, denn die Besucher werden bei Veranstaltungen in Normalzeiten auch bewirtet. Die alte Küche wurde zurückgebaut. Damit ist es jetzt möglich, die Besucherströme entsprechend den neuen Konzepten problemlos zu lenken. Vorstandsmitglied Grit Neumann freut sich ganz besonders über die Errichtung der Medienwerkstatt im ersten Stock, also auf dem einstigen riesigen Heuboden der Scheune. Der großzügige Schulungsraum lässt keine Wünsche offen. Hier können zukünftig Bildungsprojekte für Kitas und Schulen stattfinden, aber auch für Erwachsene. Gäste waren bisher die Kitas aus Groß Luja, Wadelsdorf und Spremberg sowie Schulkinder aus Spremberger Schulklassen. Nicht nur des bloßen Schauens halber, denn in der Bloischdorfer Museumsscheune gibt es schon seit langem Projekttage zu ländlichen Themen wie „Vom Korn zum Brot“ – inklusive des Brotbackens im Hofbackofen. Interessenten sind auch von weiter her gern gesehen.

Nach den Bauarbeiten wird jetzt wieder eingeräumt. Die Ausstellung zur Erinnerung an die sorbische Volkskünstlerin Irmgard Kuhlee aus Groß Buckow wird für die Zukunft vorgehalten. Zudem entsteht ihr zu Ehren eine dauerhafte Gedenkecke mit Bildern aus ihrem Nachlass, die sie der Museumsscheune Bloischdorf hinterließ.

Grit Neumann hofft wie viele andere, dass der Museumsbetrieb wieder beginnt. Immerhin gibt es im Jahreslauf viele sorbische Veranstaltungen. Alles soll wieder werden, wie es war – nur eben in um- und neu gestalteten Räumlichkeiten, die dem Anliegen der Museumsscheune und den Gäste-Wünschen noch besser entsprechen.

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