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Hoyerswerda

Ein Leben für König Fußball

Hoyerswerdaer Sportler trauern um 1919-Urgestein Eberhard Dewitz.

Eberhard Dewitz
Eberhard Dewitz © Archivfoto: Werner Müller

Hoyerswerda. Es war eine Art Krönung der Laufbahn: Im November 2010 wurde Eberhard Dewitz zum Präsidenten des Hoyerswerdaer Sportvereins 1919 gewählt. Dewitz erklärte damals, damit ein Verein „richtig laufen und mit Leben erfüllt werden“ könne, seien alle Mitglieder gefordert, freiwillig die notwendig zu erfüllenden Aufgaben zu übernehmen. Er schloss seine Antrittsrede mit einem Erich-Kästner-Zitat: „Es gibt nichts Gutes – außer man tut es“.

Der Traditionsverein und die Stadt

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Das war ein Lebensmotto des 1942 Geborenen; eines positiv „Fußballverrückten“; der sportler-zeitlebens bei, mit und für 1919 Hoyerswerda tätig war: dem stolzen Traditionsverein 1919, der in ebenjenem Jahr den Fußball nach Hoyerswerda gebracht und in seiner selbst geschaffenen sportlichen Heimstatt „Am Adler“ legendäre Spiele abgeliefert hatte – zunächst als Sp.V.H. 1919, zu DDR-Zeiten als BSG Aufbau und nach der Wende wieder als 1919. Immer vorn dabei: Eberhard Dewitz. Als Spieler (Torwart), Sponsor, Abteilungs- und Sportlicher Leiter, Funktionär im Ehrenamt, Zuschauer (fast jeder Partie); rastlos bemüht, dem Fußball in Hoyerswerda und natürlich besonders 1919 sportlich Geltung zu erhalten – von den Jüngsten bis zur Traditionsmannschaft; im Frauenfußball- und im Männerbereich, auch wenn die sportlichen Aufgaben bescheidener waren.

Die schwersten Jahre

In seine Amtszeit als Präsident fielen die wohl schwersten Jahre des Vereins. Das Stadion Am Adler wurde unter der finanziell übermächtig gewordenen Last aufgegeben; der Verein zog ins Jahnstadion – zum alten Lokalrivalen FC Lausitz, Nachfolger des FSV Hoyerswerda und der BSG Aktivist Schwarze Pumpe. Diesen Umzug („einen geordneten Rückzug“ nannte es der glühende „Adler“-Verfechter Eberhard Dewitz) musste er ins Werk setzen – und kämpfte dennoch leidenschaftlich dafür, dass 1919 auch unter diesen Bedingungen erhalten blieb. Wenigstens das „Hundertste“ sollte erreicht werden ... Doch die ermüdenden Querelen bewogen ihn, im Juli 2013 in die „zweite Reihe“ zurückzutreten, um für den Verein fortan ohne offizielles Amt wirksamer tätig sein zu können.

2016 fusionierten 1919 und der FCL; die Feier „100 Jahre Fußball in Hoyerswerda“ sah dann schon den Hoyerswerdaer FC (HFC) auf dem Plan. Eberhard Dewitz kehrte 2018 in den Vorstand zurück.

Ein Leben für den Fußball hat sich am 13. Februar vollendet. Ehrendes Gedenken gilt einem uneigennützigen Enthusiasten, dessen Name mit dem Hoyerswerdaer Fußball verbunden bleiben wird.

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