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Endspurt – jede Stunde zählt!

In der neuen Grundschule Am Markt in Laubusch beginnt am Montag der Schulbetrieb – und es ist noch einiges zu tun.

Diese Rohre auf dem Hof der frisch sanierten Grundschule Am Markt in Laubusch werden bis zum Schuljahresbeginn am Montag verschwunden sein.
Diese Rohre auf dem Hof der frisch sanierten Grundschule Am Markt in Laubusch werden bis zum Schuljahresbeginn am Montag verschwunden sein. © Foto: Ralf Grunert

Laubusch. Knapp 50 Meter Geländer samt Handläufen in den Treppenhäusern hat André Dorn von der Großenhainer Firma Seurig zu streichen. Bis Ende der Woche wird das erledigt sein, ist er sich sicher. Weniger optimistisch schaut sich derweil im Untergeschoss ein Fußbodenleger um. Hier ist noch jede Menge zu tun, weiß er. Auch in vielen anderen Räumen sowie im Umfeld des Schulgebäudes am Laubuscher Markt wird zu Beginn dieser Woche rangeklotzt. Jede Stunde zählt, denn am Montag beginnt der Schulbetrieb in der neuen Grundschule Am Markt – ohne Wenn und Aber.

„Im gesamten Gebäude sind noch Restleistungen abzuarbeiten“, sagt Jens Dauskart vom Lautaer Bauamt, während Schulleiterin Monika Simmank vorbeieilt, um Handwerker bei der Montage von Schränken einzuweisen. Seit rund zwei Wochen sind sie und ihre Kolleginnen im Haus, um die Klassenräume und Lehrerzimmer herzurichten. Ein Hauch von frischer Farbe hängt in der Luft. Fast überall gibt es neue Möbel. Nicht jedoch im Zimmer der Schulleiterin. „Die Ausstattung wurde doch erst vor drei Jahren angeschafft“, erklärt Monika Simmank wie selbstverständlich.

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Jens Dauskart gewährt einen kleinen Einblick in die Dimensionen der Schulbaustelle. 41 Firmen waren und sind an der Sanierung, die im Oktober 2019 begann, beteiligt. Im Durchschnitt waren immer mindestens 30 Leute auf der Baustelle. Allein im Gewerk Elektro wurden 17 Kilometer Kabel für Beleuchtung und Steckdosen verlegt, rund 2.100 Schalter und Taster sowie 7.600 Steckdosen installiert. Die Länge der Datenleitungen beträgt 12.000 Meter. Anstelle von Kreidetafeln wird die Schule mit 15 interaktiven Touch-Displays ausgestattet. Im Computer-Kabinett werden 28 PC stehen, erklärt Peter Nagel von der Firma Büro-Profi aus Hoyerswerda, während er mit einem Kollegen ein 86-Zoll-Display aus der Verpackung auf die Halterung wuchtet.

Eine Endabnahme der Schule als Gesamtpaket gibt es nicht. Die Abnahmen sind ein laufender Prozess, lässt Bauleiter Ralf Bogun von der Dresdner Firma BC Plan wissen. Für jedes Gewerk erfolgt nach der Fertigstellung des jeweiligen Loses die Abnahme. So geschehen schon im vorigen Jahr beim Los Abwasserleitungen und mit der Zwischenabnahme des Sportplatzes.

Die entscheidende Frage in den letzten Tagen auf einer Großbaustelle wie der in Laubusch, wo mehr als zehn Millionen Euro investiert werden, lautet: Wird alles rechtzeitig fertig? Bis auf kleine Restleistungen werde das gelingen, versichert Ralf Bogun. Trotz zwischenzeitlicher Corona-Ausfälle einiger Firmen und Schwierigkeiten bei Materiallieferungen. Als Beispiele für Restleistungen nennt er Abstellräume, die noch nicht fertig gestrichen sind, die Ausstattung der Teeküche, die erst in zwei Wochen geliefert wird, und die Fußwegpflasterung auf der Marktseite der Schule. Die könne erst erfolgen, wenn die Regenentwässerung verlegt ist. Diesen Arbeiten kommt aber eine gerade erst im Untergrund entdeckte Telekom-Leitung in die Quere, ärgert sich Bauamtsleiterin Katrin Peter. Bis zum Schuljahresbeginn am Montag wird dieses Problem definitiv nicht behoben sein. Wie überhaupt Ralf Bogun davon ausgeht, dass wohl erst Ende September alles endgültig fertiggestellt sein wird.

Der Monat September wird auch noch vom Kollegium um Monika Simmank benötigt, um sich einzurichten und zur Ruhe zu kommen, schätzt die Schulleiterin. Dass die Arbeiten bis zum letzten Moment andauern, bedauert sie. „Mir wäre es lieber gewesen, wenn es ein paar Tage früher soweit gewesen wäre, um in Ruhe das Schuljahr vorbereiten zu können.“ Nichtsdestotrotz soll der Schuljahresbeginn in der neue Schule insbesondere für die 180 Schuler, darunter 47 Erstklässler, ein besonderes Erlebnis werden. Im Wochenverlauf sind daher mehrere Aktionen geplant. Los geht es am Montag, dem 1. Schultag, unter dem Motto: „Wir erkunden unsere Schule“. Tags darauf steht Musiktheater auf dem Programm. Am Mittwoch folgt ein Schulfest unter dem Motto „Schüler zeigen Eltern ihre Schule“. Und am Donnerstag werden sich ehemalige Lehrer in ihrer einstigen Wirkungsstätte umsehen können, ehe am Freitag die Einweihungsfeier stattfindet, gefolgt vom Bürgerfest am Sonntag.

Ob dann auch das Untergeschoss mit den Fachkabinetten zur Besichtigung zur Verfügung stehen wird? Mal abwarten ...

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