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Freisprechung mit beschränktem Raum

Hoyerswerdas GAF konnte trotz Pandemie und Einschränkungen wie gewohnt weitere Azubis ins Berufsleben schicken.

Trotz der widrigen Umstände haben alle ihre Lehren
gemeistert. GAF-Ausbilungsleiter Kay-Uwe Schollmeier (3.v.r.) freut sich über die
Freisprechung.
Trotz der widrigen Umstände haben alle ihre Lehren gemeistert. GAF-Ausbilungsleiter Kay-Uwe Schollmeier (3.v.r.) freut sich über die Freisprechung. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Hoyerswerda. Dieser Tage fand bei der Gesellschaft für Aus- und Fortbildung (GAF mbH) im Industriegelände die sogenannte Frühjahrsfreisprechung statt, im 26. Jahr des Bestehens der GAF undank Sars-CoV-2 und Covid-19 erstmals unter außergewöhnlichen Umständen. Die Vertreter der Ausbildungsbetriebe waren über Live-Stream zugegen, wer zudem von der Übertragung Wind bekommen hatte, schaltete sich dazu.

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Das waren vor allem Eltern und die Freundinnen der neuen Facharbeiter. Sieben waren offiziell informiert, 14 schauten zu. Ausbildungsleiter Kay-Uwe Schollmeier ließ eingangs wissen, dass die Jubiläumsfeier „25 Jahre GAF“ auch in diesem Jahr leider ausfallen muss. Doch für eine Freisprechung blieb Raum, wenn auch nur beschränkter. Die GAF mbH ist in der Region einer der Bildungsträger, der auf dem Gebiet der gewerblich-technischen Berufsausbildung über langjährige Erfahrung verfügt. Und so haben trotz der Pandemie geschuldeter Einschränkungen alle Azubis ihre Prüfungen bestanden. Viele Faktoren trugen dazu bei. Der Ausbildungsleiter nannte unter anderem das Engagement der Ausbilder, der betrieblichen Kooperationspartner, der Eltern und Freundinnen der Azubis und natürlich deren eigenes Tun. „Alle haben gelernt, in diesen Zeiten die neuen Herausforderungen anzugehen und neue Lösungen zu finden“, sagte Kay-Uwe Schollmeier. „Unsere heutige Freisprechung ist auch so eine Lösung“.

Dabei war die letzte Phase mehr als kompliziert. Schollmeiers persönliches Unwort des Jahres: „Distanzunterricht“. Dieser begann schon vor gut einem Jahr und endete in diesem Winter nach fast drei Monaten mit Schließung der „Präsenzausbildung“. Für die Lehrausbilder bedeutete das eine Doppel-Belastung: Vormittags Präsenzausbildung auf die Prüfungsvorbereitung und nachmittags sicherstellen, dass die Azubis im Distanzunterricht ihre Aufgaben erhielten. „Keiner unserer Kollegen hat sich beschwert oder zusätzliche Kosten für Mehraufwand erhoben. Wir haben das gemacht, weil es unsere Arbeit ist“, so Schollmeier. Er verabschiedete insgesamt 14 Jungfacharbeiter ins Berufsleben. Nur neun konnten den Umständen entsprechend persönlich zur Freisprechung erscheinen. Ihre Ausbildungsberufe sind Industriemechaniker, Mechatroniker, Elektroniker Betriebstechnik, Elektroanlagenmonteur und Zerspanungsmechaniker. Sie kommen aus den delegierenden Unternehmen Actemium BEA GmbH Schwarze Pumpe, Caminauer Kaolinwerke GmbH, EMIS Electrics GmbH Lübbenau, O-I Germany GmbH & Co.KG Bernsdorf, der Ortrander Eisenhütte GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft e.V., der YADOS GmbH Hoyerswerda, der TD Deutsche Klimakompressor GmbH Straßgräbchen und der Zeibina-Kunststofftechnik GmbH Puschwitz.

Eine solide Ausbildung stellt die Weichen für die Zukunft. „Jetzt beginnt der eigentliche Teil Eurer Ausbildung“, sagte, an die Jungfacharbeiter gerichtet, der Ausbildungsleiter „Mit jedem Jahr im Job werdet Ihr reicher an Erfahrung, mit jeder zusätzlichen Qualifikation erhalten Ihr und Euer Unternehmen einen Mehrwert. Erst wenn die Harmonie in einem Unternehmen so gut abgestimmt ist, dass alle respektvoll und gleichwertig miteinander umgehen, hat man auch Spaß an der Arbeit“. Diese möchten später auch jene 62 Azubis haben, die aktuell bei der GAF lernen.

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