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Glück im Baumarkt

Neue Regelungen wurden von der Kundschaft gleich angenommen, manchmal auch noch etwas ungläubig.

Verkäuferin Stefanie Genzel und Service-Mitarbeiter Eric Retschke erlebten gestern im Globus-Baumarkt Hoyerswerda einen echten Kundenansturm. Viele interessierten sich für die Frühjahrsblüher, hier zum Beispiel Rosenprimeln.
Verkäuferin Stefanie Genzel und Service-Mitarbeiter Eric Retschke erlebten gestern im Globus-Baumarkt Hoyerswerda einen echten Kundenansturm. Viele interessierten sich für die Frühjahrsblüher, hier zum Beispiel Rosenprimeln. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Baumärkte machen glücklich. Wer gestern Vormittag auf den Parkplätzen von Toom und Globus-Baumarkt bei herrlichem Frühlingswetter Menschen, die offensichtlich gerade aus dem Baumarkt kamen, in die Augen schaute, der konnte das sehen. In den Wagen schoben die Leute Frühjahrsblüher zu den Autos, säckeweise Erde oder Dünger. Und so mancher hatte sehnsüchtig darauf gewartet, sich die benötigten Kanthölzer wieder selbst aussuchen zu dürfen.

Das eigenhändige Auswählen ist bei solchen Materialien wichtig. Wer kauft schon Holz, das sichtbar verbaut wird, blind im Internet oder auf telefonische Vorbestellung? Ein paar OSB-Platten oder neue Beplankung für die Holz-Terrasse? Aber gerne doch. Oder einfach mal durch die Regalreihen bummeln und sich inspirieren lassen. Denn überall gibt es etwas zu tun. Ein Ehepaar fragte an der Globus-Information, ob sie denn jetzt auch die vor Weihnachten gekaufte, aber leider defekte Weihnachtsbeleuchtung umtauschen könne. Ja das geht, so die Antwort. „Kommen Sie vorbei, wir haben wieder vollumfänglich geöffnet.“

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Und wenn der Baumarkt öffnet, die Kundschaft vorfährt, dann hat die auch Hunger, oder zumindest Appetit. Und so öffnete der Imbisswagen der Grillfabrik24 bei Toom am anderen Ende der Stadt umgehend wieder. Und wer konnte dort zur Mittagszeit schon dem Bratwurstduft widerstehen…

Nicht nur gucken, auch kaufen

Was auffällt bei der Fahrt durch die Stadt: Plakate und große schwarze Tafeln, bunt bemalt, haben eine Renaissance. Vor dem Buch & Musikhaus Sygusch in der Friedrichsstraße stand beispielsweise „Geöffnet“ und „Herzlich Willkommen“. Darunter ein paar schöne Blümchen gemalt. Passanten stutzten und gingen hinein. Ähnliche Schilder unweit der Spremberger Brücke an der Zufahrt zur Gärtnerei Kmetsch.

Auf dem Marktplatz in der Altstadt und dem angrenzenden Schwarzen Markt konnte man ein Fahrzeugaufkommen erleben, das keinerlei Beschränkungen erkennen ließ. Wer weiß schon, wann der Landkreis wieder verpflichtet ist, die neu gewonnenen Möglichkeiten einzuschränken und in welchem Umfang das geschieht? Also die Zeit nutzen.

Im Lausitz-Center war ein deutlich anderes Gefühl zu erleben als in den vergangenen Wochen. Rein vom Augenschein her mehr Besucher als vor einer Woche und vor allem mehr Geschäfte, in denen die Beleuchtung angeknipst war und wo auch Menschen zu sehen waren. Im Nagelstudio „Nails“ durfte erstmals wieder gearbeitet werden, bei „Thalia“ durften die Kunden ohne Termin einfach reinkommen, stöbern und – so die Hoffnung eines jeden Händlers – auch kaufen. Ansonsten an jedem Geschäft ein anders Bild. Hier geschlossen, dort ein schüchterner Verweis auf das System Click & Meet und wo man anrufen soll. Ganz andere sprühten vor guter Laune und lockten die Kunden offensiv zur Terminvereinbarung. Bei C & A weiß man, dass zumindest ein Gutteil der Kundschaft keine Lust auf Telefonieren und teilweise auch nicht die Möglichkeit für eine Online-Reservierung hat. Also konnte man bei einer Mitarbeiterin vor Ort persönlich einen Termin machen. In einigen Geschäften sah es sogar so aus, dass man gleich umgehend einen Termin bekommen konnte, weil eh gerade keiner im Laden war.

Ähnliches Bild im Treff-8-Center am Lipezker Platz. Auf dem Parkplatz schmolzen in der Wärme der Sonne die letzten Reste des zusammengeschobenen Schnees. Drinnen wie im Lausitz-Center eine Mischung aus komplett geschlossenen Läden, vollständig geöffneten Bereichen und solchen, in denen das Einkaufen nach vorheriger Terminvergabe und mit Zeitbegrenzung gilt. Besonders knallig war bei NKD im Schaufenster zu lesen „Private Shopping“ und dann die Kontaktnummer. Das konnte man nicht übersehen.

Die Öffnung von Baumärkten, Blumenläden und Buchläden ist seitens des Freistaates seit Freitag inzidenzunabhängig geregelt. Sie zählen wie Lebensmittelgeschäfte zu den Geschäften und Märkten des täglichen Bedarfs sowie der Grundversorgung. Das Click & Meet-System ist hingegen an die 100er-Inzidenz-Marke gebunden, die im Freistaat an sieben und im jeweiligen Landkreis an fünf von sieben aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten sein muss. Überschreitet die Inzidenz die 100er-Marke wieder an drei aufeinanderfolgenden Tagen, gibt es wieder neue Beschränkungen. Schon deshalb ist unklar, ob ab der kommenden Woche Galerien, Museen und Zoos nach Voranmeldung wieder besucht werden dürfen.

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