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Heißes Duell bei der Lausitz-Rallye erwartet

Gröndal fordert Vorjahressieger Kahle heraus. Auch sonst wird das Schotterrennen 2021 spannend – mit Neuerungen.

© Archivfoto: Joachim Rehle

Boxberg. Top-Favoriten der 24. Internationalen ADMV Lausitz Rallye vom 4. bis 6. November sind zweifellos Vorjahressieger Matthias Kahle und der Norweger Anders Gröndal, der das Rennen 2017 gewann und 2019 als Zweiter über die Ziellinie rollte. Spannung ist garantiert, wer wohl von beiden am Ende den großen Pokal mit nach Hause nimmt.

„Doch leicht wird es ihnen sicher nicht gemacht“, vermutet Wolfgang Rasper, der Vereinsvorsitzende des Rallye-Renn- & Wassersport-Clubs Lausitz. Denn starke Konkurrenz hat sich angesagt – beispielsweise aus Tschechien, Dänemark und andren „Nordländern“. Auch Fahrer aus dem Baltikum seien bekanntermaßen sehr schnell unterwegs. Bereits 62 Starter haben gemeldet und damit „überraschend viele zu diesem Zeitpunkt“, wie Cheforganisator Wolfgang Rasper feststellt. Er hofft, dass in vier Wochen auch wirklich alle kommen.

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Wieder Fahrer aus ganz Europa

Einer der Hauptgründe für den großen Zuspruch dürfte sein, dass im Rahmen der Lausitz-Rallye nach 2020 zum zweiten Mal ein Endlauf zur FIA European Rally Trophy ausgetragen wird. Normalerweise kriegt jeder Veranstalter diesen Endlauf nur einmal. Doch weil im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie nicht so viele Fahrer nach Boxberg kommen konnten, fiel die Wahl für den Endlauf 2021 abermals auf die Strecke in der Lausitz. Noch dazu mit einem Bonbon: Die mitgebrachten Punkte zählen nicht. Oder anders ausgedrückt, „die Karten werden neu gemischt“, so Rasper.

Die zentrale Lage der Strecke sei ein großer Vorteil, weiß Pressesprecher Björn Fröbe. Fahrer aus Polen und Tschechien seien heiß darauf, beim größten Schotterrennen in Mitteleuropa an den Start zu gehen. Aber was die Nordeuropäer für weite Anfahrtswege nach Boxberg in Kauf nehmen, ist durchaus als eine Wertschätzung an die Veranstalter in der Lausitz zu verstehen.

Der Streckenverlauf entspricht dem des Vorjahres und auch der Zeitplan ist bis auf wenige Minuten so geblieben. Der Bereich für die Wertungsprüfung in Reichwalde wurde verlängert. Darüber hinaus wartet die 24. Auflage der Lausitz-Rallye noch mit weiteren Neuerungen auf. Für Start und Ziel wird diesmal ein Torbogen am Dorfgemeinschaftshaus in Boxberg aufgebaut. „Das ist ein Dankeschön an die Gemeinde Boxberg, die uns phänomenal unter die Arme gegriffen hat“, betont Wolfgang Rasper.

Erstmals 16-Jährige am Steuer

Eine weitere Neuerung basiert auf der Erlaubnis der FIA, dass 2021 bei der Lausitz-Rallye erstmals 16-Jährige mitfahren dürfen. Sie starten in niederen Klassen, haben nicht die leistungsstärksten Autos. Dennoch sind sie im Wettbewerbstempo unterwegs, während sie ein erfahrener Beifahrer über die Strecke leitet. Auf öffentlichen Straßen übernimmt der Beifahrer das Steuer. Die Idee dazu kommt aus Skandinavien, wo der Rallye-Nachwuchs schon mit 15 unterwegs sein darf. Einer der Youngster: Fabian Schwarz, der die Rallyesport-Gene von seinem Vater Armin geerbt haben dürfte.

Neu ist außerdem, dass es ein digitales Begleitheft gibt. Das könne man zwar nicht in seinem Sammelordner abheften, aber zum Online-Ticket gibt’s einen Link dazu und somit die Möglichkeit, sich das Heft zu Hause auszudrucken – dann doch noch fürs Papier-Archiv. Den Veranstalter versetzt die – auch auf dem Smartphone abrufbare – digitale „Fan-Info“ in die Lage, „noch bis kurz vor knapp zu aktualisieren“. Die gesparten Druckkosten seien ein schöner Nebeneffekt, so der Pressesprecher. Ohnehin war der Verkauf der Hefte in den Vorjahren deutlich zurückgegangen.

Das Duell Kahle – Gröndal dürfte die Kassen klingeln lassen. So jedenfalls hofft man beim Rallye-Renn- & Wassersport-Club Lausitz. Aus gutem Grund. Im Vorjahr fand die Lausitz-Rallye zwar statt, jedoch wegen der Pandemie ohne Zuschauer. Dem Verein brachte das hohe finanzielle Einbußen, die zum Teil durch Privatkredite überbrückt wurden. „Es sind alles Verrückte, aber ein bisschen verrückt muss man schon sein“, kommentiert Landrat Bernd Lange (CDU). Er zieht den Hut vor den Ehrenamtlern, die mit so viel Einsatz bei der Sache sind. Die Lausitz-Rallye sei ein gutes Beispiel, „dass man was zustandebringen kann, wenn Ehrenamt, Behörden und Politik an einem Strang ziehen“. Nicht zu vergessen die vielen Sponsoren. Die Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien steuert 21.500 Euro bei, versichert Geschäftsführerin Petra Hascha – und hat den Förderbescheid gleich mit dabei. Quasi „in den letzten Zügen“ seien die vertraglichen Regelungen mit der Lausitz Energie Bergbau AG zur Nutzung der Flächen, so Leag-Sprecher Thoralf Schirmer. „Wir müssen uns überlegen, wie wir nach 2038 weitermachen. Ich hätte die Veranstaltung auch danach noch gerne hier. Deshalb wäre es wichtig, das Gelände zu sichern, damit wir das auch können“, bekräftigt der Landrat.

Fans zurück an der Strecke

Während im Vorjahr die Fans sehr diszipliniert zu Hause blieben, sind 2021 Zuschauer wieder erlaubt – unter der Maßgabe des 2G-Modells. Wer kommen möchte, muss geimpft oder genesen sein. Die personalisierten Tickets gibt‘s erstmals nur im Online-Verkauf – ab 28. Oktober. An den Veranstaltungstagen werden vor der Einfahrt in den Parkplatz Tickets und 2G-Status geprüft und Armbänder ausgegeben, die den Wechsel zwischen den Zuschauerpunkten erleichtern. In Einbahnstraßenregelung werden die Tickets beim Betreten und Verlassen der Points gescannt – für eine spätere eventuell erforderliche Kontaktnachverfolgung. Mit Handscannern und Handy-App fürs Personal soll der Besuch der Lausitz-Rallye für die Fans so sicher wie möglich werden. Nach den Worten von Björn Fröbe stehe ein enormer zusätzlicher Aufwand dahinter. Den trage man aber, um endlich wieder Zuschauer und damit eine tolle Atmosphäre an der Strecke zu haben.

Während die Vorbereitungen auf diese 24. Lausitz-Rallye auf Hochtouren laufen, geht der Blick schon ins nächste Jahr. Bei der 25. Auflage hätte man gerne einen EM-Lauf in der Lausitz. Erste Gespräche gibt es bereits. Es würde voraussetzen, dass der Freistaat bei seiner finanziellen Förderung des Events noch eine Schippe drauflegt.

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