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„Ich vermisse das Gefühl, Leute zum Tanzen zu bringen.“

Die 23-jährige Kim Pyritz aus Klein Neida zog das Fernweh nach Berlin und damit in angesagte Clubs der Stadt.

Als Kim She legt Kim Pyritz auf. Sie stammt aus Hoyerswerda, aber hat nun ihr Zuhause in Berlin gefunden. Auch aufgrund der Club- und Musikszene.
Als Kim She legt Kim Pyritz auf. Sie stammt aus Hoyerswerda, aber hat nun ihr Zuhause in Berlin gefunden. Auch aufgrund der Club- und Musikszene. © Foto: Foli Creppy

Von Yannick Witschas

Hoyerswerda. Der Reihe nach: Kim wuchs in Hoyerswerda auf und fand schon früh Gefallen an der Musik. Die heute 23-Jährige nahm während der Schulzeit am Léon-Foucault-Gymnasium Gesangs- und Gitarrenstunden, spielte in Musicals, hörte viel Musik und konnte sich so für mehrere Genres begeistern. „Für mich war damals schon klar, dass ich irgendwann eigene Musik machen wollte.“

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Nach ihrem Abitur im Jahr 2015 zog sie nach Berlin und arbeitete zuerst als Bookerin in einer Model-Agentur. Sie sorgte dafür, dass beispielsweise Termine von Models geplant wurden und reibungslos abliefen. Danach entschied sich Kim, die eher praktisch veranlagt ist, gegen den Hörsaal und begann eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau. Durch einen guten Freund, der als DJ tätig war, lernte sie das Auflegen besser kennen und ließ sich begeistern. Sie übte viel und gab sich den Künstlernamen Kim She, unter welchem sie anfangs hauptsächlich Hip-Hop auflegte. Mittlerweile macht sie allerdings mehr das, worauf sie Lust hat und ist in der eher anonymen, aber sehr facettenreichen Metropole angekommen.

Beruf und Hobby kann sie gut miteinander kombinieren, denn in beiden Bereichen lernt sie viele Leute kennen und erlebt so einiges. Tätig ist ihre Firma vor allem in der Unterhaltungsbranche. Sie organisiert Filmpremieren in Berlin oder an der Côte d’Azur in Cannes. Nachdem 2019 ihr Jahr war und sie neben Auftritten in angesagten Berliner Clubs auf einem der größten Hip-Hop-Festivals Europas, dem „Splash!“, spielen durfte, wollte sie 2020 so richtig angreifen. Anfang des vergangenen Jahres gründete sie mit einem Freund das Kollektiv „moralisch-flexibel“, dessen Name sich vorrangig auf die Musik bezieht. „Wir wollen einfach jedes Genre bedienen und keine klassischen Hip-Hop- oder Technopartys veranstalten.“ Aber durch die Pandemie fiel nicht nur ihre erste eigene Partyreihe aus, sondern auch zahlreiche Gigs in Berlin und auf diversen Festivals. Neben ihren Honoraren von Clubs, Festivals oder anderen Veranstaltungen vermisst sie vor allem die Menschen und das Gefühl, sie zum Tanzen zu bringen. „Das ist natürlich ein richtiger Kick für‘s Selbstbewusstsein, wenn man dort oben steht und die Leute deine Arbeit wertschätzen.“ Auch auf Dorfpartys und in Clubs in der hiesigen Region dürfte sich Kim She mittlerweile einen Namen gemacht haben. Sie besucht ihre Heimat gerne und oft, denn hier sei es familiärer. Außerdem sehe sie eine positive Entwicklung in Hoyerswerda, die sich zum Beispiel durch das Bürgerzentrum Braugasse bemerkbar macht. Ihre Ziele und Möglichkeiten sieht sie allerdings in der Hauptstadt. Neben der Sehnsucht nach Auftritten und dem Fortsetzen ihrer eigenen Partyreihe, hat sie ihr nächstes Ziel schon im Blick. Sie will ihre eigene Musik produzieren und arbeitet dafür fleißig – auch an sich selbst.

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