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Im Ort der großen Buchstaben

In Knappenrode schiebt die Initiativgruppe „Ortsentwicklung“ Projekte an. Eines ist jetzt schon deutlich sichtbar.

In Knappenrode engagiert sich die Initiativgruppe Ortsentwicklung für mehr Miteinander des Ortes mit der Energiefabrik Knappenrode. Mit für mehr Belebung des Ortes engagiert sich die Ortsvorsteherin Ulrike Neumann.
In Knappenrode engagiert sich die Initiativgruppe Ortsentwicklung für mehr Miteinander des Ortes mit der Energiefabrik Knappenrode. Mit für mehr Belebung des Ortes engagiert sich die Ortsvorsteherin Ulrike Neumann. © Foto: Andreas Kirschke

Knappenrode. Leuchtend orange und übermannshoch gestaltet sind sie. Die symbolischen „E“s stehen für „Energie“ und „Energiefabrik“. Seit einigen Wochen prägen sie an einigen Standorten in Knappenrode den Ort. Einige liegende „E“s dienen als Sitzgelegenheit zum Verweilen, Ausruhen und Erholen. „Weitere dieser Zeichen sind geplant.

Entstehen soll ein Wegeleitsystem für Besucher und Touristen mit insgesamt 14 ´E´s“, erläuterte Ortsvorsteherin Ulrike Neumann. Es sind Wegweiser zum Kennenlernen des Ortes. „Eine sehr markante, einzigartige Idee sind die Zeichen“, meint Maria Schöne, Museumspädagogin in der Energiefabrik Knappenrode. Am 25. Januar dieses Jahres moderierte sie im Ort eine Bürgerwerkstatt. Diese wird unterstützt durch die vom früheren Ortsvorsteher Otto-Heinz Lehmann initiierte, im März 2019 gegründete und am 26. Februar 2020 erstmals beratende „Initiativgruppe Ortsentwicklung Knappenrode“. Das erste Projekt der Initiativgruppe – das Wegeleitsystem – nimmt jetzt Gestalt an.

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Die Finanzierung des Wegeleitsystems ist durch verschiedene Quellen und Förderprogramme gesichert. Zwei „E“s werden finanziert durch den Landkreis Bautzen. Weitere drei „E“s finanziert der Ort selbst dank erhaltener 10.000 Euro aus dem Sächsischen Mitmachfonds. Ein weiteres stehendes „E“ ist möglich durch das Förderprogramm Leader. „Bis Ende des zweiten Quartals 2021 soll das Wegeleitsystem mit den in Auftrag gegebenen Zeichen fertig sein,“ sagt Ulrike Neumann. Die Initiativgruppe entwirft ein Gesamtkonzept. Am Eingang der Energiefabrik soll auf einigen stehenden E-Stelen eine Informationstafel hinzukommen. Möglichst in Deutsch und in Sorbisch soll sie auf die Geschichte der Werkssiedlung und ihre Besonderheiten eingehen. Soweit möglich sollen die Texte ebenfalls in Englisch, in Polnisch und in Tschechisch zu lesen sein – jedoch nicht gedruckt auf der Infotafel, sondern digital über einen QR-Code.

Die „E“s knüpfen an das Besucher-Leitsystem in der Energiefabrik an. Auch dort dienen die orangenen Zeichen für die Besucher der Orientierung. „Wichtig ist uns, dass der Ort Knappenrode und die Energiefabrikstärker zusammenrücken. Sie sollen wie einst zur Entstehung des Ortes Werminghoff 1913 das Dorf und die Brikettfabrik eine Einheit bilden“, unterstreicht Museumspädagogin Maria Schöne. Erneut beriet die Initiativgruppe Ortsentwicklung am 23. Juni. Dabei ging es um das zweite Projekt – um einen Themen-Wandertag für Schüler der 3. Klassen. Im Lehrplan kommt bereits das Thema „Begegnungen mit Raum und Zeit“ vor. Daran will die Energiefabrik anknüpfen. Das Motto des Themenwandertages soll heißen „Auf Spurensuche – als Knappenrode noch Werminghoff hieß“. Das Konzept steht bereits im Wesentlichen. Ziel ist, ab Schuljahr 2021/2022 zu starten. Im ersten Teil soll es für die Schüler um die Ortsgeschichte gehen. Im zweiten Teil folgt das Kennenlernen der Energiefabrik. Vorstellbar ist das als praktischer Rundgang durch die frühere Brikettfabrik oder als Führung durch die Ausstellung. Es können entweder das Lausitzer Braunkohlerevier und die Bedeutung der Kohle für die Gesellschaft im Mittelpunkt stehen oder die technischen Aspekte der Brikettierung in der früheren Fabrik. Geplant ist auch eine Art Schnitzeljagd durch den Ort mit dem Thema „Auf historischer Spurensuche in Knappenrode“. Die Schüler orientieren sich dabei anhand einer Karte und gehen mit Fotomotiven auf Spurensuche. Die Schnitzeljagd soll Stationen einbinden wie die frühere Post, den früheren Konsum, das Bürgerzentrum und auf dem August-Bebel-Platz das frühere Kulturhaus und das frühere Werk-Kaufhaus, ebenso im Ort das Obersteigerhaus. Die Schüler sollen gezielt historische Punkte suchen. Dabei üben sie sich im Orientieren und lernen die Geschichte des Ortes Knappenrode und seiner Menschen kennen. Vor allem für die Grundschulen soll der Themen-Wandertag ein spannendes Lernthema sein. Engagierte, historisch interessierte Knappenroder – so die tiefere Idee – könnten die Schüler am Wandertag durch den Ort führen.

Wo kann man übernachten?

Erneut kam die Initiativgruppe Ortsentwicklung am 23. September zusammen. Dabei ging es um künftige Vorhaben. „Sehr schade ist, dass wir im Ort keine Grundversorgung mehr haben“, meint Ulrike Neumann. „Über Interessierte freuen wir uns. Zum Beispiel könnte ein kleine Verkaufsstelle entstehen.“ Maria Schöne legt auf zwei weitere Punkte Wert. „Knappenrode braucht langfristig attraktive Übernachtungsangebote, zum Beispiel Pensionen, und gastronomische Angebote“, unter-streicht sie „Denn die Besucher werden kommen und nachfragen. Darauf sollte sich der Ort einstellen.“

Allein in den zwei Wochen zwischen der Wiedereröffnung der Energiefabrik am 16. Oktober 2020 und der Corona bedingten Schließung ab November 2020 kamen bereits 3.000 interessierte Gäste.

In der Initiativgruppe Ortsentwicklung können sich interessierte Einwohner in Knappenrode einbringen. Nächste Beratung ist voraussichtlich am 9. Dezember um 18 Uhr im Bürgerzentrum. Themen sind die Vorbereitung der nächsten Bürgerwerkstatt und die Chronik Knappenrode. Die nächste Bürgerwerkstatt ist im ersten Quartal 2021 geplant.

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