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Nachbarschaftstreffen mit Konflikt-Bändiger

In Hoyerswerdas Neuem Rathaus ging es am Donnerstag um nächtliche Geräusche am Markt.

Oberbürgermeister von Hoyerswerda Torsten Ruban-Zeh
Oberbürgermeister von Hoyerswerda Torsten Ruban-Zeh © Archivfoto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Was tut man, wenn man einen Konflikt lösen will, an dem man zumindest partiell beteiligt ist? Die Antwort des Oberbürgermeisters auf diese Frage: Es muss ein externer Mediator her! Mit Stephan Anders-Krummnacker aus Dresden arbeitete Torsten Ruban-Zeh schon während seiner Zeit bei der Arbeiterwohlfahrt zusammen, wenn es in der Belegschaft Spannungen gab.

Am Donnerstag sollte der gelernte Pädagoge bei einer Art Nachbarschaftstreffen im Neuen Rathaus der Konflikt-Bändiger sein. „Er lässt nicht locker, bevor eine Lösung da ist“, warnte der OB die gut zwei Dutzend Personen im Saal vor – Anwohner des Marktes sowie der Betreiber der Eisdiele „Schoko & Luise“, Robert Gbureck. In einem Brief an ihn hatte der Rathauschef formuliert, es gebe „immer wieder Probleme, den Anwohnern ihren Wunsch und Anspruch auf eine ungestörte Nachtruhe zu gewährleisten.“ Der Unmut hatte seinen Höhepunkt erreicht, als die Stadt vor ein paar Wochen die Sperrzeiten für Außengastronomie verkürzt hatte.

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Aus avisierten zwei Stunden Gespräch wurden am Donnerstag drei und es ist unmöglich, hier alle während dieser Zeit geäußerten Argumente, Gegenargumente, Gedanken und Details aufzuschreiben.

Etwas in Vorleistung gegangen war Robert Gbureck aus seiner Sicht schon vor dem Treffen: Die Ketten zum nächtlichen Anschließen der Stühle und Tische auf dem Markt etwa sind gegen Sicherheitsbänder getauscht, die nicht rasseln. Außerdem werden die genehmigten Öffnungszeiten für den Freisitz nicht ganz ausgenutzt. Denn es ist wohl nicht so einfach, Schlag 23 Uhr beziehungsweise an Wochenenden Schlag Mitternacht alle Gäste zum Verlassen des Marktes zu bewegen. Zumal wohl auch nicht jeder Markt-Besucher um diese Zeit ein Gast der Eisdiele ist. Ein Anwohner, leitender Arzt im Klinikum, räumte denn auch ein, dass die Verhältnisse schon besser geworden seien.

Anders-Krummnacker setzte am Schluss jedenfalls ein paar Regeln fest, auf die man sich geeinigt hatte. Sie betreffen größtenteils Musik vor dem „Schoko & Luise“. So soll, wenn denn ein Verstärker nötig ist, dieser so gedreht werden, dass er nicht dafür sorgt, dass in den Schlafzimmern der Nachbarn die Fenster klirren. Nach 21 Uhr soll es Musik nur noch ohne Verstärker geben. Ab 22 Uhr ist laut Polizeiverordnung ohnehin Nachtruhe. Kurz gesagt: Gespräche ja, Musik nein. Und die Gäste sollen schriftlich auf die ab zehn geltende Zimmerlautstärke hingewiesen werden.

Der Mediator rief dazu auf, die Vergangenheit ruhen zu lassen: „Man zieht einen Schlussstrich ... und zwar alle. Und dann geht es bei Null noch mal los.“

Der OB bereitet sich unterdessen aufs nächste Minenfeld vor, nämlich eine Bürgerversammlung in Kühnicht zur umstrittenen Zukunft der Kühnichter Straße.

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