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Neue Fahrräder und viel Optimismus

Die Stadtverkehrswacht Lauta hofft, dass bald wieder richtig in die Pedale getreten werden kann.

Vereinsvorsitzende Diana Schönig muss derzeit viel vom Schreibtisch aus erledigen.
Vereinsvorsitzende Diana Schönig muss derzeit viel vom Schreibtisch aus erledigen. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Lauta. Die Ampelanlage ist ausgeschaltet. Auch die Fahrräder sind im Schuppen sicher verwahrt. Im Normalfall wäre die Frühlingssaison der Stadtverkehrswacht Lauta bereits im vollen Gange. Die Vorbereitungen für den im Mai stattfindenden Flohmarkt als ersten größeren Höhepunkt und auf weitere Aktionen für Kinder hätten längst begonnen. Eigentlich. Denn die Corona-Pandemie will es anders.

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Und somit stehen die über 20 Vereinsmitglieder der Stadtverkehrswacht zwar in den Startlöchern, aber gezwungenermaßen auch verhalten auf der Bremse. Müßiggang ist für die engagierten Frauen und Männer um die Vereinsvorsitzende Diana Schönig aber ein Fremdwort. So wurde die Zeit genutzt, um Dinge aus der Ferne zu erledigen, Kontakte aufrecht zu erhalten und erste Termine für Schüleraktionen wenigstens grob zu planen. Die Vereinsmitglieder werden sich auch Gedanken darüber machen, wie sie die finanziellen Einbußen durch fehlende Mieteinnahmen wieder ins Gleichgewicht bringen können, schließlich wird doch mit diesen Geldern auch die Vereinsarbeit mitfinanziert.

Es sind nicht die ersten schlechten Zeiten, die die Vereinsmitglieder zusammen überstehen. Vor einigen Jahren drohte der Verkehrswacht sogar das Aus. Eine defekte Zaunanlage, die es Wildschweinen und Langfingern leicht machte und immense Schäden verursachte, finanzielle und personelle Zugzwänge sowie gesundheitliche Einschränkungen von Mitgliedern – all das brachte das Vereinsleben damals ins Wanken. Die Mitglieder um die damalige Chefin Claudia Jurjanz bemühten sich sehr, den Verein dennoch zu erhalten, versuchten Nachwuchs und einen Nachfolger für den Chefposten zu gewinnen. Es gab auch konstruktive Gespräche mit der Stadt, um Lösungsstrategien zu finden und umzusetzen. Denn trotz aller Probleme war Aufgeben schon damals keine Option. Mit Engagement und Überlebenswillen haben die Mitglieder zu kämpfen gelernt. „Es muss ja auch trotz schwieriger Zeiten irgendwie weitergehen“, sagt Diana Schönig und blickt optimistisch in die Zukunft.

Die Vereinschefin hofft, dass auch in diesem Jahr die Schulkinder im Verkehrsgarten üben und ihre Fahrradprüfung absolvieren können. Die 4. Klassen haben regulär im September ihre Ausbildungsprüfungen, zum Ende der 3. Klasse gibt es zwei Tage Training für die Ausbildung. In der Regel nehmen jeweils zwei Klassen aus den Grundschulen in Lauta und Laubusch teil. Diana Schönig geht davon aus, dass das auch dieses Jahr so sein wird. Dann werden auch die neu angeschafften Fahrräder zum Einsatz kommen können. Die Landesverkehrswacht Sachsen hat dem Lautaer Verein 20 Räder für Kinder und fünf Räder für Erwachsene zur Verfügung gestellt.

Für viele Jungen und Mädchen aus der Stadt und der dörflich geprägten Umgebung ist die Fahrradausbildung unter realistischen Bedingungen sehr wichtig, stellt sie doch für sie die einzige Möglichkeit dar, unter Ampelregelung das Verhalten im Straßenverkehr üben und sich auf den Alltag vorbereiten zu können. Die Verkehrswacht ermöglichte im Verlauf der mehr als 20 Jahre ihres Bestehens hunderten von Schülern diese professionelle Schulung.

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