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Sägen schaffen Baufreiheit

Die Umverlegung der Kreisstraße zwischen Tätzschwitz und Geierswalde soll im August beginnen. Ob das klappt?

Seit einer Woche sind entlang der Kreisstraße zwischen Tätzschwitz (im Hintergrund) und Geierwalde Baumfällarbeiten im Gange. Die Firma „city forest“ nutzt im Auftrag des Landkreises Bautzen die Zeit bis zum Beginn der Vegetationsperiode am 1. Mär
Seit einer Woche sind entlang der Kreisstraße zwischen Tätzschwitz (im Hintergrund) und Geierwalde Baumfällarbeiten im Gange. Die Firma „city forest“ nutzt im Auftrag des Landkreises Bautzen die Zeit bis zum Beginn der Vegetationsperiode am 1. Mär © Foto: Ralf Grunert

Der Landkreis Bautzen macht Ernst bei seinem Vorhaben zur Umverlegung der Kreisstraße zwischen Tätzschwitz und Geierswalde. Gestern vor einer Woche rückte ein City-forest-Trupp mit Sägen und Häckslern an. Heute noch wird er zu tun haben, die am Straßenrand stehenden Bäume zu beseitigen. Es handelt sich um etwa 40 Bäume mit Stammdurchmessern zwischen 25 und 80 Zentimetern, war vor Ort zu erfahren. „Diese Baumfällungen sind erste Vorbereitungen für die Baumaßnahme“, bestätigt Pressesprecherin Sabine Rötschke aus dem Landratsamt Bautzen.

Der Landkreis plant nach aktuellem Bearbeitungsstand mit einem möglichen Baubeginn im August. Noch ist aber nichts in trockenen Tüchern, wie man so schön sagt. Denn es hat sich nichts daran geändert, dass die Realisierung von der Bereitstellung von Fördermitteln abhängig ist. Immerhin sind rund 2,8 Millionen Euro für die Gesamtmaßnahme veranschlagt.

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Zwei Förderprogramme

„Für den straßenbegleitenden Radweg wurde der Förderantrag im Oktober 2020 eingereicht. Er befindet sich nach unserer Kenntnis in Bearbeitung“, so die Auskunft aus dem Landratsamt. „Der Antrag für den Straßenbau ist erstellt, konnte aber noch nicht eingereicht werden. Hier fehlt noch eine mit einem Medienträger abzuschließende Vereinbarung, die derzeit endverhandelt wird. Wir gehen davon aus, den Fördermittelantrag bis 5. März 2021 einreichen zu können.“ Im Landratsamt wird damit gerechnet, dass die Fördermittelbescheide im 2. Quartal vorliegen.

Die geplante Kreisstraßen-Umverlegung betrifft nur ein Teilstück der Straße zwischen Tätzschwitz und Geierswalde. Die scharfe Kurve in Höhe der Zufahrt zum Leuchtturm-Komplex wird durch die neue Trassenführung abgeflacht, heißt es aus dem Landratsamt. „Die neue Straßenachse hat im Bereich der abgeflachten Kurve einen Abstand zur vorhandenen Straßenachse von ca. 37 Meter.“ Auf diese Weise wird nicht nur die besagte Kurve am Leuchtturm für den Fahrzeugverkehr entschärft, sondern auch Platz für eine Großinvestition der Gemeinde Elsterheide geschaffen. Dort sollen ein größerer Parkplatz sowie Bushalte-Plätze und ein Sanitärgebäude als Bestandteil der Erschließung der „Südböschung“ am Geierswalder See entstehen.

Bauen in zwei Teilabschnitten

Die aktuelle Planung des Landkreises sieht so aus, dass der Kreisstraßenbau in zwei Teilabschnitten und jeweils unter Vollsperrung erfolgen wird. Begonnen werden soll mit dem Abschnitt von der Brücke über die Schwarze Elster am Ortsausgang von Tätzschwitz bis zur Zufahrt zum touristischen Komplex „Südböschung“ und zur Hotel- und Restaurant-Anlage „Leuchtturm“ inklusive eben dieser Zufahrt, die neu geschaffen wird. Der zweite Teilabschnitt betrifft die Strecke von der neuen Zufahrt bis zum Ortseingang von Geierswalde. Sämtliche Baumaßnahmen sollen im Zeitraum 2021/2022 realisiert werden.

Zufahrt jederzeit gewährleistet

Durch den abschnittsweisen Bau der Kreisstraße ist sichergestellt, dass der Geierswalder See mit seinen touristischen Einrichtungen jederzeit erreichbar bleibt. Während der Realisierung des ersten Teilabschnittes wird die Zufahrt nur über Geierswalde möglich sein, so wie das derzeit auch schon aufgrund des Ausbaus der Ortsdurchfahrt von Tätzschwitz der Fall ist. Sobald der Bau des zweiten Teilabschnittes in Angriff genommen wird, erfolgt die Zufahrt aus Richtung Senftenberg über Tätzschwitz und den bereits fertiggestellten ersten Teilabschnitt. Für den Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark (CDU) ist das keine Neuigkeit. „Das ist die schon seit langem abgestimmte Variante, um den Zuwegungsverkehr zu gewährleisten.“

Allerdings ist er skeptisch, dass es tatsächlich mit dem vom Landratsamt ins Auge gefassten Termin für den Baubeginn im August klappt, weil er um die Dauer von Fördermittel-Bewilligungsverfahren weiß. Auf den Beginn der Erschließung der Südböschung durch die Gemeinde hat eine etwaige Verzögerung keine negative Auswirkung. „Der erste Bauabschnitt, der eine Größenordnung von etwas zwei Millionen Euro hat, ist so kreiert, dass er ohne die erwähnte Umverlegung der Kreisstraße machbar ist“, sagt Dietmar Koark.

Corona sorgt für Verzögerung

Der musste sich inzwischen aber selbst von dem ursprünglichen Ziel verabschieden, im späten Frühjahr mit den ersten Erschließungsarbeiten zu beginnen. „Wir als Gemeinde haben unsere Fördermittel und könnten schon ausschreiben. Aber wenn gebaut wird, muss auch gleich Trinkwasser und Abwasser mit in den Boden. Wir wollen das gemeinsam ausschreiben. Das ist jedoch erst möglich, wenn auch eine Fördermittel-Entscheidung für den Trinkwasser- und Abwasserbereich da ist.“ Bis Ende Januar hatte man eigentlich darauf gehofft. Doch auch hier sorgte die Corona-Pandemie für eine Verzögerung im Entscheidungsprozess. Nun rechnet der Bürgermeister frühestens im April mit dem entsprechenden Fördermittelbescheid. Erst dann kann die Ausschreibung erfolgen.

Eigentlich sollten die Arbeiten vor dem Saisonbeginn am Geierswalder See beginnen und über die Saison pausieren. Angesichts der dreimonatigen Verzögerung kann sich Dietmar Koark nun durchaus vorstellen, auch in der Saison erste Baumaßnahmen zu realisieren, natürlich nur solche, die den Saisonbetrieb möglichst wenig beeinträchtigen, wie er betont.

Der Gemeinde-Anteil an der Erschließung der „Südböschung“ umfasst sämtliche Straßen, Wege, Zuwegungen, das öffentliche Grün, die Straßenbeleuchtung, die Parkplätze sowie das Sanitärgebäude und später noch einen WLAN-Hotspot. „Der Zeitpunkt der endgültigen Fertigstellung hängt dann von der Umverlegung der Kreisstraße ab“, so Dietmar Koark.

Aus dem jetzigen Zick-Zack-Kurs der Kreisstraße soll eine abgeflachte Kurve werden.
Aus dem jetzigen Zick-Zack-Kurs der Kreisstraße soll eine abgeflachte Kurve werden. © Foto: Ralf Grunert

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