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Schwere Fracht für den Erlengrabendüker

Bei Groß Neida wird eine Unterquerung des Hoyerswerdaer Schwarzwassers erneuert.

Hier schwebt zunächst das Unterteil für den neuen Düker-Schacht in Richtung der Baugruben. Es wiegt gut dreizehn Tonnen. Hier fließt das Wasser hinein.
Hier schwebt zunächst das Unterteil für den neuen Düker-Schacht in Richtung der Baugruben. Es wiegt gut dreizehn Tonnen. Hier fließt das Wasser hinein. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Haben Sie schon einmal vom Erlengraben gehört? „Er hat eine ziemlich große Bedeutung für den Hochwasserschutz“, sagt Sabine Masser von der Bauverwaltung im Hoyerswerdaer Rathaus. Das Gewässer kommt von Groß Neida, unterquert in einem sogenannten Düker in 4,70 Metern Tiefe das Hoyerswerdaer Schwarzwasser und verläuft dann, bezeichnet als Hochwasserentlastungsgraben, parallel zur Schwarzen Elster in Richtung Görlitzer Brücke. Selbst in den Dürre-Sommern 2018 bis 2020 trocknete es nicht aus.

Weil der Düker nahe dem Zusammenfluss von Schwarzwasser und Schwarzer Elster auch den Elster-Deich betrifft, der aktuell von der Landestalsperrenverwaltung (LTV) saniert wird, hatte das Rathaus Handlungsbedarf. Risse im Beton waren zwar noch nicht bedenklich, aber nach Einschätzung der Stadt hätte das Ganze wohl in zehn bis zwanzig Jahren erneuert werden müssen. Seitens der LTV gilt jedoch die Regel: Ein neuer Damm und alles, was sich darin befindet, sollten bestenfalls 120 Jahre, aber mindestens doch 80 Jahre halten.

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Ein- und Auslauf erneuert

Also gibt die Stadt schon jetzt mehr als eine halbe Million Euro aus, wobei zwei Drittel davon vom Land Sachsen zugeschossen werden. In diesem Zusammenhang rollte nun am Freitag ein Schwerlasttransporter an. Er hatte zwei riesige Beton-Teile für das neue Auslaufbauwerk zwischen dem Düker und dem Hochwasserentlastungsgraben geladen. Dabei handel es sich um einen zweiteiligen Schacht mit einem Gesamtgewicht von gut 28 Tonnen sowie einer Gesamthöhe von 5,30 Metern. Er dient dem Niveauausgleich (siehe Fotos) sowie zu Kontrollen und Revisionen.

Mittels eines Krans wurden die beiden Teile in der Baugrube platziert. Das Einlaufbauwerk auf der anderen Seite des Schwarzwassers war bereits Mitte August eingesetzt worden. Mit den Arbeiten wurde zugleich der Standort des Auslaufbauwerks verändert. Man hat es gegenüber seinem alten Platz um gut 13 Meter verrückt, um es aus dem Deichschutzstreifen heraus zu bekommen. Zur Sanierung des sogenannten Erlengrabendükers gehören außerdem noch der Rückbau nun nicht mehr benötigter Schächte sowie die Erneuerung der Druckleitung unter dem Schwarzwasser. Dazu kommt das sogenannte Inliner-Verfahren zur Anwendung, wie es zuletzt bei der Sanierung der Abwasserleitung entlang der Bautzener Allee zu sehen war.

VBH verlegt Leitung um

Man zieht einen Schlauch aus Glasfaserkunststoff in die Röhre ein, legt ihn mittels Druckluft an deren Wandung an und härtet das Material schließlich mit Hilfe von UV-Licht aus. Für November rechnet die Stadt mit dem Abschluss der Dükersanierung. Die Erneuerung des Elsterdeiches zwischen dem Düker und der Bahnbrücke hingegen dauert noch bis zum kommenden Jahr. In diesem Zusammenhang läuft außerdem auch noch die Umverlegung einer Trinkwasserleitung der VBH.

In einem zweiten Schritt wurde das 15 Tonnen schwere Oberteil aufgesetzt. Hier fließt das Wasser auf höherem Niveau wieder hinaus.
In einem zweiten Schritt wurde das 15 Tonnen schwere Oberteil aufgesetzt. Hier fließt das Wasser auf höherem Niveau wieder hinaus. © Foto: Gernot Menzel

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