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Seit 10 Jahren Kooperation „Kulturschule“

Lessing-Gymnasium und KulturFabrik schaffen weiterhin Verknüpfungen – bereichernd für Schüler, Lehrer und Partner.

Diese Kunstinstallation zum 10-jährigen Bestehen war kurzzeitig auf dem Markt in Hoyerswerda zu sehen.
Diese Kunstinstallation zum 10-jährigen Bestehen war kurzzeitig auf dem Markt in Hoyerswerda zu sehen. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Insgesamt 3.420 Kulturstunden, 80 Kulturtage, 110 Rundfunkbeiträge, 60 Kurzfilme, etliche Kilogramm Ton und mindestens 100 Gitarrensaiten – so fasst Katharina Michelfeit das vergangene Jahr Kulturschule zusammen. Damit präsentiert die Schulleiterin nur einen kleinen quantitativen Einblick in die Kooperation zwischen Lessing-Gymnasium und KulturFabrik.

Nun geht das Projekt Kulturschule bereits in das elfte Jahr. Dies wurde am Dienstagvormittag offiziell eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt schmückten bereits seit einigen Stunden viele kleine Figuren den Marktplatz und zogen die Blicke auf sich. Von Schülern in den letzten Monaten in Heimarbeit erstellt, kommen sie nun hier symbolisch wieder zusammen. Ebenfalls versammelten sich die wichtigsten Akteure, um in die Vergangenheit und die Zukunft dieser Partnerschaft zu schauen. Über hundert Schüler, Fünft- und Sechstklässler, erschienen gemeinsam mit Lehrerinnen, um auf die Partner aus der KuFa zu treffen. Ebenfalls wohnte Bürgermeister Mirko Pink bei, der überzeugt von dem Erfolg des Projektes ist. Eine Schülerband hatte sich formiert und eröffnete mit „99 Luftballons“. Erst seit Schuljahresbeginn – also vor zwei Wochen – wurden die Proben begonnen, wie erwähnt wird.

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Schon viel länger wurde die Kooperation „geprobt“. Seit zehn Jahren besteht schon die Bildungspartnerschaft, die versucht kulturelle Angebote speziell für Schüler*innen und die entsprechenden Schulinhalte zu schaffen. Da geht es um Unterrichtsstunden, Projekttage, Arbeitsgemeinschaften. „Kultur kann man nur erleben, wenn man selbst aktiv wird“, gibt Katharina Michelfeit den Schülern mit auf den Weg. Uwe Proksch, Geschäftsführer der KuFa, betont: „Wir sind froh, als einer von vielen Partnern das Lernen zu gestalten und zu unterstützen.“ Zurück zu den Avataren, die den Markt besetzen. Hier sieht er viele kleine Persönlichkeiten, die die Stadt beleben – ähnlich, wie die Schüler selbst, die darin vielleicht Wünsche und Träume verewigt haben.

Die Schülerin Henriette aus der 9. Klasse spricht den Jüngeren Mut zu, erzählt von ihrer Erfahrung. Als Mitglied der AG Kleine Filmemacher stand sie zu Beginn mit Mitschülern vor dem langfristigen Projekt, einen Kurzfilm zu produzieren. Nach anfänglichen Bedenken hat es ihre Gruppe geschafft, alle Ideen unter einen Hut zu bringen – erfolgreich, wie sie sagt. Und so ist die Zusammenarbeit gelungen. „Mir wurde gezeigt, zusammen ist man viel stärker.“

Passend dazu folgen kleine Gedichte, genannt Gedankensplitter, die sich mit dem „Ich und Wir“ beschäftigen. Die jungen Autoren tragen vor: „Ich kann nicht allein Ballspielen oder Tanzen“ / „Ein Freund ist ein echter Held. So wird aus einem Ich ein Wir.“ / „Wir lernten uns kennen, wie Lesen und Schreiben.“ Danach stellen sie sich zwischen die Figuren, wobei auch jede ihre eigene Geschichte erzählen könnte.Mit Blick auf die vergangenen Jahre Kulturschule, die Katharina Michelfeit begleitet hat, ist auch diese Kooperation stets erwachsen. Denn am Anfang waren sich beide Seiten gar nicht sicher, was sie erwarten würde. Dennoch soll dieses offene Netzwerk weiterentwickelt und ausgebaut werden. Besonders externe Dozenten sieht die Schulleiterin auch als eine Bereicherung an – nicht nur für die Kinder. Die betont zudem, dass die Schülerschaft beim Gestalten dieser Zusammenarbeit eingebunden werden soll.

Kürzlich wurde sogar ein Jubiläumsfilm veröffentlicht, der einen Einblick in die letzten Jahre gibt. Verschiedene Beteiligte kommen zu Wort und teilen ihre Eindrücke. Besonders eine Schülerin ist auch der Schulleiterin im Gedächtnis geblieben, denn sie hat dank der Kulturschule einen Berufswunsch finden und festigen können: Über die Film-AG sagt sie, „dort ihre Leidenschaft gefunden“ zu haben.

Katharina Michelfeit begrüßt die Schüler im elften Jahr der Kulturschule und weiß auch, wie selbstverständlich die Zusammenarbeit im Alltag der Schule angekommen ist.
Katharina Michelfeit begrüßt die Schüler im elften Jahr der Kulturschule und weiß auch, wie selbstverständlich die Zusammenarbeit im Alltag der Schule angekommen ist. © Foto: Gernot Menzel

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